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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1900-01-01 · 1 (1900) · p. Seite 70

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1900
Issue
1 (1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 70 (sequence 70)
Language
German
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70 Montag, den 8. dieses Monates, Gänsefleisch isst, auf sein Haupt, desgleichen wenn er sich zur Ader lässt, auch droht eine grosse Gefahr der Frau oder dem Tiere, die an diesem Tage gebären, ihnen selbst oder dem Neugeborenen, und sie müssen sehr gut bei Gott angeschrieben oder unter einem glücklichen Stern geboren sein, wenn sie am Leben bleiben. 246. (ריט) Folgende 3 Tage sind gefährlich und Unglücks-' tage für jedes Unternehmen und hüte dich an ihnen vor jedem Beginnen: der achte Tag im Ijjar, wenn er am Montag begonnen hat־, der 8. Tag im Elul, wenn der 1. ein Sabbat war; der 8. Tag im Tebheth, wenn der letzte ein Montag ist. Wer an diesen Tagen zur Ader lässt, stirbt unfehlbar sogleich oder 4 bis 5 Tage darauf. 247. (רטז) An folgenden Tagen soll man nicht zur Ader lassen, da Gefahr damit verbunden ist: im Nisan: 25., Ijjar: 29., Siwan: 16., 27., Tammuz: 24., 25., 27., Abh: 20., 27., Elul: 12., Tisri: 5., Cheswan: 7., Tebheth: 19., 20., 21., 22., Sebhat: 8., 12 , Adar: 5., 6., 16., 20. 248. (ריז) An folgenden Tagen lasse man nicht zur Ader, sonst stirbt man in Kurzem* oder böse Krankheiten suchen einen heim: im Nisan: die 3 ersten und die 10 letzten Tage, Ijjar: die 3 ersten — die 10 letzten, Siwan: 3—12, Tammuz: 9—10, Abh: 9—7, Elul: 6—7, Tisri: 3—3, Cheswan: 6—10, Kislew: 5—7, Thebheth: 2 oder 20—2, Adar oder Adar II.: 5—5. 249 (ריח) Im Winter lasse man zur Ader am linken, im Sommer am rechten Arm (Merkwort: חרף שמאל קיץ ימין חשק׳יי). Auch soll man nicht zur Ader lassen am 7. Elul, 7. Tammuz, 7. Sebhat. begann aber gern mit dem Studium. Im Set. cliajje c01am (bei Grünbaum, Jüd. deutsche Chrestom. 260) heisst es: ״an heben zu lernen bis ros chodes gedenk mit in deinem Mut, den es ist al zeit gut . . . .“ — Der Sabbatausgang war von ähnl. Bedeutung für die neue Woche. Man wünschte jedem eine ״gut’ Woch“. nur nicht dem Arzte, selbst wenn man ihm noch so wohl wollte. Vgl. Wuttke 194 (aus Süddeutschl.!): wenn am Sonnabend Abend das jüngste Kind im Bette niest, giebt’s eine glückliche Woche (Dass. Mitt. I 108). 247) Der Aderlass war vor allem in Spanien im Schwange (Sprengel III, 380). Dem deutschen Volksglauben gelten die Anfänge der Monate Jan., März, Apr., Aug., Sept. u. Dez. als ungeeignet zum Aderlass. Wer ihn an diesen Tagen vollzieht, stirbt dieselbe Woche (Wuttke 100). Gegen die Bevorzugung bestimmter Zeiten spricht sich Oribasius aus (Sprengel II 258). Unter den Juden war die Kur besonders in Sura üblich, was sich aus der geographischen Lage erklärt (Joel II 38 f., vgl. Brecher 210 f.). Selbst Mar Samuel lässt in diesem Punkte sein Rationalismus im Stich (das. I, 76). Die Lehre von den kritischen Tagen (vgl. Grimm M. LII), von Galen theoretisch gestützt (Sprengel II 170). blühte besonders im 16. Jahrh. (das. III 308). Ob Amatus (das.) seine Vorliebe dafür ״seiner Erziehung in der jüd. Philosophie“ (vgl. Grimm M. 662) verdankt, bleibe dahingestellt.

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