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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 1 (1902) Heft IX · p. Seite 74

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
1 (1902) Heft IX
Date
1902-01-01
Page
Seite 74 (sequence 79)
Language
German
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74 18601). Ganz ähnlich war auch der Studiengang des 1822 zu Sontheim bei Heilbronn geborenen Albert Güldenstein. Auch er war zuerst Graveur in einer Fabrik, dann Ciseleur bei Schwanthaler, der ihn bald zu Bildhauerarbeiten verwendete. 1843 besuchte er die Stuttgarter Kunstschule und erhielt hier ein Staats- Stipendium und. bald darauf den Michael Beer Preis. Er fertigte den figürlichen Schmuck des Hauptbrunnens für die kronprinzliche Villa bei Berg, ״drei durch grosse Naturwahrheit ausgezeichnete Tiergruppen41 für das königliche Lustschloss Wilhelma und eine Triumphfontaine Kaiser Napoleon III., ״ein sinnig und originell konzipiertes Kunstwerk“ 2). Der 1815 zu Satorlja-Ujhely geborene Joseph Engel hingegen verfertigte ursprünglich Schnitzarbeiten, die in Pressburg Aufsehen erregten, was ihn veranlasste, 1832 die Wiener Akademie zu besuchen, wo er mehrere Preise erhielt. 1836 besuchte er die Londoner Kunstschule und wandte sich 1847 nach Rom, wo er für den Prinz-Gemahl Albert das Modell einer Amazonengruppe in Marmor ausführte. Von seinen vielen weiteren Arbeiten sei hier nur noch das Denkmal des Grafen Sz6chenyi genannt. Er starb im hohen Alter von 86 Jahren 19013). Auch des 1818 geborenen französischen Bildhauers Antony Samuel Adam-Salomon kann hier noch kurz Erwähnung geschehen, da er bereits um 1840 zu arbeiten begann und, wie Müller (Knstlrl. d. Ggnw.) sagt gleich sehr glücklich mit einem Medaillon von Beranger debütierte, während seine Hauptthätigkeit allerdings erst der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angehörte, eine Zeit, die uns hier nicht zu beschäftigen hat.4) Wenn die Anzahl der hier genannten älteren Künstler nicht eine ungleich grössere ist, so liegt dies nur daran, dass sicher sehr viele derselben, wenn auch nicht als Künstler, so doch als Juden, in Vergessenheit geraten sind, da alle vorhandenen Künstlerlexika bei den jüdischen Künstlern, die sie aufführen, nur ganz ausnahmsweise des Umstandes Erwähnung thuen, dass die Betreffenden Juden waren. Wenn der erfreulicherweise wieder mehr und mehr erwachende Sinn für die jüdische Geschichte erst dazu geführt haben ,wird, dass uns aus allen grösseren Gemeinden Monographien vorliegen, wird uns sicher hierdurch noch von einer grossen Anzahl solcher, bisher nicht als Juden gekannter Künstler Kunde werden. Inzwischen würde der Verfasser jede verbessernde oder ergänzende Mitteilung dankbarst begrüssen. ג) Oester. Wochenschrift. 1890. S. 6 f. 2) Müller. Künstlerlex. u. Allg. Zeit. d. Jdnt. 1854 Nr. 22. מ) Müller. Künstlerl. d. Ggnw. 4) Kahn, Les Juifs a Paris. S. 169.

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