Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 369 (sequence 373)
- Language
- German
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369 Die Ramschak Chronik von S. H. L i e b e n (Prag). Vorwort. Seit meiner Jugend habe ich überall nach der Wallersteinischen oder Ramschak-Chronik gefahndet, die mir nach den Zitaten bei Schottky „Prag, wie es war und wie es ist", bei M. W. Jeiteles „Sikaron lejom acharon" und bei Podiebrad „Altertümer der Prager Josefstadt" viel Bedeutsames zur Geschichte meiner Vaterstadt, des jüdischen Prag, zu enthalten schien, wenn auch manches auf den ersten Blick Unglaubliche. Ungefähr im Jahre 1910 fand ich unter den vielen, wertvollen Archivalien, die der seither verstorbene Präsident der israel. Kultusgemeinde Dr. Arnold Rosenbacher aus dem Nachlasse David Podiebrad's erworben hatte und deren Durchsicht er mir mit freundlicher Bereitwilligkeit gestattete, drei Bändchen, in denen ich die Quelle sämtlicher Zitate aus der Wallersteinschen oder Ramschak-Chronik erkannte. Und merkwürdige Fügung. Ich, der ich nie die Absicht hatte, diese Handschrift zu veröffentlichen, tue dies jetzt auf Veranlassung von Prof. Steinherz, während Jeiteles, Schottky, Wehli, Podiebrad die diese Veröffentlichung in Aussicht stellten, davon Abstand genommen haben. Ich habe meine Arbeit angordnet nach zwei Punkten, erstens die Ramschak-Chronik in der Literatur zweitens die Handschrift der Ramschak-Chronik. Im Anhange gebe ich ein vollständiges Inhaltsverzeichnis der Chronik, die ich dem Beispiele Podiebrads folgend, die Ramschak-Chronik nenne. Prag, im Jänner 1929.