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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 2 (1898) · p. Seite 33

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 33 (sequence 33)
Language
German
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Aber gerade, als das Paar nach der Hochzeit heimgehen wollte, kamen Räuber und entführten beide in ihrem kostbaren Hochzeitsstaate. Nur auf das inständige Bitten der Braut liess sie der Räuberhauptmann mit all’ ihren! Schmucke frei Wer von den dreien bewies nun den grössten Edelmut: Der erste Bräutigam, die Braut oder der Räuber? Der älteste Bruder meinte: Der Bräutigam, der zweite: die Braut, der dritte: der Räuber. ״Aber“, fügte er hinzu, ״zum andern muss er ein grosser Narr gewesen sein, dass er den kostbaren Hochzeitsschmuck nicht eingesteckt hat.“ Da hob der Richter an und sprach : ״Gelobt sei Gott, der nichts verborgen lässt! Hör7, du junger Bösewicht! Nach dem Gold, das du nicht gesehen hast, trägst du Gelüst, um wieviel mehr6) nach dem, das du vor Augen hattest. Danach hat's dich gewiss gelüstet. Deshalb fangt den Dieb! Denn dieser hat das Geld aus dem Kasten genommen.“ Der Bösewicht gestand nun seine Schuld und geriet immer tiefer in Not und Elend. 24. Klein Jerusalem.יי Als Ezra die Verbannten aus Babylon zurückführte, da schrieb er den Juden zu Worms, welche seit der Zerstörung Jerusalems daselbst in Frieden lebten, sie sollten doch auch nach dem Lande der Väter zurückkehren. Da könnten sie ja wieder die Wallfahrtsfeste gehörig feiern, was bei der grossen Entfernung nicht möglich war. Allein die Wormser Juden fühlten sich in ihrer neuen Heimat so wohl, dass sie übermütig antworteten: ״Wohnet ihr in Gross Jerusalem, so wohnte! wir in Klein Jerusalem.“ Für diesen Uebermut hatten sie durch die späteren Leiden schwer zu büssen. 25• Die beiden Fremden,1* Die Wormser Juden werden einst beschuldigt, bei einer Prozession ein Heiligenbild geschändet zu haben. Sofort wurden sie alle für vogelfrei erklärt, und die ganze Gemeinde sollte es mit den! Leben büssen, wenn sich der Schuldige nicht bis zu einem bestimmten Tage stellen würde. Doch wer hätte sich dazu melden sollen? So kam denn der schreckliche Tag unter Angst und Beben heran, und alles

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