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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 5

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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IRI
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2 abgelehnt. Der erste jüdische Chronist, der Prager David Gans, ist ein Dokument, daß sich jenes Gefühl der unechten Gegenwart verändert haben mußte. In der Soziologie der Geschichtsschreibung wird die Soziologie der Gegenwart eine besondere Bedeutung erlangen. Die Geschichtsschreibung der Juden wird hier ein besonderes Laboratorium werden und die mitteleuropäische Lage mit ihren Möglichkeiten, die westliche und östliche Optik zu benutzen, wird das Grenzgefühl der Gegenwart plastischer hervortreten. Ein Dokument dafür ist eben das Werk Masaryks. Masaryks Werk wird uns in dieser Studie mitunter als Zeuge, mitunter als Objekt einer Soziologie der Geschichtsschreibung der Juden in der cechoslowakischen Republik herangezogen werden. Denn es handelt sich um spezielle soziologische Skizzen. Die Soziologie der Geschichtsschreibung ist eben im Stadium der Teilskizzen. Komensk^ drückte eine ähnliche Situation so aus, daß erst Funken geschlagen werden müssen, aus denen, wenn sie hinreichend dicht fallen, die Flamme kommt. Heute würden wir uns lieber technisch ausdrücken: Benedetto Croce hat einen Generalplan zu einer historiographischen Soziologie des Gegenwartsgefühles gegeben. Max Scheler nimmt in einem besonderen Werke eine Begehungskommission zu einer Soziologie des Wissens vor. Dabei studiert Haushagen die Bahn des Phänomens, als außerwissenschaftliche Einflüsse auf die Geschichtsschreibung. In vielen Beziehungen aber kann man Masaryks Werk schon als eine cechische Spezialstudie zur Soziologie der Geschichtsschreibung ansehen. Soll nicht auch die Geschichtsschreibung der Juden in der cechoslowakischen Bepublik, überhaupt jede besondere Sphäre der Geschichtsschreibung ihre spezifische Hilfswerkstätte ihrer Soziologie der Geschichtsschreibung bauen! Berücksichtigen wir zuerst die Hauptergebnisse. Dann wollen wir uns daran erinnern, daß eine Soziologie der Geschichtsschreibung schon in dem primitiven Geschichstwerke des David Gans Ansätze einer Soziologie der Geschichtsschreibung, wenn auch in gewollter Zurückhaltung vom deutlichen Aussprechen enthalten sind* Die besser erkannte Problematik Masaryks wird uns über-

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