Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1900
- Issue
- 1 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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85 Dass ich soll mich von seinetwegen scheehten lahn, So wolt ich es mit ganzen Hertzen thun.“ Diese Red7 hat Gott vernommen Von Isaac, dem Frommen, Und sprach: ״Abraham, Du frommer Knecht mein, Du sollst scheehten den Sohn dein״. Abraham war gach *) Und zu Gott dem Herrn sprach: ״Du lieber Gott mein, Sag mir, welcher es soll sein, Ismael, den Einen, Oder Isaac, den Kleinen, Gott der Herr sprach: ״Ich will dir geben zu verstahn Den Sohn, den Sara gewahn * 2).i; Da gieng Abraham, der Alten, Und thät Holtz spalten Und thät zu Isaac sagen, Dass er soll das Holtz tragen Und diese Sache geschwinden, Und that Isaac binden. Isaac sprach: ״Lieber Vater sey nicht karg Und binde mich nur starck, Dass ich soll nicht zappeln thun, Weil es Gott will ja von mir han“. Abraham sprach: ״Mein Kind, Strecke Deinen Hals aus geschwind!״ Abraham zuckt den Chalef 3) aus der Scheiden Und hub an zu schneiden, Da hub an ein Bissei Blut daraus zu gan Aus dem frommen Mann, Darum alle Jahr um dieser Zeit Das Blut wird in die Welt verspreut, Darum soll jeglicher frommer Mann Seyn ge warn et dran, Dass er soll seyn bereit, Kein Wasser zu trincken in derselbigen Zeit, Soll vorher werffen drein ein Stücklein Eisen. II. Thequfa. So schreiben unsere Weisen. Nun will ich euch von Thequfath Tebheth thun schreiben und sagen. x) geschwind. -) gebar. 3) Messer.