Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1904
- Issue
- 2 (1904) Heft XIV
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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48 Beilagen. Zn S. 13. Uutertliänige Supplication .,an dem Edlen? Ehrenveste11? Grossaclitbaliren uud Hochgelarten Herrn Frantz Stapeln, J. U. D. Ihro König!. Mayst. zu Dennemarck, Norwegen etc. Geheimen Rath und Ober-Ambtman des Ambts Pinneberg etc. Unsern Hochgeehrten Gepietenden Herrn pro die flüchtige Altenaesche Juden in diese Stadt Hamburgk: Umb für dieselben ein Grossgl. Intellect einzulegen: Edler Ehrenvester, Grosachtbahr, Hochgelahrter und Hochgepietender Herr Ober-Ambtman etc. Ew. Edl. Hochgel. Gestr. sein unsere untertähnige gehorsahme Dienste, euserstes unsere Vermögens nach, Jederzeithbereith zuvohr.HochgepietenderHerr; Wass dieser Tage dem gantzen Fürstenthumb undt der Grafschaft Holstein, durch die Schwedische Soldatescha verursachen: und unvermuthlichen widerfahren und noch täglich wiederfähret, also gahr auch, dass ein grosstheil Einwohnern geflohen, und auss gefahr Leib und Lebens zu kommen, sich in die Stadt Hamburgk zu begeben gedrungen worden, Solches ist notarie, kundt und öffenbahr. wan das wir zu Altenae, unter Ihro Königl. Mayst. zue Dennemarck Norwegen etc. Schutz wohnende Juden, als denen insgemein von Soldaten in solchen fällen, mehr überlast und trangsahl, als anderen nationen und Christen zu und angefüget wirdt, nicht verdencklich, die Flucht auch genommen und in die Stadt Hamburgk retiriret: So haben wir, als denen wissendt und nicht unbekaudt, dass in dieser gedachten Stadt keine Hochteutsche Juden, ohne habendes Gleid einsten gehen vielweiniger sich aufhaldten mügen, billig die Vorsorge getragen, Einen Ehrenw. Hochw. Rath wissendt zue machen, dass wir nicht frömbde Juden, sondern Hochstgedacht Ihr Königl. Mayst. flüchtige Untertahnen sind, undt wan solches, unsere meinung nach, nicht füglicber geschehen kan, als durch Ew. Edl. Hochgl. Gestr., als unsere gepietende Obrigkeit, als haben wir uns erkühnet an demselben, diese untertähnige supplication zu lassen abgehen, mit höchster dehmütigster Pitte, an Hochermeldten Rath dieser löbl. Stadt, für uns ein Collect einzulegen, dahin gehend, dass Hochgemeldter Rath uns für Hochstgedachte Ihro Königl. Mayst. unterthanen, als wir sind, möchte erkennen, und uns desswegen die hohe und grose Gunst erzeigen zwischen ihren Wallen und Mauren bey unsern Glaubensgenossen sambt Frauen und Kinder zu lassen wohnen, so lange, biss der Alwaltige Gott, die überfallende und mit Soldaten überhäufete Länder wiederumb mit gnädigen Augen angesehen und von der grosen Trangsahl entfreyet, So er unzweifentlich auf vieler Menschen Seuftzen und Webeklagen in Kurtzen thun wirdt. Wir geloben hiemit an, in Zeit wir anitzo in dieser Stadt sein, keinen Handel noch Wandel irgendt womit Nahrung za thun anfangeil wollen, sondern um unsere und der Unserigen Leiber darinne ufhalten, und wan nun Ew. Edl. Hochgel. Gestr. uns also bekandtlich machen, und ferner ein solch gesuchetes Collect für uns ein!egen werden; So zweifeln wir nicht, Vorhochermeldter Rath, als doch in allerweldt bekandte Mitleidenliebe und Barmhertzige Hern, werden uns deroselben lassen geniesen. und wass für uns gesuebet, günstig deferiren; und solches umb so viel mehr, weil in der nehe in gantz Teutscblandt kein Orth, da wir hinfliehen und uns für Soldaten salviren könten. Wir seind solches umb Ew. Edl. Hochgl. Gestr.. wie auch umb Einen Ehrenv. Hochw. Rath in aller Untertähnigkeit wiederumb euserstes vermügen zu vordihnen erpöttig, und wollen wir den Almecktigen Gott getrewlich und Embsiglich anrufen, dass er sie allerseits bey glücklicher Regierung und lang-