Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1933)
- Date
- 1933-11-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4. Der jftdist k« Arb<iter. 17. November 1933 Die Lohaverhandlungen in der Wiener Kultasgemeinde beendigt Die ■ Verhandlungen mit den Angefeilten der Wiener . Knltusgenieinde über die Kürzung der Bezüge" sind beendigt worden. Trotz mannigfaltiger Schwierigkeiten gelang es, zwischen dem Präsidium und der Vertretung der. Angestellten ein Einvernehmen zu erzielen. Die Angestellten behaupten, d^ß sie sich der Notwendigkeit einer Kürzung der Bezüge niemals verschlossen haben und. daß nur die falsche Verhandlungsmethode des Präsidiums das Zustandekommen der Verständigung erschwert hat. . Arbeit in der Peripherie Vortrag Dr. Schor im Arbeiterbildungsverein. Montag, den 13. d. M. sprach Genosse Dr. W. Schor als Gast des Arbeiterbildungsvereiins Aisergrund über das Thema „Palästina, wie ich es sah". Dieser Vortrag (mit Lichtbildern) verdient schon deshalb besondere Beachtung, weil einem der jüd. Renaissancebewegung noch fernstehen.» den sozialistischen Publikum, die immerhin seltene Gelegenheit geboten wurde, über dlas neue Palästina, mit seinen während 25jähriger Aufbauarbeit, unter schwersten menschlichen Anstrengungen errungenen Erfolge, weitgehenden Aufschluß zu geben. In diesem Sinne wair der Reisebericht des Gen. Dr. Schar meisterhaft' aufgebaut und, steigerte unermüdlich das : Interesse des dkhtgefüllten Saales. In prägnanten Worten schilderte er zuerst die Mannigfaltigkeit der palästinensischen Ländschaft, in der der Europäer überrascht wird durch die Begegnung mit dem Araber, xler auf seinem Esel faul sitzend, seine Frau, eine schwere Bürde auf dem Kopfe tragend, hinten, nachgehen läßt. Und .nachdem er ausführlich über Leben, Sitten, soziale Struktur des arabischen Volkes gesprochen hatte — auch auf die letzten Ereignisse im Lande bezug nehmend — ging er im zweiten Teil seiner Ausführungen auf das neue jüdische Palästina ein. Die charakteristischen Eigenheiten der Städte Jerusalem, Haifa, Tel-Aviv und ihr wirtschaftlicher Aufschwung wurde vollauf gewürdigt. Jedoch die wärmste Sympathie des -Referenten galt der Landbevölkerung des Landes, dem jungen jüdischen revolutionären Menschen, der durch schwerste ungewohnte Arbeit, aus Brachland; fruchtbare Erde schafft. Das Leben in den Kollektivs, ihre soziale und wirtschaftliche Bedeutung hob es besonders hervor; sie sind es vor allem, die dem Lande seinen Charakter geben, die das Problem 'der Normalisierung des verfolgten jüdischen Volkes vollauf bekannt haben, die auch in Zeiten der Krise auf ihrem Posten, bleiben undi aus deren Leistung der Zionismus immer neue Kräfte schöpft. Auch die Tatsache, daß Palästina eines der wenigen Länder ist, wo es ein gewerkschaftlich organisiertes. Bauerntum gibt, kann,,,gerade in S0ziaHstis,chen ..Kressennicht ihoch genug gewertet werden. Die Jnstitutioinen der Histadruth, ihre tiefgreifenden Positionen in diesem kleinen Lande — mit statistischem Material dargestellt — dürften für die Genossen der österreichischen Sozialdemokratie von nicht geringem Interesse gewesen sein. Der Vortrag, in seinen Ausführungen sehr sachlich gehalten und von einem tiefen Bekenntnis, zum sozialistischen Zionismus durchdrungen, was unbedingt da^u geeignet unserer Bewegung neue Freunde in einem ihr nicht immer sehr verständnisvoll gesinnten Lager zu werben, und er verdient oft wiederholt zu werden. Auf den Vortrag folgte ein synchronisierter. Palästinafilm, der, aus alten Palästiinafilmen, vom Gen. Kanner neuerdings sehr geschickt zusammengestellt, die Entwicklung des jüdischen Palästina vortrefflich zeigend,, beim Publikum viel Anklang fand. Trotzdem drängt sich uns der Wunsch nach einem meuen, modernen Palästina-Tonfilm auf, weil wir die Ueberzeugung haben, daß sämtliche bisher vorhandenen Palästinafilme nicht zu zeigen vermögen, was in Palästina alles geschaffen wurde. a. k. Paläatinaseite im „Kuckuck". Die bekannte Wiener sozialistische Wochenschrift, der „Kuckuck", veröffentlichte in 'ihrer letzten Nummer eine illustrierte Palästinaseite. Genosse Mendel Singer hat in diesem Rahmen einen Aufsatz über den Aufbau des jüdischen Palästina publiziert. Unsere Republikfeier Die am 11. November im Volks-heim abgehaltene Republikfeier trug den Stempel der Zeit. Reden durften nicht gehatten werden. Einen guten Ersatz, boten die Reden von Ferdinand 'Lassalle, die vorgelesen wurden. Die Klavierkünstlerin Sarah Stukkart spielte vorzüglich die Kevolutionsetüde und die Polonaise von Chopin, Max Hönig sang begeistert und begeisternd revolutionäre Lieder von. Hans Eisler. Die Feier schloß mit einem allgemeinen Singen von Arbeiterliedern. Auf alle Anwesenden machte die Feier einen tiefen Bindruck. Persönliches Genosse Lei liier hat, du er eino Stellung in St. t'ölterv bezieht, seine Funktion als Administrator des „Jüdischen Arbeiters" niedergelegt. Wir. danken Genossen .Leitner aus, diesem, Anlaß für seine fruchtbare Arbeit, der die Umwandlung unseres Blattes in ein Wochenblatt zu danken ist. Wir sind überzeugt, daß Genosa eLeitner uns auch weiter mit Hat und Tat zur Seile stehen wird. Jüdisches Volkshekn, ,... IL, fefifrrfäiiergasse 1. . ,, Wir machen unsere Mitglieder auf die Veranstaltungen und Kurse des . .• Jüdischen Volksheimes, IL, Blumauergasse T, 'aufmerksam.' (, Wintersemester. 1933—34. A. Sprachkurse: . t.;. H e brä i s c h für: Anfänger und Fortgeschrittene täglich in den Abendstunden. Für Kinder täglich nachinittags. Englisch für Anfänger: Montag 8—9 Uhr, Mittwoch 7-8 Uhr. :> Beginn: Mittwoch,.den 15. November 1933. B. Gymnastik, Rhythmische Gymnastik und Akrobatik. Leiterin: Nussi Gottesimafltu, dipl. Ttffrnlehrerin. Für Erwachsene: Montag, Donnerstag nachmittags. . Beginn: Mittwoch, .den. .15. November 1933. C. Allgemeine Kurse., - Palä stinak und e.:; I.Teil. Leiter: Dr. Leo Goldhammer. t< 1. Landschaftsbikl Palästinas. — 2. Natur — Pflanzen- und Tierleben. — 3. Das Städtebild Palästinas, a) jüdische Städte, b) .nichtjiklische Städte. Mittwoch 8—9 Uhr; Beginn 15. November 1933. Schicksal und Werden des. jüdischen Volkes. Ein Querschnitt durch die jüdische Geschichte. Leiter: Prof. Dr. Salomo Rapaport. Aus dem. Inhalt: Die Israeliten und ihre Nachbarstämme. -/ .Könige und Propheten. — Hellenisten und Makkabäer. — Judäa und Rom etc. . . . Donnerstag, 8—9 Uhr. Beginn: Donnerstag, 16. November 1933. '•''-; Gesc hic hte d e r Jüdischen Arbeiterbewegung. Leiter: Dr. Sauf Sokal. Dienstag 8—9 Uhr. Beginn: Dienstag, 2t. November 1933. D. Näheii. Schnittzeichnen, Anleitung zu Reparaturen und Selbstanfertigung von Kleidern. Leiterin: Frau Dr. Berger. Montag 7 Uhr. Beginn: 14. November 1933. sorge-Zentrale). Wien, 5. November 1933. Der Vorstand der israelitischen Kuitusgemeinde Wien. Zur Bewerbung sind Gesuchsbogen zu .verwenden, welche in der Einreichstelle (I., Seitenstettengasse 2, 1. Stock, Tür 16) unentgeltlich zu beziehen sind. Die Gesuchsbogen enthalten auch nähere für die Einschreiber wichtige, Bestimmungen. , - Die Ortsgruppe XX unserer Organisation eröffnet ihre Tätigkeit mit einer Versammlung, die am Samstag, den 18. November im Parteiheim, XX., Karl-Meislstr. 5 (jad- Charuzimsaal) stattfindet. Haowed, Bund jüdischer Handwerker zur Vorbereitung und Organisierung der Einwanderung nach Palästina. Samstag, den 18. NovembeT findet im Saale der Volksbibliothek „Zion", II., Kleine Mohrengasse 3, um halb 8 Uhr abends die erste Zusammenkunft statt, zu der alle Handwerker und Fachleute, die nach "Palästina auswandern wollen, eingeladen sind. Neuanmeldungen im Sekretariat, II., Kleine Mohrengasse 3, Montag, Mittwoch und Donnerstag von halb 7 bis halb 8 Uhr. mmmmmm^mimsmiymmmmsm Volksbildungsverern„Jüdisches Volksheim" fl.j BiurriaiuergiasBe IL' Voranzeige Samstag, den 25. November Ernst Lissauer liest aus eigenen Werken; Einleitende Worte: Dr. Franz Kobler. Karten: 70 Groschen , bis 1 Schilling. Sportgruppe der. Poale Zion-Hitachduth. Genossen, betreibt bei uns Sport! S c h w i m m e n: Jeden:, Dfensrfag,;f/j8 Uhr ■ abends, Familienbad Diauabad: Treffpunkt, Vorhalle. Turnen: Schwedische Gymnastik. Montag und Donnerstag 7—9 Uhr ' abends. . II., Czerninplatz 3 (Mädchenschule). , ^j&tliche Verlautbarungen der Imr&eL Xtiitumffemminde Wim Predigten, bezw. Schriiterklärungen in den israelitischen Gemeinde- und ' Bezirkssynagogen. Freitag, den 1*7. November 1933^ werden bei den um 4 Uhr 5 Minuten beginnenden Abendigottesdiiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten, bzw. Schrifterklärungen abgehatteV und! zwar; II., Pazmanitengasse 6: Rabbiner Z. Taubes^ III,, Untere Viaduktgasse 13: Rabbiner Dr. K. Kupfer. V., Siebenbrunnengasse 12: Rabbiner Dr. M. G. Mehrer. XIII., Eitelbergergasse 12: Rabbiner Dr. M. Lewin. XVI., Hubergasse 8: Rabbiner Dr. J. M. Bach. XVIII. , Schopenhauerstraße 39: Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz. XIX. , Dollinergasse 3: Rabbiner Dr. A. Frankfurter. XXI., Holzmeistergasse 12: Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Samstag, den 18. November 1933 beim Hauptgottesdienste: Schrifterklärungen. I., Seitenstettengasse 4: Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang.' XX., Kluckygasse 11: Rabbiner Dr. B. Murmelstein. Samstag, den 18. November 1933, findet in allen Gemeinde- und Vereinssynagogen der Jugendgottesdienst um 3 Uhr nachmittags statt. Rabbinat der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Wien, am 13. November 1933. Die Milch der Firma Natan Spindel, XVI., Degengasse 51, steht ab 13. November unter besonderer ritueller Aufsicht des Rabbinates der israelitischen Kultusgemeindie Wien. Das Rabbinat übernimmt jedoch nur für Kannen oder Flaschen, die mit Plomben oder Vignetten mit dem Aufdrucke: versehen sind, die Verantwortung. Das Rabbinat der israelitischen Kultusgemeinde Wieu<; Mediziner-Stiftungen. (Bewerbungsausschreibung). Anzahl der Plätze: 1 im Betrage von S ^35.— für die Dauer der gesetzlichen Studienzeit und für ein weiteres Jahr mach Beendigung desselben;.. 1 im Betrage von S 80.— einmalig. Bewerbung«berechtigt sind: mittellose, fleißige, uuteirstützuugswürdige jüdische ordentliche Hörer der Medizin an der Wiener Universität. Gesucffebeilagen: Geburtsschein, Mittellosiigkeitszeuginis, Insfcpptionsnachweise, Studienzeugnisse. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 15. Dezember 1933. Einreichstelle: I., Seitenstettenigasse 2, 1. Stock, Tür lö^Für- Purim in Tel-Aviv I. Gesellschaftsreise der Poale Zion-Hitachduth. Hinfahrt über Griechenland und Cypern, Rückfahrt über •Alexandrien. Im Schiff: IL Klasse, im D-Zug: III. Klasse. " Preis S 530, einschließlich Verpflegung im Speisewagen und' am Schiff, Visagebühren und Aufenthalt unterwegs. Aufenthalt im Lande und die Führung in Palästina sind in diesem Preise nicht einbezogen; die Organisation liegt in den Händen sachkundiger Chawerim im Lande, es darf also mit einem bequemen und billigen Aufenthalt gerechnet werden. Abreise von Wien: 20. Februar. Anmeldungen mit 20 Prozent Anzahlung werden bis 15. Dezember entgegengenommen. Auskünfte erteilt Gen. M. Singer, Wien, IX., Spitalgasse 21/8, Tel. A 22-9-29. Stellenvermittlung ziomstis&^sozialistischer Studenten vermittelt Lehrer für alle Lehrfächer der Mittelschiffe. Anfragen sind an die .Administration unseres Blattes zu richten. 13. P A Gab Wien 28 November 1933 Saloniki — Vola — Piräus Athen — Rhoilus — Cypern — Tripoli — Beyrouth — Haifa — Jaffa — Aegypten und zurück inkl. D-Zug (Speisewagen), Hold, Aulo, Gepäckiransport 1—4bettige Außenbord-Kabinen Vorzügliche Verpflegung Tagsüber Aufenthalt in den Mittelmeer-Hafenstäditen. — Zusammen ab Wien bei 2. KSasse SMn S 4*0.- Rückfahrt kann in Palästina wöchentlich innerhalb von 90 Tagen angetreten werden! Die bequemste, genußreichste: und billigste Palästiinareise; Prospekte durch: IM" rag. icn. m. I. H., Uten, VI., Ciplstrans. 2 Sp-rechstunde nur Dienstag bis Freitag 9.30 bis 12 Uhr. Tel. B 25-3-81. Schriftliche« Anfragen ist intern. Rückporto beizulegen. ■o p rv» z *> 70 m m Lebensversicherung»-Gesellschaft PHÖNIX Aus 4«m Jahresbericht t?32: Vw«eheruny^«atan<i S *.72*.ÖQÜ.0GO-- l"rärnienua« Zmsen- Eimuiliincn @afttfti«mitfcl Auszabl«nf«n an iit Vtrrtwhtften 7*.ÖW>Ü«0-- wifimm-- 6»,Mt.ü00- Tätigkeit«»ebi«*. n«swr«ic«.!>ci*»»«c» ««i<:t\ T»ek«cMoBlttvak)«eli Kevubl;«. c<nvn. ffeltond. Pvan^feici». Spn»k)ii ItallcitV FÄisteiituw Llnsbiea' tt*M. Un«drri Ptltfl, j«R fcUyi*f>, ßüi arien, ürifccne«i»n^. Kutan en. P»!a»t na. Syn«». i«rk«i. T»"»» uih Bt^fonMiMf, Virt*|f*i'> HtMNM^ikw u. \f#twtliwtffftl< RvAtMvnr: Jmmw JhMjfiMMiin> MdüÄwwiWiw» WJw, XX| i^M^tl&Htt^t• "ü. — Äwwk: j,Ajip4l"> W*t*i M» Ta^wsto"« 52 b.