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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1903-01-01 · 2 (1903) Heft XII · p. Seite 28

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1903
Issue
2 (1903) Heft XII
Date
1903-01-01
Page
Seite 28 (sequence 31)
Language
German
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28 die Altona-Hambg. Gemeinde 1672 von Hinrich Huge erworben hatte. Den Alton. Juden war 1610 die Einrichtung einer Synagoge gestattet worden (H. Wichmann, Gesch. Altonas 38). Doch bald regte sich in den Hamburgern der Wunsch, in den Mauern ihrer Vaterstadt ein eigenes Gotteshaus zu besitzen. Die Aeltesten Zach. Daniel und Abr. Jacob von Halle mieten am 31. Okt. 1719 auf dem Altenwall ein Haus zur Synagoge, müssen jedoch am 4. Dez. den Mietscontract der Behörde ausliefern. 1725 d. 14. Sept. wird, wie so oft. eine Anzeige der Geistlichkeit, die Juden hielten sich unerlaubte Gotteshäuser, wieder als hinfällig erwiesen. 1727 d. 16. April meldet das geistliche Ministerium, die Juden hätten sich in der Peterstr. einen grossen Saal mit Galerien für über 40 Personen als Betstätte einrichten lassen. Es stellt sich heraus, dass es sich nur um ein Zimmer von 26 : 40 Fuss handelt, welches in 2 Abteilungen geschieden ist. 1731 d. 28. März wird der Behörde angezeigt, ״im Zuckerbäckerhof auf dem Dreckwall habe Josef Heinemann ohne Erlaubnis eine Synagoge angelegt. “ Auch sonst nahm die Behörde Gelegenheit zur Einmischung in die religiösen Angelegenheiten der Gemeinde1). 1770 beschuldigt man die Juden der Verfolgung eines Apostaten. Vor allem bildet der Bann einen Gegenstand beständigen Zwistes (Aus d. Hamb. Staatsarchiv)2). 1790 wird (St.-Arch. CI. VII Hf 5 Vol. 7) die rasche Beerdigung verboten (vgl. Hamb. Adress-Comtoir Nachrichten 7. Juni 1790 u. Hamb. Correspond. 6. u. 26. Febr. 1788) 3). Unablässige Hetzereien führten sodann zu einem Krawall, dessen Andenken unter dem Namen ״Gezerath Hengelpöttche“ noch heut in der Ueberlieferung des Volkes lebendig ist (vgl. Grunwald, Der Hamburger Judentumult i. J. 1730). Am frühen Morgen des 26. August 1730 war an allen Strassenecken Hamburgs folgender Anschlag zu lesen: ״Nachdem Stadt-Kiindig, welchergestalt schon einige Tage her, insonder־ heit am gestrigen Abend, eine grosse Menge von allerhand Gesindel sich zusammen rottiret, und, so viel an ihnen gewesen, Tumult, Meuterey u. Aufruhr in dieser guten Stadt zu erregen getrachtet, auch durch Steinwerfen, Geschrey u. unsinniges Lermen, bereits den Anfang dazu gemacht, und ohne Zweifel weiter gegangen, u. die gantze Stadt und alle deren Bürger u. Einwohner in Unruhe u. Unsicherheit würcklich gesetzt haben würde, woferne nicht E. E. J) EU Nr. 5 vol. lb spricht von einer Verhandlung wegen einer angeb־ liehen Marranenbeschneidung (23. Juli 1652). 2] 1750 5. Sept. ergeht an Elamburg, Frankfurt a. M. u. Worms ein kaiserl. Rescript, in Sachen des Frankf. Schutzjuden u. kais. Hoffactors David Meyer Juda contra Behr. Löw sich nicht mit dem Banne zu übereilen (Nr. 5 Vol. lc—8). ך Hamb. 20. Dez. 87 hatte Abr. Isr. Baruch gegen ״die schleunige Beerdigung;i bei der Behörde Protest eingelegt. Dr. Wolf schrieb dafür.

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