Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 2 (1901) Heft VIII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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163 eine einfache Zeichnung, welche wir nicht selten bei späteren hölzernen Gebäuden wieder bemerken. An demselben Anbau zeichnet sich noch die Spitze des einen vierkantigen seitlichen Nebengebäudes aus (Fig. 3 rechts), deren Abbildung wir ebenso (unter Fig. 5.) wie auch die eines der vier Kunden Fenster im selben Nebengebäude (Fig. 1.) in grösserem Formate geben. Inmitten der erwähnten Fenster finden wir als Ornament den sog. Davidsschild. Andere innere Verzierungen besitzt gegenwärtigdie Synagoge im Zabludowo nicht mehr. Nur die Gallerien, die mit stark geschnitzten Lehnen verziert waren und früher beinahe das ganze Gebäude umgaben, haben teilweise Spuren davon liinterlassen. Es giebt von verschiedenen Seiten Eingänge in das Innere des Gotteshauses, nämlieh ein Haupteingang für Männer und zwei für Frauen in die seitlich gelegenen Parterrenebengebäude (Fig. 2 und 4); ausserdem führt noch ein besonderer Eingang durch die gedeckte Treppe zum ersten Stockwerk des vorderen Nebengebäudes mit Balkon (Fig. 4), welches ebenfalls für Frauen bestimmt ist. Es scheint, dass dieser Teil des Stockwerkes gleichzeitig mit dem mittleren Schiffe erbaut wurde, da dieselben fest aneinander schliessen. Ersterer wird dennoch von der Synagoge durch eine Holzbalustrade in der Weise abgeteilt, dass die Frauen, auf der Gallerie sitzend, frei der Andacht beiwohnen können, ohne von unten gesehen zu werden. Die erwähnte Balustrade Fig. 5. Der Dachgiebel. Figur 6. Balustrade. reicht bis zum Anfang der Wölbung, hat originelle Formen, und das Gebälk ist durch schweres Schnitzwerk, phantastische Tierköpfe darstellend, verziert (Fig. 6). Mit dem Anwachsen der jüdischen Bevölkerung in Zabludowo stellte sich die oben geschilderte Frauen-Gallerie als zu klein heraus, und dies hat höchstwahrscheinlich die Gemeinde gezwungen, die bereits oben erwähnten länglichen Parterrenebengebäude an beiden Seiten des Hauptschifies zu ihrem ausschliesslichen Gebrauche anzubauen.