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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1900-01-01 · 2 (1900) · p. Seite 137

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1900
Issue
2 (1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 137 (sequence 42)
Language
German
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137 Das Messen.1) Von Geh.-Rat Prof. Dr. Lazarus, Meran. In Gross- und Klein-Polen bestand (besteht?) die Sitte: Ist eine schwere Krankheit oder Kindesnot in einer Familie, dann lässt diese mit Baumwollenfaden den Umfang des Friedhofes messen. — Die Baumwolle wird als Docht zu Lichtern verwendet, welche dann der Synagoge geschenkt werden. Dies letztere bedarf keiner Erklärung; aber: Frage: welchen Sinn mag dieses Messen als Heilbrauch? oder quasi als Gebetsform haben? d. h. welcher Zusammenhang mag zwischen der Messung und der ersehnten Heilung stattfinden? — Giebt es noch andere Bräuche des Messens überhaupt und des Friedhofmessens insbesondere und bei welchen Anlässen? So viel ich mich erinnert, wurden bei uns (Filehne, Posen) ausser dem Umfang des ganzen Friedhofes auch der einzelner Gräber — naher Verwandten des Kranken oder hervorragender Männer und Rabbiner u. dgl. — gemessen. [Es wird dem Tode gleichsam sein ״Acker“, sein Reich abgekauft und er dadurch des Rechtes und der Macht beraubt, wen er will, also in diesem Falle den betr. Schwerkranken, zu holen. Vielleicht liegt jedoch nur eine Art Uebertragungszauber vor. Die Krankheit wird durch die symbolische Handlung auf die übertragen, denen sie nicht mehr schaden kann, nämlich auf die Toten. Vgl. Chatham Sofer RGA, Jore de'a Nr. 339 und Mitteil, der Schles. Ges. f. Volkskunde 1896 S. 48: ״Das Grab, über welches ich schreite, das Leiden, welches ich an mir habe, weiche . . .“ Das Ueber sehr eiten der Gräber wird nun im jüd. Brauche durch Um schreiten ersetzt. D. Red.] Eingänge. Von den im beiliegenden Verzeichnis unserer Sammlungen aufgeführten Gegenständen (M Mueeum, B Bibliothek, H Handschriften) schenkten seit Abschluss des V. Heftes die Herren: Dr. A. Berliner, Berlin: M 269. B 373. Rud. Levy, Hamb.: M 268. 276. 278. B 285. 286. 287. 288. 290. 297. 302. 304. 326. 828. 333—335. 363-365. 367—370. H 231. 232. 235. 238-243. L. Friedenheim, Hamb.: M 275. 279. 280. B 289. 291 — 295. 309. 329—332. 350. H. 236. 237. Dr. Klee, Bonn: B 283. 284. 296. 301. 305. 307. 310. 317. 325. 336. 376-379. 381—385. E. S. Scheinfinkei, Warschau2): B 280. 281. 311327 .324—318 .316־. 337. 340. 341. 343-344. 347—349.351—359. 361. 366. 374. 380. 386 -397. 401. Dr. J. Cha&anowitsch, Biaiystok: M 285. 286. B 298. *303. 360. J. Hecht, Hamb.: M 274. 273. 274. G. G. Montefiore, London: B 406. J..H. Wagner, Berlin: M 27^. B 342. 346 Rabb Dr. Eschelbacher, Berlin: B. 308. J. Tarlau, Hamb.: M 272. 282. 287. B 299. 300. 404. J. Rosemann, Hamb.: M 281. נ) Vgl• das Nähere Mitteil. V. S. 60. Ueber dieses ״Messen“ als symbolische Kaufhandlung s. Götzinger, Reallex d. deutschen Altertümer S.642. D.Red. 2) Wir entsprechen gern einem Wunsche des Herrn Sch., indem wir an dieser Stelle auf sein reichhaltiges Lager judendeutscher Schriften hin weisen.

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