Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 2 (1901) Heft VIII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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162 hier und da durch schwerfällige, aber schöne Schnitzereien verziert sind. Die spitzen Dächer dieser Türme ruhen auf geschmackvoll ausgeführten Hauptgesimsen. Das ganze Gebäude hat ein schönes und ehrwürdiges Aussehen und ist zweifellos das Werk eines gediegenen, uns freilich unbekannten Zimmermannes. Eine ausführlichere Erwähnung verdient ihrer originellen Bauart, sowie ihrer Schönheit wegen die alte hölzerne Synagoge in Zabludowo 1). Die hier beigefügten Abbildungen, nach Photographien ausgeführt (siehe Fig. 22), 3. und 4.), von drei verschiedenen Seiten aufgenommen, zeigen, dass dieses Gotteshaus, ähnlich wie die bereits geschilderten, ans einem geräumigen Mittelschiff besteht, umgeben von verschiedenen Anbauten von verschiedener Form und Dimension und, wie wir später sehen Figur 4. Synagoge in Zabludo wo. werden, verschiedener Bestimmung. Das ganze Gebäude wurde aus Lärchenholz gebaut, nur in einzelnen Teilen finden wir als Spuren der späteren Kenovirung Eichen- und Fichtenholz verwendet. Von den inneren Verzierungen sind erwähnenswert ein Fries, welcher sich um das Mittelschiff unter dem Dache zieht, sowie die Spitze des Hauptdaches. Die kunstvoll gelegten, vielfarbigen Hölzer bilden *) Zabludowo in Lithauen, ein Städtchen des Grodner Bezirks, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch Gregor Chodkiewicz, Marschall im Herzogtum Litbauen, gegründet, welcher hier eine römische und eine griechische Kirche und ein Hospital im Jahre 1568 baute. Die Radziwills brachten nach Zabludowo die Calvinisten. Das Städtchen wurde im Jahre 1659 durch Chowanski zerstört. — '2) Hier weggelassen.