Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 334)
- Language
- German
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330 J. 1744" (Jahrbuch für Geschichte der Juden und des Judentums, 1869), soweit es zweckdienlich erschien, zur Kontrolle benützt. Wertvolle und verläßliche Daten für die letzte Zeit des Exils bot S. H. Lieben, Handschriftliches zur Geschichte der Juden in Prag in den Jahren 1744—1754 (Sonderabdruck aus dem Jahrbuch der jüd. liter. Gesellschaft, 1904). Das in der sonstigen Literatur (vgl. den unter A) zitierten Aufsatz) über das jüdische Exil von 1745—48 verstreute Nachrichtenmaterial gewährte im wesentlichen nichts von Belang, worüber ich mich nicht aus den Originalakten hätte ebenso gut informieren können. 3) In den Akten besteht kein Anhaltspunkt dafür, daß nach dem 30. Juni 1745 noch Juden ins Ausland abgewandert wären. 4) Über die holländische Intervention zu Gunsten der Juden siehe: David Kaufmann, Barthold Dowe Burmania und die Vertreibung der Juden aus Böhmen (Jubelschrift zum 70. Geburtstag des Prof. Dr. H. Graotz, Breslau 1887) S. 299 ff. Über die dänische Intervention: D. Simonsen, Dänemark und die Juden in Prag 1745 (Festschrift Adolf Schwarz zum 70. Geburtstage S. 509 ff; von J. Rokycana ins Tschechische übersetzt im Ceskozidovsk^ kalendäf 1928/29, S. 133.) Der Umfang der fremden Interventionen und ihr Einfluß auf das Schicksal der Ausgewiesenen ist noch wenig geklärt. Es wäre zweifellos eine überaus dankbare, wenn auch reichlich mühevolle Aufgabe, in diese Frage endlich volles Licht zu bringen. Soweit die Wiener und Prager Archivakten erkennen lassen, haben diese Interventionen kaum irgendwelchen Einfluß auf die Entschließungen Maria Theresias gehabt. — Herrn Bibliothekar Dr. Jakobowitz danke ich bestens für die mir in dieser Hinsicht gebotenen Literaturnachweise. 5) Aus diesem Anlasse ließen die holländischen Judengemeinden eine prächtige Denkmünze prägen. Nach Chr. d'Elvert, Zur Geschichte der Juden in Mähren und Schlesien (Schriften der histor. Statist. Sektion, XXX. Bd. S. 192) ist dieselbe zuerst beschrieben und abgebildet in „Schau- und Denkmünzen, welche unter der glorwürdigen Regierung der K. K. Maria Theresia geprägt worden sind", Wien 1785, dann in Voigt, „Beschreibung der böhmischen Münzen" IV. T., Festschrift Adolf Schwarz S. 509 und neuestens im Ceskozidovsky kalendäf 1928/29, S. 144. Erläuternde Aufsätze darüber im „Hesperus" 1816, S. 270 und 181.7, S. 142, Ceskozidovsky kalendäf 1928/29: Dr. V. Katz, Medaile na vypovezeni zidü z Prahy roku 1744, S. 143. Ä) J. C. A. Röhn, Grave principium regiminis... Mariae Theresiae etc. (Handschrift der Universitätsbibliothek in Prag, Sig. VII. A 15) fol. 145. 7) Die übrigen Mitglieder der Ausweisungskommission waren: Franz Graf Buquoy, Johann Graf Breda, Franz Leopold Hennet, Franz Ignaz Textor, Joseph von Gamsenfels, Wilhelm von Krauseneck. 8) Die Behauptung G. Wolfs, 1. c. S. 169, daß von den Juden ein Lösegeld von zwei Millionen verlangt worden sei, entspricht nicht den Tatsachen. Der von ihnen zur Ausrüstung der Landmiliz verlangte Betrag ist mit y 2000 fl. angegeben. Das Mille-Zeichen hat Wolf irrtümlich als Million gelesen. •) Das Schreiben vom 29. März 1746 haben außer Salomon Koref unterzeichnet: Abraham Duschenes, Abraham Preßburg, Löbl Abeles, Arje Fanta, oelig Thein, Löbl Foges, Sina Fauwers, Sinicha Popper, Zacharias Kassowitz, Amschel Gumpert, Joachim Toderles, David Bischitzky, Wolf Reinach, Moyses Taussik, Fertl Mißleff, Jakob Ausch, Salman Bondi, Abraham Asser.