Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1898
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 94)
- Language
- German
- Belongs to
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80 That fand er eine solche an Ort und Stelle und nur durch die schleunige Beseitigung des Leichnams wurde die Gemeinde vor schwerem Unheil bewahrt. 10. Köln: R. Amram, der in K. ein Beth ha־midrasch geleitet, wollte neben seinen Eltern in Mainz begraben sein. Seinen Sarg konnte niemand ans Land schaffen, bis man einige Juden zu Hilfe rief; denen gelang es. Die Christen bauten über der Landungsstelle eine Brücke, aber in einer Nacht wurde statt des R. Amram ein Dieb in seinen Sarg gelegt. 11. Worms: Die Mutter des Jehuda ha-chassid begegnete kurz vor seiner Geburt in einer engen Gasse zwei Reitern, die sie überritten hätten, wenn nicht plötzlich die Mauer, an die sie sich presste, nachgegeben und eine Nische sich gebildet hätte, die noch heute zu sehen ist1). 12. Die Wormser haben ein ,,Chumesch“, das vor Jesus’ Zeit geschrieben worden sein soll. 13. Sie glauben, der Messias werde in W. geboren werden. 14. W. hiess das kleine Beth ha-mikdosch2). über das י׳ב פרנסים י נר תמיד לשני אורחים und den Raschistuhl s. Maas. Niss. 9 u. s. 15. Dem Schammes zu Worms erschien der Geist eines bei Lebzeiten als lax in seiner Frömmigkeit bekannten Mannes und sagte dem Sch., sein Verdienst sei gross, weil er die Psuked’simra so schön vorzutragen verstanden. (Jos 30.) 16. In Aschkenas isst man Freitag Abend stets Kuchen. Einst wurde ein Kind den Eltern geraubt und nach einem Ort gebracht, wo auch Juden wohnten. Als nun der Sabbat kam, ergriff das Kind ein solches Verlangen nachdem Sabbatkuchen, dass die Räuber es garnicht beschwichtigen konnten, bis sie es in das Haus eines Juden brachten. So wurde das Kiud aus ihren Händen befreit. (Jos. 78.) 1) Vgl. Maas. Niss. 8. Jüd. Un. Bibi. 8. S. 40. י) Vgl. Sch. I 407.