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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1901-01-01 · 2 (1901) Heft VIII · p. Seite 165

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1901
Issue
2 (1901) Heft VIII
Date
1901-01-01
Page
Seite 165 (sequence 56)
Language
German
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165 Dieser Bau von vornehmer Form ist ganz aus Eichenholz und hat mit den Treppen 5.m Länge und beinahe 23/4 m Breite. In der Mitte steht ein Tisch, auf welchem während der Toravorlesung die Torarolle liegt. Die im Laufe des vorigen Jahrhunderts vielfach vorgenommene Bestauration des Baues trug dazu bei, seinen ursprünglichen Charakter etwas zu verwischen. Anbei geben wir (Fig. 9) die besondere Zeichnung und be־ merken dabei, dass dieser Bau ״Bema“ genannt wird und dass einzelne Vorspränge Spuren früherer Vergoldung tragen, so hauptsächlich die drei Kuppeln, welche auf drei gedrechselten Säulen ruhen. Das schönste Werk im Innern der Synagoge in Zabludowo ist zweifei־ los der Aron hakodesch oder der Schrank zur Aufbewahrung der Gesetzesrollen, der an der Wand gegenüber dem Haupteingange angebracht ist*. Aus Eichen- und Fichtenholz gearbeitet, hat derselbe 172 m Breite, 972 m Höhe und 1 m Tiefe, den Untersatz und die kleine Treppe nicht mit eingerechnet. Die Hauptaufmerksamkeit lenken drei geschmackvolle, aus Eichenholz geschnitzte, reich vergoldete Ornamenteauf sich, nämlich die Hauptthür, die mittlere Füllung und der im oberen Teile zwischen den Pfeilern angebrachte siebenarmige Leuchter, der von Schlingpflanzen־ artigen Verzierungen umgeben ist (Fig. 8). Dieses ganze Stück ist in der That ein vornehmes Werk eines tüchtigen Künstlers. Es ist im italienischen Renaissancestyl ausgeführt. Die reich und ausschliesslich pflanzenartig ver־ zierten Ornamente sind in edlem Styl gehalten und vornehm geschnitzt. Es ist nur zu bedauern, dass die Vergoldungen an vielen Stellen verwittert sind. Hier müssen wir auch noch das Sitzungszimmer erwähnen, welches sich in einem separaten, viereckigen Anbau befindet (Fig. 7, C), und das in mancher Beziehung eine gewisse Originalität nicht entbehrt. Die Wände dieses Raumes sind nämlich gänzlich von oben bis unten mit phantastisch sich windenden Blumen in Wachsfarbe gemalt, wobei meist die blassbraune und blassgrüne Farbe hervortritt. Der oben laufende Fries erinnert in etwas Fig. 8. Holzschrank, in welchem die G-esetzesrollen aufbewahrt werden.

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