Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 2 (1902) Heft X
- Date
- 1902-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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- Homer 1× ep/1025156
- Sousse 1× ep/1045746
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Kayser C., Gebrauch von Psalmen zur Zauberei (im Anhang zu cod. Sachau 918 der kgl. Bibi. Berl.: Zeitschr. der Deutschen Morgenl. Gesellschaft 1888 LXH, S. 456 ff. [Kaiser] Kraus F. X., fteal-Encyklopädie der christlichen Alterthümer, Freiburg 1882/6 [Kraus] Mitteilungen der Gesellsch. f. jüd. Volksk. [M.] Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft desJudenthums(passim)[Af5.] Schwab M., Vocabulaire de l’Angölologie, Paris 1897 [Schivab] Wohlstein J., Dämonenbeschwörungen aus uachtalmud. Zeit, Berl. 1894 [Wohlstein]. (A, J9, S, ms s. unten S. 91, H 603: S. 90.) Unter Bibliomantie versteht man die Verwendung von Büchern, im Besonderen der Bibel, im Dienste der Zauberei. Wie die Inder die Veden (Stenzler in den ״Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes״, Leipzig 1878, VI), wie die Griechen den Homer1), die Börner Ovid und, hierin Vorgänger des christliehen Mittelalters (sortes Virgilianae), Virgil (Friedländer, Sittengesch. Borns III 301), so benützten und benützen zum Teil noch Juden das alte, Christen das alte und das neue (Heim 520) Testament2), Muhammedaner den Qoran (Bubin, Geschichte des Aberglaubens 132)3), um sich daraus Bat oder Aufschluss zu holen oder, sei es mit dem Ganzen des heiligen Buches, sei es mit einem seiner Teile oder auch nur mit einzelnen daraus entnommenen Versen, Versteilen oder Worten (bes. Namen) eine zauberische Wirkung auszuüben. ‘Den ersten Spuren jüdischer Bibliomantie, die sich heute auf gewisse Kreise der osteuropäischen und asiatischen Juden beschränkt, begegnen wir bereits in den Zauberpapyris, welche man 1889 und 1890 in der grossen Totenstadt des alten Hadrumetum und in Aegypten gefunden hat4). Sie stammen aus einer Zeit, da der biblische Kanon noch nicht abgeschlossen war. Dax) Vgl. bes. Pap. Lond. CXXI bei Deissmann 8. — Heim 514. — Jb. 496: ein Vers aus Homer gegen Au gen schmerzen bei Marcellus Burdigalensis. 2) Kraus s. v. Lose II 344 vgl. 1 153 (sortes Sanctorum, Evangedorum). Hefele, Conziliengesch. II 474. — Kayser veröffentlicht ein syrisches Simnius thillim (s. unten) für Geistliche, möglicherweise die Vorlage des unseren.— — Wuttke, Der deutsche Volksaberglaube §§ 199, 511. — Das Vaterunser als Zauberspruch in einem Papyrus: Archiv für Papyrusforschung 1901 S. 429 ff. Zur Zeit des Chrysostomus, des Hieronymus und Augustin wurden Verse aus den Evangelien zu Amuletten verwendet, so gegen Blutverluste Matth. IX 18—22, Johann. XVIII 23 usw. 3) Das Glücksrad der Araber auch bei den Deutschen: Götzinger, Reallex. der deutschen Altertümer 2 300. 4) Ueber die ephesischen Zauberschriften (darin u. a. Cant. VI, 8: Sisim hemma mulchos usmonim pilagrim velamos ein mispar), nach Deissmann, S. 5 ähnlichen Inhalts wie die ägypt. Zauberpapyri, s. Stickel J. G., De Ephesiis litteris linguae Semitarum vindicandis, Jenae 1860.