Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1904
- Issue
- 1 (1904) Heft XIII
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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— 37 — ,.er (Haman) hat gehat schöne gel kraus Har“ 225. Haman spricht von seinem ״blitz blossen Schwert“ S 222, ebenso C 10, ״mein blank blosses Schwert4' S 221. ,,schliess zu dein blitz garstig Mund“ S 210. ״Ach Leid, du nit mehr zu derleiden“ C 32. Aus der vorstehenden Vergleichung geht die Verwandtschaft unserer drei Versionen zur Genüge hervor, zugleich aber auch, wie verwickelt die Fäden sind, die sich von einer zur andern spinnen, und dass der älteste Druck nicht immer die älteste und beste Fassung enthält. Die Verwandtschaft lässt sich nicht näher definieren, denn als Abstammung aus einer gemeinsamen ziemlich weit zurückliegenden Quelle, und beruht, wie die Art der Abweichungen schliessen lässt, auf einer Fortpflanzung durch mündliche Ueberlieferung. Mit dieser Annahme ist nicht unvereinbar, dass auch ab und zu eine Fixierung durch Schrift und Druck erfolgte. Genaueres und Abschliessendes hierüber, sowie die Antwort auf die Frage, ob in der Tliat allen Fassungen des Spieles eine einzige Urform zu Grunde liege, könnte nur eine Vergleichung sämtlicher vorhandenen Aufzeichnungen ergeben, zu der ich mit diesen aphoristischen Bemerkungen gern den Anstoss gegeben haben möchte. Glasmalereien der neuen Synagoge in Szegedin ד. Die Fenster der beiden Langseiten der Synagoge sollen den Festcyklus des synagogalen Jahres darstellen. — Der Oyklus beginnt mit dem Werktage im Südosten und sehliesst mit Purim und Chanuka im Nordwesten. — I. Dreiteiliges Fenster: Der Werktag. Darstellung des Bibelverses: ״Dornen und Disteln soll dir [die Erde[ tragen, und du sollst das Kraut des Feldes essen; im Schweisse deines Angesichtes sollst du dein Brot essen“. — Der mittlere Teil des Fensters zeigt einen arabischen Holzpflug zwischen Weizenähren, die beiden Seitenteile Distelgewächse (Eryngium). — Im mittleren Giebelfelde Gebetriemen und Sehaiifäden, rechts und links Sammelschüsselchen. — Die innere Bordüre aller drei Fenster bilden als Darstellung der Woche je sechs Distelköpfe und eine Weizenähre. — Die äussere Bordüre, die an allen Fenstern gleich ist, wird aus den Lilien der Hasmonäer-Miinzen gebildet, nur in die Ecken kommt der achteckige Stern der Königin Salome. [Taf. 3.] *) Dies ist die Heft X S. 121 in Aussicht gestellte Arbeit, zu welcher aus unseren Sammlungen ein wenig beitragen zu können, wir uns freuen durften. D, Red.