Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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yi dann wandte er sich an eine anscheinend berufene Persönlichkeit, Fr. Dworsky (Direktor des Landesarchivs in Prag), und stellte ihm für die Fortsetzung der Sammlung und Veröffentlichung der Dokumente beträchtliche Geldmittel zur Verfügung, so daß Dworsky im Jahre 1906 zwei stattliche Bände herausgeben konnte.2) Leider ist das Werk als mißlungen zu bezeichnen. Dvorsky war der Aufgabe nicht gewachsen8) und so fällt sie unserer „Gesellschaft"' zu. Eine ganze Reihe von Quellenpublikationen ist von ihr geplant: Urkunden und Akten hauptsächlich aus den öffentlichen Archiven über die Rechts- und Wirtschaftsverhältnisse der Juden dieses Staates im Mittelalter und der Neuzeit, Quellen zur inneren Geschichte (Leben der Juden innerhalb der Gemeinden), die hebräischen geschichtlichen Aufzeichnungen usw. — Es liegt auf der Hand, daß solche Veröffentlichungen von Quellen, die für lange Zeit die Grundlage wissenschaftlicher Forschung sein werden, sorgfältiger Vorbereitung bedürfen. Daneben ist der „Gesellschaft'" eine zweite Aufgabe zugewiesen: Verbreitung der Kenntnis der Geschichte der dechoslovakischen Juden und Förderung von Forschern auf diesem Gebiete. Diesem Zwecke dient das vorliegende „Jahrbuch", die erste Publikation der Gesellschaft. Es will die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung nicht dem engen Kreise der Fachgelehrten vorbehalten, sondern diese Ergebnisse allen, die sich für Geschichte der Juden interessieren, vermitteln; deshalb sollen die Beiträge, die hier veröffentlicht werden, in Darstellung und Sprache allgemein verständlich sein. Andererseits soll das Jahrbuch den Forschern Gelegenheit geben, ihre wissenschaftlichen Arbeiten zu veröffentlichen. Man sieht aus dem vorliegenden Buche, aus der Zahl seiner Mitarbeiter, das es einem wissenschaftlichen Bedürfnis entgegengekommen ist. Und schon dieser erste Band des „Jahrbuches" zeigt an den Schriften von Prokeg und Bergl, daß die Geschichte der Juden in der Cechoslovakei mehr ist als ein bloßer Abschnitt in der Geschichte der Juden, daß sie auch für die Geschichte des öechoslovakisehen Staatsgebietes wertvolle Aufschlüsse bringt. Nicht auf dem Gebiete der sogenannten politischen oder äußeren Geschichte — an ihr haben die Juden, die immer eine kleine Minderheit gewesen sind, keinen Anteil — aber auf dem Gebiete der Wirtschaftsgeschichte, und seit der Emancipation auch auf allen Gebieten der geistigen Kultur von Böhmen und Mähren. Daß der vor liegende Band zum größten Teil der Geschichte der Juden in Böhmen gewidmet ist, ist daraus zu erklären, daß die archivalischen Vorarbeiten in Böhmen weiter fortgeschritten sind als in den anderen Ländern, und daß in Prag mehr Mitarbeiter sich zur Verfügung gestellt haben. Es ist zu hoffen, daß die folgenden Bände des Jahrbuches entspre-