Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 203)
- Language
- German
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199 6. Kapitel. Das Elaborat der jüdischen Reduktionskommission v. J. 1715. Die antijüdische Orientierung der merkantilistischen Bestrebungen des angehenden XVIII. Jahrhunderts. — Die Kontinuität des Reduktionsprogrammes. — Errichtung einer neuen Redaktionskommission (Reskript vom 8. Jänner 1714). — Die Kommission für jüdische Verwaltung und Wirtschaft. — Die Konskription des Ghettos und die Verluste durch die Pestseuche. — Die ersten Arbeiten der Reduktionskommission. — Befehl zu neuerlicher Konskribierung des Ghettos. — Die heuristische Arbeit der Reduktionskommission. — Das Memorandum der Kommission. — Der historische Teil. — Das Programm auf Reduktion des Ghettoumfanges und dessen Absperrung. — Der Antrag auf Reduktion der jüdischen Bevölkerung des Prager Ghettos; Stabilisierung von 620 Familien und Beschränkung der Judenehen. — Der Antrag auf Beschränkung der geschäftlichen und handwerklichen Betätigung der Juden. — Der antijüdische Geist des Memorandums. — Die Verzögerung des Berichtes der böhmischen Statthalter. — Einvernahme jüdischer Bevollmächtigter durch die Reduktionskommission betreff der wirtschaftlichen Klagen der christlichen Zünfte; die Einstellung der Juden den Reduktionsanträgen gegenüber. — Der Bericht der Statthalter an den Kaiser bezüglich der Anträge der Reduktionskommission. Das Programm einer Reduktion der Prager Juden gewann mit Beginn des XVIII. Jahrhundertes neue Stärkung und Stütze in den merkantilistischen Bestrebungen der Wiener Regierung. Ihr war es um die Hebung der böhmischen Industrie und des böhmischen Handels zu tun, welche fast das ganze verflossene Jahrhundert in völligem Verfall darniederlagen.1) Dieser Verfall hing natürlich aufs engste mit der allgemeinen Verarmung der breiten Schichten zusammen, die nur ihre allernotwendigsten Lebensbedürfnisse befriedigen konnten, sodaß die Erzeugung von Gegenständen für eine verfeinertere Lebenshaltung, soweit nicht mit Absatz in Adelskreisen zu rechnen war, schlechter-