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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1898-01-01 · 2 (1898) · p. Seite 24

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1898
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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24 vor den König26). Der König macht den Helden zu seinem Schwiegersöhne, und nach kurzer Frist, als der König starb, bestieg er den Thron. Eines Wintertages, da er mit seinem Wolfe auf die Jagd ging, sah er den Werwolf mit der Tatze merkwürdige Zeichen in den Schnee schreiben. Der König berief sofort alle Gelehrten und einer, der Hebräisch verstand, las aus den Zeichen die ganze Leidensgeschichte des armen Meisters und erzählte sie dem Könige: ״Wenn er,׳“ so schloss seine Rede, ״jenen Wunschring nicht erhält, so muss er Zeit seines Lebens ein Werwolf bleiben/‘ Den König dauerte sein treuer Wolf. Er machte sich sogleich mit drei Dienern nach der Stadt des Meisters auf und liess ausrufen: ״Wer altfränkisch’ Arbeit-7) zu verkaufen hat, dem zahle ich die höchsten Preise.“ Man führte ihn, da man ihn für einen Kaufmann hielt, zu dem bösen Weibe, das ja durch den Ring zu einem Reichtum gekommen war, der kein Mass und keine Schätzung kannte2s). Hier wurden ihm kostbare Ringe zum Kauf angeboten, und auch jener Wunschring war aus Versehen mit darunter geraten. Der König erkannte ihn sogleich nach der Beschreibung des Wolfes und erstand ihn mit all’ den anderen Ringen um einen hohen Preis. Nach Hause zurückgekehrt, gab er allen seinen Grossen ein prächtiges Mahl und mitten unter der Tafel steckte er seinem Wolf den Ring an. Sogleich stand der wackere Meister da. Er nahm nun von dem Könige herzlichen Abschied und zog heimwärts. Unterwegs sammelte er wieder fünfzig Schüler und kleidete sie fein in schwarzen Samt. Als er vor seiner Heimatstadt angelangt war, verwünschte er sein böses Weib als Eselin29) unter die anderen Tiere des Stalles. Wie bestürzt war nun das Hausgesinde, als der Meister nach seiner Frau fragte und niemand sie finden konnte!30) Der Meister führte wieder die alte Hausordnung ein. Sein Weib aber strafte er, indem sie als Eselin zu einem Gotteshause, welches er zum Dank für seine Rettung errichtete, die Steine Zusammentragen musste, wobei er es an Schlägen nicht fehlen liess. Das Geheimnis des Ringes aber nahm er mit in’s Grab. Darauf hat der König Salomo gesagt: ״Man soll einem Weib kein Geheimnis anvertrauen31).“ 15. Die Sabbatfeier.') Drei Freunde gingen einst über Land, und sie hatten noch keine Herberge erreicht, als sie der Sabbat überraschte. Zwei

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