Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 2 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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61 Anzeigen. Die Mitt. II angekündigte erste Versammlung der Gesell- Schaft wurde durch einen Vortrag des Hrsgs. eingeleitet, worin auf die praktische Bedeutung der Volkskunde im eilig, und der jüdischen im bes. hingewiesen wurde. Die Sagen und Märchen lassen sich als wertvolles Erziehungsmittel verwerten, die Volksmelodien bilden in weiten Kreisen einen wichtigen Bestandteil des häuslichen Gottesdienstes, die Abbildungen kunstvoller alter Kultgegenstände liefern treffliche Vorlagen usw. Einen Bericht brachte die ״Allg. Zeit, des Judenth.“, einen kürzeren der ״Bericht der Grossloge für Deutschland (U. O. B. B.). Von letzterem stehen, soweit der Vorrat reicht, Exemplare zur Verfügung. Für die mit dem Vortrag verbundene Ausstellung hatte Herr Dir. Prof. D r. Brinckm ann mit dankenswerter Bereitwilligkeit einzelne Nummern aus der Sammlung jüdischer Kultgegenstände im Hamburg. Museum f. Kunst u. Gewerbe geliehen. [Von dieser Sammlung, welche unserem Unternehmen einem willkommenen Stützpunkt bietet, liefern wir in Beil. VI und VII zwei Proben, deren Wiedergabe die verehrt. Verwaltung des Museums nicht allein gestattet, sondern durch die Ueberlassung der Cliches wesentlich erleichtert hat. Die Sede rschüssel, 1776 gefertigt, ist (vgl. Jahresb. des Mus. 1897 S.41 f.) ״ausgezeichnet durch reiches fein gravirtes Ornament und Borden mit beziehungsvollen hebräischen Inschriften. Von den letzteren besagt die in der Mitte der Schüssel angebrachte: ״״Je mehr einer erzählt von dem Auszuge aus Aegypten, desto lobenswerter (ist er).““ Die Inschrift am Rande bezieht sich auf die Ceremonien am Sederabend; sie lautet: Qaddes usw.“ Der oriental., insbes. persische Stil der Arbeit erinnert an die ganz ähnlich gehaltenen Miniaturen in einer Bibelhdschr. des H. Dr. H. B. Levy und zeigt, dass dieser Stil nicht erst in diesem Jahrh. in jüdisch kultuelle Darstellungen Eingang gefunden. Die ״Jad“ (vgl. den ״Führer durchs Museum“ S. 202 stammt aus d. J. 1778.] Herr Dir. Prof. Dr. T ach au, Wolfenbüttel hatte aus der Bibliothek der dortigen Samsonschule zwei illuminirte HSS1), H. Sakheim, Hamb, einen Stammbaum (״Jichusbrief“2) ausgestellt, wofür hier nochmals gedankt sei. Mit der Wahl des Vorstandes schloss die Versammlung. Die Gesellschaft für jüdische Volkskunde, gegründet am 1. Januar 1898, verfolgt den Zweck, die Erkenntnis des