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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1903-01-01 · 1 (1903) Heft XI · p. Seite 80

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1903
Issue
1 (1903) Heft XI
Date
1903-01-01
Page
Seite 80 (sequence 80)
Language
German
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80 Wollt Gott, ich war ein kleins Vögelein . . . gar lieblich wollt ich mich schwingen . . . U III. 202. - Die Lieder Nr. 005 und 306: ״. . . Wu nehmt men Geltele, Oi. Senderke mein Mann? Bei’n Poriz’l, bei’n Poriz’l, mein Weibele u. s. w.“ . . . Beim Poriz’l i: do a Hintele, Senderl mein Mann! Nehm a Steckele. mein liebe Weibele u. s. w.a erinnern durch ihre Form, eine Kette von Fragen und Antworten, von denen eine die andere hervorruft, an das bekannte: Wenn der Topf aber nu ä Loch hat, lieber Heinrich? Stopfs zu, liebe Lise . . Dünger, Kinderlieder a. d Vogtlande Nr. 93. EB Nr. 174-1. — Endlich die mit nicht zu ihnen passenden Fuhrmannsliedern verquickten Strophen in Nr. 323, 024: ״Will ich sein a Chasn. Hob ich uit kejn Kol, Will ich sein a Schuster, Hob ich nit kein Ohl, Will ich sein a Schmied. Hob ich nit kein Kowadle*‘ ( — Amboss) u. s w. Soviel über die Lieder deutschen Ursprungs. Auch den übrigen Liedern liesse sich noch mancher interessante Aufschluss abgewinnen. Wir widerstehen jedoch der Versuchung, um diese Skizze nicht zu einem Buche aiischwelleu zu lassen, und verweisen den Leser auf das unmittelbare Studium des Werkes. Nur auf zwei Punkte sei noch kurz aufmerksam gemacht : auf das Fehlen rein erzählender, balladenartiger Lieder und auf die zu einem Umfange und einer Mannigfaltigkeit, wie sie sonst nirgends anzutreffen ist, entfaltete maccaronische Dichtung. Da giebt es neben russischen Liedern, in denen nur die spezifisch jüdischen Begriffe durch hebräische Wörter ausgedrückt sind, und einem ähnlich mit hebräischen Ausdrücken durchsetzten religiösen Lied aus Kurland in hochdeutsch sein sollender Sprache solche, in denen jüdischdeutsche mit russischen, kleinrussischen oder hebräischen, oder russische mit hebräischen Zeilen abwechseln, mehrsprachige auf dieselbe Weise aus russischen, polnischen und hebräischen, oder polnischen, russischen, kleinrussischen und hebräischen Versen zusammengesetzte Lieder, endlich gar ein aus je einer jüdischdeutschen, russischen, polnischen, litauischen und samogitischen Strophe gebildetes Lied. Man legt das Werk der Herren Ginsburg und Marek trotz seines reichen Inhalts nicht, wie die übliche Phrase lautet, mit Befriedigung aus der Hand, sondern mit dem Wunsche nach ״mehr”. Worin dieses Mehr, das sie uns recht bald bescheren mögen, zu bestehen habe, ist bereits oben ausgeführt worden. A. Landau. Eingänge und Erwerbungen. ס ס o Namen der Spender: Jac. Bing. Altona ( □ — Jon. Bing, Hambarg xx/\ — Dr. J. Chazanowicz. Bialystok \/\/ — D. Cohen. Altona Q'y7 — Ahr. Danziger. Hamburg F7A — Dir. M. Deutschländer. Hamburg /yx — B. Fei weh Benin □□ — L. Friedenheim, Hamburg □>־ — Aus dem Nach-; lass des Herrn William Haarburger. Hamburg x — J. Hecht. Hamburg xxi j

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