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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 2 (1898) · p. Seite 88

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 88 (sequence 89)
Language
German
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88 widmet. Eine Einleitung giebt einen Ueberblick über das ganze Gebiet der hier in Frage kommenden Gefässe und Geräte; der Bestand an solchen wird danach im Einzelnen beschrieben, wobei der Uebersetzung der Inschriften und der Uebertragung der Daten die verdiente Beachtung zugewendet ist. Das Hamburgische Museum lässt bei der Auswahl der seinen Sammlungen einzureihenden Gegenstände den Ausschlag nicht allein durch die kulturgeschichtliche Bedeutung geben, sondern legt neben dieser Gewicht auf technisch vollkommene und geschmackvolle Ausführung und auf tadellose Erhaltung. Damit engt sich der Kreis der für die Sammlung begehrenswerten Altertümer erheblich ein, jedoch ohne dass darum die kulturgeschichtliche Bedeutung dieser Abteilung Einbusse erleiden müsste. Zu allen Zeiten ist den Bedürfnissen des Kultus, wenn auch seltener, durch Werke genügt worden, die durch ihre gute Ausführung und die gefällige Zeichnung bedeutsam sind. Eine Sammlung, die neben dem kulturgeschichtlichen Moment das technische und das stilistische betont, wird nur weit langsamer anwachsen als diejenigen Sammlungen, bei denen diese beiden Momente unbeachtet bleiben; auf die Dauer lückenhaft braucht sie darum nicht zu sein. Die Mehrzahl der jüdischen Kultgeräte des Hamburgischen Museums entstammt dem 18. Jahrhundert Nicht immer darf man sich jedoch auf die Datirung verlassen, die in den Widmungs- Inschriften gegeben ist. Gleich die hier abgebildete schöne Jad*) mit der Inschrift ״für den Ruhm des Ewigen und sein heiliges vollkommenes Gesetz (gestiftet von) S. Ehrwürden Jsak Rafael Färber und Sohn, die ihr Fels und Erlöser behüten möge", trägt als Datum der Widmung d. J. 05:18 d. i. 1778 christl. Zeitrechnung. Stünde dieses Datum nicht darauf, so würde man nicht zweifeln, diesen feinprofilirten Stab um gerade 200 Jahre älter anzusetzen. Dass ein älteres Vorbild so stilvoll kopirt werden konnte, scheint ausgeschlossen; wahrscheinlicher ist, dass eine ältere Jad erst i. J. 1778 gewidmet wurde. Die älteste Jahreszahl, 1724, findet sich an einem Beschneidungsmesser von vorzüglicher Arbeit. Der graue Achatgriff ist in ehemals vergoldetes Silberfiligran gefasst. Der Rücken des Messers ist mit Silber beschlagen, in das zwei von einander abgewandte Schlangen und hebräische Inschriften gravirt sind. Die eine besagt ״Gut Glück!" ״Gelobt seist Du Herr, unser *) s. Beilage VII.

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