Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 115)
- Language
- German
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111 3. Kapitel. Die Vernichtung des Prager Ghettos durch die Feuersbrunst i. J. 1689 und dessen Erneuerung. Pläne einer Exstirpation und Reduktion der jüdischen Bevölkerung in Prag und Verkleinerung der Judenstadt. Die Entstehung der Feuersbrunst und deren Umfang. — Das Gesuch der Altstädter Gemeinde um Entfernung der Juden aus Prag. — Die Zustimmung des Kaisers. — Die ablehnende Haltung der böhmischen Kammer, der Neustädter und Kleinseitner Gemeinde. — Das Gutachten der Statthalter. — Das Abrücken der Regierung vom Exstirpartionsprogramme (Reskript vom 1. Okt. 1689). — Der Antrag der böhmischen Kammer auf Wiedererrichtung der Judenstadt und auf Reduktion ihrer Bevölkerung. — Die Errichtung einer Kommission zwecks Ausarbeitung eines neuen Ghettoplanes. — Die Schwierigkeiten der zeitweiligen Unterbringung der Juden in Christenhäusern; Konflikt der Statthalter mit dem Erzbischof. — Die Hindernisse bei Herstellung des Planes für die neue Judenstadt. — Der Protest der Juden gegen eine beabsichtigte Verkleinerung der Bauarea und der Ausdehnung des Ghettos. — Der Klausersche Plan eines neuen Ghettos. — Dessen Genehmigung durch Reskript vom 15. April 1690. — Neuerlicher Protest der Judenältesten und dessen teilweise günstiger Erfolg (Reskript vom 4. Juni). — Die Beschwerde der Juden gegen den Altstädter Hauptmann und ihr Erfolg. — Eile der Juden mit Erneuerung ihrer Häuser; eine Rauferei im Ghetto. — Neuerlicher Konflikt der Statthalter mit dem Erzbischof. — Das neue Ghetto ein treues Spiegelbild des alten Ghettos; Begrabung des Reduktionsprogramms. Die katastrophale Feuerbrunst vom 21. Juni 1689, der binnen zwei Stunden bis auf zwei oder drei Häuser die ganze Prager Judenstadt mit neun Synagogen zum Opfer fiel und die eine Veranlassung zur Erneuerung der Exstirpations- und Reduktionspläne bot, war kurz nach