Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1901
- Issue
- 2 (1901) Heft VIII
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Zur jüdischen Namenkunde. Vom. Herausgeber. I. Die Grottesnamen in den Eigennamen des Alten Testaments.ג) Abkürzungen: BAK Berichte der Berliner Akademie der Wissensch. CIS Corpus inscriptionuni semiticarum. Dhahabi =: Dhahabi ed. de Jong, Leyden 1881, 44 fg. Gr. Eigenn. Grunwald M., Die Eigennamen des A. Test., Bresl. 1895. Gr. Frauenn. Grunwald M., Die hebräischen Frauennamen. Gr. Bezieh. Grunwald M.. Ein Wort über die religionsgesch. Beziehungen der Semiten (Monatsschr. f. d. Wiss. d. Judenth., Jahrg. 37): Hommel Babyl. Hommel F., Gesch. Babyloniens und Assyriens. Hommel Chr. Hommel F., Südarab. Chrestomathie, Münch. 1893. J Tetragrammaton. K Peiser, Kujundschikgallerie. KAT Schräder, Keilsehr. u. das Alte Test. KB K ei!schriftliche Bibliothek. REJ Revue des Stüdes juives. Z (ZDMG) Zeitschrift der deutschen morgenl. Gesellschaft. ZAW Zeitschr. f. alttestam. Wissenschaft. Die Durchforschung der jüdischen Namen, eines der ertragreichsten Gebiete unserer Volkskunde, hat naturgemäss bei den Eigennamen des Alten Testamentes einzusetzen. Bilden diese doch heute noch einen beträchtlichen Bestandteil der von Juden getragenen Namen und vor allem den Grundstock jener Vornamen, welche die heutigen Juden Westeuropas im Gegensatz zu ihren bürgerlichen als ihre jüdischen Namen zu bezeichnen pflegen. Diese sog. jüdischen Namen verraten jedoch zum grossen Teil auf den ersten Blick ihre fremde Herkunft und zeigen sq, wie die Juden schon seit den ältesten Zeiten für ihr Kind nichthebräische, nicht selten sogar religiös recht bedenkliche Namen ohne Bedenken gewählt haben. Ja, selbst die hebräischen, in der Hauptsache alttestamentlichen Eigennamen erweisen sich nicht durchweg als ausschliesslich jüdisehen Besitz. Schon die altertümliche Sprachbildung, die in den meisten zu tage tritt, und die Wiederkehr so vieler in den verschiedensten semitischen Sprachen deuten auf eine Zeit ihrer Entstehung hin, welche der Loslösung Israels (als Volk wie als Religionsgemeinschaft) aus einem grösseren Zusammenhänge vorausgegangen sein muss. Sicherlich haben Israeliten auch späterhin genau so wie heut zu tage ihren Nachbarn Namen entlehnt, ohne sie auf ihren Wortsinn zu prüfen. Hierzu kommt die Wandelbarkeit der Begriffe, welche den Namen ursprünglich innewohnten. Dass aber jene Elemente, welche zu dem centralisierenden Religionsgedanken in bewusstem Gegensätze standen, sich Namen wählten, die ihren besonderen religiösen Anschauungen entsprachen, versteht sich von selbst. ף Die Veröffentlichung dieser Arbeit, welche in der Hauptsache bereits 1893 druckreif vorlag, hat sich aus mancherlei Gründen bis heut verzögert.