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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 47

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 47 (sequence 51)
Language
German
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47 resias nicht unvorbereitet kommt, sondern daß sie lediglich die Fortsetzung und den Höhepunkt der voraufgehenden Reduktionsbestrebungen darstellt, mögen auch zu ihren Motiven noch einige andere Motive hinzugetreten sein. Zweck dieser Arbeit ist es nicht, objektiv festzustellen, inwieweit die einzelnen im XVII. und XVIII. Jahrhundert gegen die Juden erhobenen Vorwürfe, die hier im weitern zum Teil berührt werden sollen, jenen Charakter besitzen, der ihnen beigelegt wurde, namentlich aber, ob die Juden in der Tat schuld waren an dem Tiefstand der christlichen Unternehmung in Handel und Industrie. Diese Feststellung ist der erwähnten abschließenden Untersuchung vorbehalten, wo auch die wirtschaftlichen, die sozialen, die Populationsverhältnisse usw. des Prager Ghettos mit den gleichzeitigen Verhältnissen anderer größerer Judengemeinden West- und Mitteleuropas verglichen werden sollen. Außerdem wird in besonderen Studien über einige speziellere Fragen gehandelt werden, z. B. über den jüdischen Tandelmarkt, die jüdische Selbstverwaltung, die Baubestandspläne der Judenstadt und die Zensur jüdischer Bücher durch die christliche Obrigkeit in nachweißenbergischer Zeit. Vorliegende Studie beruht vor allem auf amtlichem Material, an dem bisher die historische Forschung im großen ganzen völlig achtlos vorbeigegangen ist und das zu Prag im Archiv des Ministeriums des Innern erliegt, einerseits in der Abteilung IV T 1 der böhmischen Hofkanzleiakten (CDK), anderseits in der Abteilung J 4/21 der sogenannten alten Manipulation (st. m.) der böhmischen Statthalterakten; beide genannte Abteilungen enthalten zum größten Teil identisches Material, das sich formell ergänzt. Daß sich die auf die nachweißenbergischen Reduktions- und Extirpationspläne bezüglichen Schriften verhältnimäßig vollständig erhalten haben, ist das Verdienst der i. J. 1714 errichteten jüdischen Reduktionskommission,6) die das gesamte versplitterte ältere Material, das damals in der Registratur der böhmischen Hofkanzlei und in der Kanzleiregistratur der böhmischen Statthalterei vorhanden war, gesammelt, chronologisch geordnet und mit einem ausführlichen Verzeichnis samt kurzer Inhaltsangabe jedes Aktes versehen hat. Dieses Verzeichnis („Consignatio priorum actorum, quae in relatione reductionis Judaeorum per extractum comprehensa sunt4') vermerkt 83 Akten aus den Jahren 1679—1709, denen zum Teil wieder zahlreiche wichtige Beilagen beigeschlossen sind.6) Diese Akten hat die Judenreduktionskommission v. J. 1714 für die historischen Partien ihres Gutachtens benützt, dessen Auszug heutzutage an einigen Stellen die verlorenen bezw. durch spätere Skartierung vernichteten Akten ersetzen muß. Soweit andere Akten des Archivs des Ministeriums des Innern herangezogen worden sind, so ist dies an entsprechender Stelle

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