Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 48 (1.12.1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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4 . Q <s r j | dipt ht Ar biii&r. 1, Dezember 1033 frn Besitz haben, sind nur «im Anfang, aber jedenfalls ein Beginn einer neuen. Epoche 'm unserem Leben. Beer Tuwia hat nicht nur eine große Vergangjetiheit, sondern aucheine schwere Zukunft vor sich..wir* sind der Siedlungspunkt; im Jischuw, aber 30 Kilometer, van Gaza, .einer arabischen Stadt, entfernt. t.Ringsum ein« arabische Gegend, wir sind der äußerste Vorposten in der langen jüdischen Front «i, Palästina. j i t Bis jetzt haben wir nur Boden und es fehlt uns1 hochf alles» was zu einem Meschek gehört. Aber es tiutcht uns nicht bang«. ... D rs überhebliche kleine g Bis tot einiger Zeit war das Organ der Wiener , Allgemeinen. Zionisten „Die Stimme" eine von Verantwortung erfüllte Zeitung. Zu allen Fragen des jüdischen Gehens und der zionistischen Bewegung nahm sie sachlich1 Stellung, auch!.ihre\ Auseinandersetzung mit den Gegnern trug erlisten Charakter. Seit einigen Wochen aber scheint dort ein anderer Wind zu wehen. Es ist der Gleist der —• 'tttmchschalturig. ■ /Was muß eine Zeitung der Allgemeinen Zionisten tun, tüyi'sich gleichzuschalten? Das Rezept ist sehr einfach: wenn ein christlichsozialer Politiker öffentlich' proklamiert, ' die. Judeji sollen in das Ghetto zurück, wird er wohlwollend fcenandelt und jener Zionist, der mit dem Judenfeind ge- &&nsame Gache macht, wird gelobt (siehe den Aufsatz: »'»(jrdhunB. in der Judenfrase" von Dr. Oskar Grün bäum, ,iDief .Slirhme", Nr.' 307),. Wenn, sich abjeftv ein. Jude, der ein führender Sozialdemokrat ist, zum 'jüdischen Volke und zu Palästina'bekennt, kricht so ein holköpfigös und großsprecherisches kleines „g" hervor und -fragt: Wieso? " Mit welchem Recht? Wie" darf man so einen Sozi einen aufrichtigen Mitkämpfer nennen? („Worte eines aufrichtigen Mitkämpfers" von g. in „Die Stimme", Nr. 310). Und diese ».nationalen Helden", die zum Gefallen der ^Vaterländischen Front", „jüdische Politik" machen, können Aich sonst nicht «genug tun im Verlangen von Würde*. J} Di uns das holköpf ige g.. herausgefordert hat,, wollen wh* ihm erklären, daß unseres Wissens nach', es' für keinen lüden,, wie für keinem Angehörigen eines anderen Volkes verpflichtend ist, sich für eine1 Religion zu bekennen. Wir-vertreten wohl den Standpunkt, daß jeder Jude der ,' Kultusgemeinde angehören muß, da es im Galuth1 keine Andere konstitutionelle' Bindung des Einzelnen an die jüdiatche Gemeinschaft gibt, aber eines Bekenntnisses' zur jüdische , Religion, bedarf eis nicht, um sich1 zum jüdischen 5 Yplke * zugehörige zu betrachten. v. \. Es ist runs'vollkommen gleichgültige ob dem kleinen g. : genösse Julius Braunthal als aufrichtiger Mitkämpfer paßt .. fcder Cnicht,; und . wenn dieser überhebliche Herr bis jetzt rpn . der1«Einstellung1 dieses«; Genossen ^zü1 Jüdentüm lind PWäsJina nichts gehört hat, so beweist es hur, daß das* kleine g. vieles^ (wir vermuten sogar^ viel mehr als das) nicht weiß.^,Wir aber freuen uns, daß es' uns gelungen ist, HXich unter, den führenden Genossen der ' österreichischen Sozialdemokratie Verständnis für unsere Bestrebungen zu finden. Julius Braunthal war vielleicht der erste, er ist - Über heute nicht mehr der einzige. Die mutigen und aufrichtigen Worte des Gen. Braunthai, berechtigen uns zur Hoffnung, daß er und viele andere jüdische Genossen sich' ii?".absehbarer .Zeit sowohl in Fragein des jüdischen Lebens hier, der jüdischen Gemeinde wie des Palästina- Aufbaues restlos auf unsere1 Seite schlagen werden. Wir, und mit uns viele ehrliche!, denkende Zionisten, 'freuen, uns über die Wandlung, auch wenn es das „vater- Jändisch-frontische" Konzept des kleinlichen g. verdirbt. : L- R. Jiddisches Theater Cha i-Gad-Jo stellt sich vor Der eVrsuch einer jiddischen Kleinkunstbühne in. Wien, wie sie die Gründer und Leiter des Chad-Gad-Jo beabsichtigen, ist zweifellos eine begrüßenswerte Neuerung, deren kräftigste' Förderung dem' jiddischen Theaterpublikum empfohlen werden kann. Leider aber entsprach1 das erste Auftreten des Chad-Gad-Jo keineswegs den Erwartungen. Ohne äüf' Einzelheiten eingehen zu können, wollen wir hier einige prinzipielle! Bemerkungen äußern. Zunächst zur Kardinalfrage: Was soll diese Bühne' bieten und welche Kreise soll sie für sich gewinnen? Anscheinend sollen es jiddischverstehende Kreise sein, denn jiddisch ist fast das5 ganze Programm. Wenn dem so ist, wozu dann das deutsche Vor- und Nachwort und die deutsche Conference? Jiddischei Kunst, und mag es auch .Kl einkunst sein, ist kein Zwitterwesen; die Stimmung, die Beziehung zwischen Publikum und Spieler ebenso der Kulte r w e r t einer jiddischen Bühne gehen durch das Zwitterhafte der Darbietungen zur Gänze verloren. Eine künstlerische Leitung hat es anscheinend bloß am Plakat gegeben, denn die Zusammensetzung des 'Programms ist ein Musterbeispiel dafür, wie ein Kleinkuhstabend nicht zusammengesetzt werden darf. Wie hätte eiiie Leitung, diei nur einen Funken Talent und Kunstgeschmack hat einen Unsinn wie „Der Chasen un die Chasente4' auf die Brettl bringen dürfen, wie hätte sie es erlauben dürfen, daß in einem Atem mit dem genialen Schülern Alejchem ein Schmarren von Kowner rezitiert werde; daß Herr Federer Lieder singt, die er vor demselben Publikum schon mehrere Male (im Continental, Volksheim u. a.) wiederholt hat; daß Herr Nikolsohn seine anwidernde Jüdeleien, mit denen er die Berliner Kabarettbesuche* kitzelte, auch! im Chad-Gad-Jo produziere? Daß die sogenannte künstlerische Leitung solche Widrigkeit, die stellenweise ans Ordinäre grenzten, erlaubte, wird ihr vom besseren jiddischen , Ptftl&ump*sö rasch nicht verziehen werden. Herr Nikolsohn aber wird schon auf das Jüdelh verzichten müssen, andernfalls wird das jüdische Publikum auf ihn Verzichten. Wir haben uns einige kritische! Bemerkungen erlaubt, weil uns jiddisches Theater nicht allein eine Sache des Mitleides mit notleidenden jüdischen; Künstlern, sondern eine ernste gesellschaftliche Angelegenheit ist, und wir im Chad-Gad-Jo einen gesunden Kern einer jiddischen Kleinkunstbühne sehen, diö, bei richtiger Führung, etwas Wertvolles auf dem Gebiete des jiddischen Theaterwesens in Wien schaffen könnte. ... s. d. JüdischesVolksheim, II., Blumauergasse 1. Wir machen unsere Mitglieder auf die Veranstaltungen und Kurse des Jüdischen Volkshelmes, II., Blumauergasse 1, aufmerksam. Wintersemester 1933—34. A. Sprachkurse: Hebräisch für Anfänger und Fortgeschrittene täglich in den Abendstunden. Für Kinder täglich nachmittags. Englisch für Anfänger: Montag 8—9 Uhr, Mittwoch 7-8 Uhr. Beginn: Mittwoch, den 15. November 1933. B. Gymnastik, Rhythmische Gymnastik und Akrobatik. Leiterin: Nussi Oottesmann, dipl Turnlehrerin. Für Erwachsene: Montag, Donnerstag nachmittags. Beginn: Mittwoch, den 15. November 1933. Für den Gymnastikkurs' werden noch Anmeldungen entgegengenommen. C. Allgemeine Kurse. Palästina künde: I. Teil. Leiter: Dr. Leo Goldr hammer. 1. Landschaftsbild Palästinas. — 2. Natur — Pflanzenuhd Tierleberi. — 3. Das Städtebild Palästinas, a) jüdische Städte, b) nichtjüdische Städte. Mittwoch 8—9 Uhr, Beginn 15. November 1933. Schicksal und Werden des jüdischen Volkes. Ein Querschnitt durch die jüdische Geschichte. Leiter: Prof» Dr. Salome Rapaport. Aus dem Inhalt: Die Israeliten und ihre Nachbarstämme. -/ iKönige und Propheten. — Hellenisten und Makkabäer. — judäa und Rom etc. Donnerstag, 8—9 Uhr. Beginn: Donnerstag, 16. November 1933. : Geschichte der jüdischen Arbeiterbewegulng.': Leiter: Dr. 9aül Sökal.'; ' '; : Dienstag'8—9 Uhr.'1 Beginn: Diemstagi 21. November 1933. D. Nähen. Schnittzeichnen, Anleitung zu Reparaturen und Selbstanfertiguing von Kleidern. Leiterin: Frau Dr. Berger. 1 Montag 7 Uhr. Beginn: 14.' November 1933. Volksbildungsverein „Jüdisches Volksheim'*, II. Blumauerg. 1 Samstag, den 9. Dezember, 20.15 Uhr Vortrag: Dr. Max Weinreich, Leiter des . 1 jüdisch-wissenschaftlichen Institutes, in Wilna 1 über Jugendf orschung und Jugenderziehung. Sportgriippe der PioalöZion-Hitach'duthi Genossen, betreibt bei,'uns Sport!;> .:■>.:..( Sch'wiimimen: Jeden Dienstag, 3/4 20 Uhr, Familien'bad Diänäbiad;; .Treffpunkt. Vorhalle. ' Turnen: Schwedische Gymnastik!;' Montag Und! Donnerstag 7—9 'Uhr abends, Ii:, Czerniriplafü 3 (Madchenschule). '■ "; Sonntag, den 3. Dezember. 7 Uhr abends, im Lokale „Jad Charuzim", XX., Kari Metelstr. 5 Heiterer Abend der Ver. zion.-soz. Arbeiterorganisation Poale Zion-Hitachduth Brigittenau. Mitwirkend': Hr. Schwager liest aus Scholem- Elechem; Gesang: Hr. Neuberger. Musikalische Darbietung. Anschließend spricht Dr. Ch. Bloch über „Mtfal Arlosoroff". Der Stadtkibbuz der Org. Hechaluz, Wien, II., Haasgasse 10/6 übernimmt alle Arbeiten für Elektriker. Installateure, Schlosser, Mechaniker, Tischler, Näherinnen, Wäscherinnen u. ähnl., sowie alle Hilfs- und Gelegenheitsarbeiten *ur sachgemäßen Ausführung bei billigen; Preisen. Partei-, tnitglieder sind vernflichtet, sich bei Arbeiterbedarf nur an det> Stadtkibbuz zu wenden. Amtliche Verlautbarung-en der Jsraei. IZuitusffememde "Wien Israelitischer Jugendgottesdienst. . Samstag, den .2. Dezember 1933 findet in allen Gemeinde- und Vereiinssymagogen der; Jugendgottesdienst um 3 Uhr nachmittags statt. Die Kleider-Stelle der Fürsorge-Zentrale bittet drin« gendst um Zuweisung von Bekleidungsgegenständen jeder Art, Wäsche, Schuhe etc. für Männer, Frauen und Kinder. Telephonische oder schriftliche Benachrichtigung erbeten an die Fürsorge-Zentrale der isr. Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 2, Tel U 25-5-85, welche die Abholung veranlaßt. Predigten, bezw. Schrifterklärungen in den israelitischen Gemeindeand Bezirkssynagogen. Freitag, den 1. Dezember 1933 werden ^bei den um 3 Uhr 55 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten, bezw. Schrifterklärungen 'abgehalten, und zwar: II., Pazmaniteng. 6: Rabbiner Dr. Z. Taubes; III., Untere Viaduktgasse 13: Rabbiner Dr. K. Kupfer; V., .Siiebenbrunnengasse 1 a: Rabbiner Dr. M, G. Mehrer; XVI., Hubergasse 8: Rabbiner Dr. J. M. Bach; XVIII., Schopenhauerstraße 39: Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; XIX., Dollinerg. ,3: Rabbiner Dr. A. Frankfurter. Samstag, den 2. Dezember 1933 beim Hauptgottesdienste: Schrifterklärungen'. XX., Kluckygasse 11: Rabbiner Dr. .B. Murmelstein. . Am Vorabende des Jahrzeittages des seligen Ober-* rabbiners Dr. Z. p Chajes, am Donnerstag, den, 7/ Dezember 1933, 4 Uhr nachmittags findet beim Abendgottesdienste eine Gedenkfeier in der Gemeindesynagoge, I., Seitenstettengasse 4 statt, bei welcher Oberrabbiner Dr. Feuchtwang die Gedenkrede halten wird. Soeben erschienen: Geflüffelzuchtkurs ' Die Organisation „Hechaluz" veranstaltet in der ersten Järmerhälfte 1934 einen vierzehntägigen, praktischen Ansbildungskurs für Geflügelaüchter, geleitet von einem langjährigen Fachmann. Vormerkungen schriftlich an diel Organisation „Hechaluz", Wien, XX.;-Kluckygasse 7. MAX ADLER: Das Vepliäirnis M^^^ 0 nationalen zur ^jßW fozi3liffifeben Idee Bimzp(iuna«n zum Poale=Zlonismus Das Bekenntnis des g istigen Führers dtr Linken zu unserer Be wegung! PREIS: 70 Groschen Genossen und Ge ORg'nt en! Leset und erb e|te» dies» Schrift, di i Qr unsere Bewegung ein gench chtlithes Dokument ist 14. P A G-2 ab Wien 26 Dezember 1933 JP Saloniki — Vola — Piräus Athen — Rhodus — Cypern — Tripoli — Beyrouth — Haifa — Jaffa — Aegypten und zurück ' Zp) <? inkl. D-Zug (Speisewagen), Hotel, Auto, Ge- «^A päcktransport 1—4bettige Außenbord-Kabinen t Vorzügliche Verpflegung am Tagsüber Aulenthalt in den Mittelmeer-Hafen- HB städten. — Zusammen ab Wien , bei 2. Klasse Schiff S 440— S** Rückfahrt kann in Palästina wöchentlich inner- M/jß halb von 90 Tagen angetreten werden! Die bequemste, genußreichste und billigste Palästmareise; Prospekte durch: ^2^' ,,PB64' reg. ttn. m. b. H., Wien, ül., Cspistrang. 2 §T| Sprechstunde nur Dienstag bis Freitag 9.30 bis 12 Uhr. Tel. B 25-3-81. Schriftlichen Anfragen ist intern. Rückporto bei- 0BJA zulegen. f 11 Das ieiteem?ß** cti^nMk»«jrjrhenk Die Sicherung' eines Studien- oder Ausstattunigsbettrages für Söhne und Töchter um S l.— bis S 10 — monatlich1 durch den „Famü'enschtitz* Gemeinnützige Vereinigung für Familienfürsorge. Der „Familienschutz'' stellt die Leistung bei den Lebensversicherungs-Gesellschaft „P h'önix". sicher,- Der „Familienschutz" wird von der Wiener Kultusjg emeinde befürwortet. Adr.: ^Familienschutz", II., Aspern'brückeng.2 Eigentümer, Verteger, H«rausgeb« u. y«ran*wxjrtL Redakteur. Jon«» )v*%rm9W, MwofchinibfUtr. Wisn, XX, M«kte«annitr. W. - Drttclc: „AdH«", Wko, U, Tabors*r. 52 b.