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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 425

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 425 (sequence 428)
Language
German
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IRI
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425 mußten dem Sinne entsprechend an vielen Stellen des Textes berichtigt oder neu eingefügt werden. Man wird einige Anmerkungen aus der Körner-Miroschen und anderen Ausgaben der Megillat Eba entnehmen können. Der Übersetzer Seligmann Kisch ist von der Miroschen Übertragung, die ihm wohl unbekannt gewesen ist, durchaus unabhängig. Er übersetzt selbständig und scheint auf einem anderen hebräischen Originaltexte zu fußen, als der Körner-Miroschen Ausgabe zugrunde liegt. Freilich zeigt ein auch nur flüchtiger Vergleich der beiden Übersetzungen schon, daß Miros Übertragung nicht nur ausführlicher, sprachlich gewandter und gefälliger ist, sondern auch vielfach den Sinn des hebräischen Originales treffender wiedergibt und klarer zum Ausdrucke bringt. Die Ursache dafür wird wohl nur zum Teil in dem Zwecke gefunden werden dürfen, welchen Seligmann Kisch mit seiner Übersetzung verfolgte, in der Absicht, die Megillat Eba in deutscher Sprache weiteren Kreisen zu vermitteln, weil unter diesen die Kenntnis des Hebräischen auch in der altberühmten Gemeinde Prag um die Mitte des XIX. Jahrhunderts schon stark abgenommen hatte. In der hebräischen Abteilung des Titelblattes seiner Schrift führt Seligmann Kisch in hebräischer Sprache aus: „Megillath Ebah, übersetzt aus der heiligen Sprache in die deutsche Sprache gemäß dem Verse: ,So sprich zum Hause Jakob4 [Exodus 19, 3]; damit sind die Frauen gemeint, zu denen mit gelinden Worten gesprochen werden soll, [Mechilta], damit man umso geläufiger lesen kann." Außer dem buchgeschichtlich bemerkenswürdigen Seltenheitswert, dem allgemein wissenschaftlichen und dem Prager lokalhistorischen Interesse besitzt Seligmann Kischs Übersetzung der Megillat Eba für den Schreiber dieser Zeilen aber noch eine weitere, nämlich familiengeschichtliche Bedeutung. Der Übersetzer entstammt der gegen Mitte des XVII. Jahrhunderts aus dem westböhmischen, im ehemaligen Elbogener Kreise gelegenen Städtchen Kiesch, jetzt Chiesch genannt, nach Prag eingewanderten und dann daselbst durch fast drei Jahrhunderte ansässigen Familie Kisch. Auf dem deutschen Titelblatt der Übersetzung bezeichnet der Übersetzer R. Lipmann Heller als seinen „Ururgroßvater", sich selbst als „Nachkommen des Herrn Verfassers". Bisher ist es leider nicht gelungen, den Nachweis dieser Abstammung zu führen und den Familienzusammenhang des Übersetzers mit dem Verfasser der Megillat Eba genealogisch einwandfrei zu ergründen. Auch sonst ließ sich über seine Person nur sehr wenig mit Bestimmtheit ermitteln.4) Seligmann Kisch war als ältester Sohn des Benjamin und der Esther Kisch, deren Mädchenname nicht testzustellen war, 1782 in Prag geboren, woselbst er am 18. August 1863 starb und auf dem Wolschaner jüdischen Friedhofe begraben ist. Er war mit Esther Selkes

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