Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 281)
- Language
- German
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275 erlag einem Lungenschusse, der aus nächster Nähe abgefeuert wurde. Die Kugel drang durch die rechte Brust ein. Die Ausschußöffnung befand sich unter der rechten Schulter. 25. Güttel (Gitl), 55 Jahre alt, Ehefrau des Lederhändlers Mendel Markus, dessen Vater aus Prag stammte und 1718 in Leipa seßhaft geworden war. Ihre Sohne hießen Feitel und Markus und ihre Töchter Kützele und Marjam. Güttel erhielt einen Pallaschhieb in den Hals, der bis an die Halswirbel drang. Außerdem hatte sie eine große Hiebwunde am linken Arm. 26. M u s c h a t (Muskat), 18 Jahre alt, ledig, Tochter des Jakob Altschul, Silberhändlers, und seines Weibes Libka. Sie erhielt zwei Schüsse, deren Kugeln durch den rechten Arm beziehungsweise durch die rechte Brust eindrangen, die Lunge und das Herz durchbohrten. 27. H än d e 1 (Hendel), 55 Jahre alt, Witwe, wahrscheinlich nach dem aus Raudnitz stammenden Lederhändler Simche Löwi. Sie erlitt den Tod durch einen Pallaschhieb, der den Schädel hinter dem linken Ohr spaltete und bis ins Gehirn drang. 28. Dorel (Sarah), 13 Jahre alt, Tochter des ebenfalls getöteten Moyses Hammerschlag. Die „Wortgetreue Abschrift" nennt sie Tochter des David. Sie war aber die Enkelin David Hammerschlags. 29. Eine fremde Jüdin, 36 Jahre alt, die im Wochenbette infolge des Schreckens oder mangelnder Pflege starb. (30.) Zebi Asarja (Hirsch, Sohn des Säbel), erhielt 4 Schüsse auf der Flucht und starb infolge seiner schweren Verwundung am 23. Feber. Er ist im amtlichen Verzeichnis nicht enthalten, dafür aber im Bußgebete und in der „Wortgetreuen Abschrift". * IL Selichoth (Bußgebete), zu verrichten am 4. Tebeth eines jeden Jahres für das uns an diesem Tage Zugestoßene. Im Jahre 505 nach der kleinen Zahl (1744). Tränen fließen aus unseren Augen, Wasser rieselt über unsere Augenwimpern, wenn in uns die Erinnerung aufsteigt an das, was sich durch unsere Sünden in unserer Gemeinde ereignet hat. An diesem Tage Mittwoch, den 4. Tebeth im Jahre 5505 nach unserer Zählung brach ein Verderben herein. Da drangen die Feinde in den