Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 2 (1903) Heft XII
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 101)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2642950-2642966-2642968--1150-2644084- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
98 auswärts. Die Dreigemeinden senden jede ihren Bedienten an ihn, um ihn zur Rede zu stellen. Herschel, davon benachrichtigt, ruft, als die Bedienten hei ihm eintreten, zum Fenster hinaus um Hilfe, so dass diese unverrichteter Sache abziehen müssen. Die Aeltesten schicken nun H. den Befehl, innerhalb sechs Monaten die Gemeinde zu verlassen. Am 8. März trafen Briefe ein. in denen der lothringische OR. Xehem. Raischer und sein Vorgesetzter, der OR. von Metz, Sam. Heilmann, ihm ihren Beistand zusagten. Der letztere hatte in Elsass-Lothringen Haus für Haus nach Amuletten von Eyb. suchen lassen. Es wurden 10 Stück aufgetrieben und ״eine Cantate (in Copia), die Eyb. zu seiner Zeit in Metz verfertigte und hin und wieder ausgeteilet, auch viele des Orts selbige zur Ehre Gottes in ihren Häusern gesungen.64 Diese Sammlung wurde Herschel mit genauer Angabe der Empfänger und derzeitigen Besitzer der Amulette zugestellt. Die Cantate war nicht kabbalistisch gehalten, aber auf den ersten Blick als eine Hymne auf Sabb. Tsebi zu erkennen. Die Amulette enthielten nur mit anderen Buchstaben dasselbe, wie das Mamules'sche. Fünf weitere Amulette aus Metz sandte Herscliels Schwager, der Amsterdamer OR. Löbel Schaul, darunter eines, welches Eyb. einem Elsässer gegeben, um Gespenster aus seinem Haus zu vertreiben. Diese Gespenster entpuppten sich dank den! Spürsinn eines Bäuerleins als Frösche, welche unter dem Fussboden vergraben waren. Copien dieser Amulette verbreitete Herschel, und selbst ein eifriger An-!länger Eyb.’s, der Altonaer Vorsteher Jos. Is. Getting, soll dadurch an Eyb. irre geworden sein. Als nun Eyb. gar am 1. Xisan (27. März), einem Sabbat, in der Synagoge seine Gegner exkommunizierte, obwohl dies weder am Sabbat noch an einem Monatsanfang oder im Monat Xisan geschehen sollte, wurden seine Chancen so ungünstig, dass sein engerer Anhang zu einem Gewaltakt seine Zuflucht nahm. 150 Personen verpflichteten sich am 28. März, auf Tod und Leben unter jeder Bedingung für Eyb. gegen welchen Feind auch immer einzustehen. Dieses Komplott richtete sich in erster Reihe gegen die Aeltesten Jac. Meyer, Gottsch. Levi und Marc. Sam. Heckscher und den Beisitzer Jos. Is. Getting von der Alton. Gemeinde, sowie gegen den Hamb. Vorsteher Mos. Ahron, dessen Sohn an dem Gottesdienst bei Herschel teilgenommen hatte1). Man wandte נ) Wer von dem Komplott zurücktritt, hat 500 Rtlr. Strafe zu zahlen. Man wählte 5 Deputierte, welche alle zwei Jahre bestätigt oder durch Xeugewählte ersetzt werden sollten. Jeder Opponent ist von jedem Ehrenamt in der Gemeinde auszuschliessen. Die Urkunde trägt folgende 150 Unterschriften: Abraham, Zach. Meyr Alexander, Lemel Avigdor, Isr. Bahr ach, Mos. Balirfuss, Herz Bendix Benedix, Joel Xath. Benjamin, Sal. ״ Hersch Berend, Dav. Blad, Hersch Castel, Sim., Dr. med. Choen, Heyman ״ Is. ״ Xachum ,, Jos. ״ Mos. Göpel ״ Mich. Jos. ״ Jac. Bezalel ״ Benedix ״ Dav. Sam. Daniel. Jos. David, Mos. Delbaneo, Sim. Mich. Levy ״ Sim. Levy ״ Mich. Levy ״ Elias Levy Elias, Isr. Frenckel, Sal. Friedburg, Wulf Jos. ״ Hertz Wulf Fürst, Jerem. Rüben ״ Meyr Rüben