Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 2 (1901) Heft VIII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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166 an den romanischen Styl. Zwischen den pflanzenartigen Verzierungen hatte der Maler Räder angebracht, gestützt auf verschiedene phantastische Tiere, welche, obgleich ohne jeglichen Kunstwert, dennoch dem damaligen Geschmacke angepasst sind. In diese Räder sind verschiedene biblische Sprüche eingraviert. Die Zimmerdecke ist ebenfalls ihrer ganzen Fläche nach mit Pflanzenornamenten bedeckt, und auf dem äussersten Gipfel erscheint eine hebräische Aufschrift, die besagt, dass der genannte Saal im Jahr5472(-1712) renoviert wurde. Die Renovierung der ganzen Synagoge in Zabludowo wurde das letzte Mal im Jahre 5525 (-1765) vorgenommen,, worüber die hebräische Inschrift, welche im Hauptflur augebracht ist, uns auf klärt. Wann eigentlich die genannte Synagoge erbaut wurde, weiss man nicht genau. Ein furchtbarer Brand, welcher Ende des vorigen Jahrhunderts den grössten Teil des Städtchens vernichtete, hat Figur 9. Die sog. Bema. auch das Archiv der dortigen jüdischen Gemeinde nicht verschont. In! Folge dessen gingen alle ihre Akten sowie die Privilegien und Dokumente verloren Gerettet wurde nur ein Buch (״Pinkas44), in welches die Altesten der Gemeinde die wichtigsten, diese betreffenden Angelegenheiten einzuschreiben pflegten. In diesem Buche also, dessen Anfang fehlt und das von der Zeit sehr mitgenommen ist, fanden wir aus dem Jahre 5406 (1646) die Gemeindebestimmung über den Anbau einer weiteren Frauenabteilung im Parterregeschosse, wahrscheinlich derjenigen Abteilung, welche unter Fig. 7, B1 hier wiedergegeben ist. Hieraus ist zu entnehmen, dass das Hauptschiff der Synagoge in Zabludowo viel früher als 1646 existiert hat. Daselbst ist bis zum heutigen Tage ein schön im Renaissancestyl ausgehauenes silbernes Blech mit dem Datum 1652 aufbewahrt,• das von einer frommen Frau für die Synagoge ge-