Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 44)
- Language
- German
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39 vorgebracht haben. (Produktion im abendländischen Sinne bedingt Einmaligkeit und Stabilität des Kunstwerkes). Ebenso daß Juden, Spanier, Slaven (mit Ausnahme der von den Deutschen beeinflußten Tschechen) Mollmelodik, also von den Obertönen nicht abhängige Musik bevorzugen. Und nun kommen wir auf unsere alten Prager Judenspieleute zurück, von denen wir gerne glauben wollen, daß sie nicht nur in der ,,Melodey ein wenig frei" waren, sondern auch im Takt (der ja selbst wieder ein Resultat der europäischen Harmonik) sehr irrational verfuhren. Und wenn wir bei unseren Betrachtungen von den jüdischen Musikern der italienischen Renaissance ausgingen, so können wir vielleicht sagen, daß das hochkultivierte Italien der Renaissance die Juden weit stärker assimiliert hatte als Deutschland, wo die Juden viel länger und intensiver in abgeschlossener Isoliertheit ihre Eigenart bewahren konnten.