Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 130)
- Language
- German
- Belongs to
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114 geschminkten Augen frei lässt. 12, In Aden1) färben sich die Frauen vor den Festen Hände und Füsse mit Chinarinde*). Die Männer sind nur von den Lenden abwärts (schwarz) bekleidet. Ebenso die Männer in Jemen. 13. Nachts8) stecken sie sich ganz in einen grossen Sack, den sie auch auf Reisen mitnehmen, zum Schutze vor den Insekten. 14 Sie waschen sich mit gekochter Butter und schminken sich jede Stunde die Augen; das schärfe die Sehkraft. 15. Am Arm tragen sie eine eiserne Spange, an der grossen Zehe einen eisernen Ring; das mache stärker. 16. Sie sammeln aus neun Häusern Nägel von neunerlei4) Eisen, daraus schmieden sie sich zu bestimmter Zeit, wobei sie gewisse Sprüche hersagen, eine Halsspange und tragen diese nach der Ordnung der Gestirne bis nach der Hochzeit. 17. Auch in Indien trägt man nur einen Lendenschurz5). 18. In der asiat. Türkei trug man lange, schwarze Tuchröcke, violette Babouches, ein Barett von Filz, mit Tuch überzogen6) 19. Die polnischen Juden haben die poln Tracht7). 20 ln Kalkutta tragen die Trauernden von Hals bis Brust ein weisses Tuch. Die Trauergewänder legt man nach Schluss der Trauer nie mehr an8). 21. In Hamb, trugen die Vorbeter früher bis 1859 keinen Talar. Das Barett hatte folgende zwei Formen: Q CZD Der ״zweite Chasen“, der Kaure nnd Schammes trugen Kniehosen, Schnallenschuhe und den dreieckigen Hut. 22 InArab. tragen auch die Jungfrauen das Kopfhaar bedeckt9). 23. In Rumänien tragen die Frommen den Kaftan in der Mitte mit einem Gürtel zusammengehalten, auf dem Kopf den Jarmuck, eine Art Kopfdecke, die man unter dem Hute trägt, und die hinten heraussehen muss. Wer sich europäisch kleidet, wird ״Dätsch“ genannt. W. 24 Die arab. Juden nennen ihre ״Pees:״ Simmonim10). 24a. Es gab einen besonderen Sabbat-Mantel ״Sarbel״, auf der rechten Seite zu schliessen, um an das Verbot des Tragens zu mahnen11) 24b Man machte den Mädchen von den Rändern der Sefertores, Tefillin und Mesuses Schapel (sonst auchKameenu. s. w )12)[1[סרבל מצנפת וקוטא שקורץ רא׳ק*)• Saf. II. 19 2) Für das Alter*um vgl. Hartmann, Die Hebräerin am Putztisch. 8) Saf. I 68. 4) Vgl. W. 415. &) Saf II, 55. •) Sch. I, 71. ל) Isr. Wochenschrift, 18. Sept. 96 *) Saf. II, 100 ff. 9) Saf. I, 69. Vgl. Rückert, Hamasa II, 118. 0ז) Saf. I. 44. :l) Jos. 72b.!2) 166a. *•) 187.