Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 45 (10.11.1933)
- Date
- 1933-11-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. Der jüdisch* Arbeiter. 10. November 1,333 Die jüdische Gemeinde hilft! Der bevorstehende Winter bedeutet für Tausenlle von Wiener, Juden, eine,, furchtbare Verschärfung ihrer an sich genug tristen uirtschnltiirhen Lage. Kälte und Hunger bedrohen die jüdischen Armen und vielen von ihnen ist heute die jüdische Gemeinde die Retterin vor i\ol und. RIend. Es ist selbstverständlich, daß die jüdische Gemeinde; nicht in' der Lage ist,diesen außerordentlichen Anforderungen im Rahmen ihres ordentlichen Rudgots gerecht •zu werden,' und so wenden sich die Kührer der Kultusgemeinde an die Gesamtheil der Wiener Juden mit der Aufforderung, ihr die notwendigen Mittel zur Verfügung pi stellen. In einer vom Präsidium der Gemeinde einberufenen.' Pressekonferenz gab der Präsident der Kultiisgemeinde Dr. D e s i d er P r i c d m a n u eine Darstellung des quantitativ und qualitativ achtunggebietenden Fürsorgewerkes. Es ist eine vielgestaltige und weitverzweigte Tätigkeit, die die Kultiisgemeinde auf dem Gebiete der Fürsorge entfallet: nicht weniger als ein Viertel der Wiener jüdischen Bevölkerung ist in diese Fürsorgearbeit einbezogen, eine Zahl, die ein wahrhaft tragisches Bild der Lage der Wienei; Juden vor unseren Augen entrollt. Jugend und Krwaehsene, Männer und Frauen, werden von den Wohllahrtsinstituten. der jüdischen Gemeinde erfaßt, helfend und stützend stellt, sie ihnen zur Seite. Nur einige wenige Zahlen: An. Unterstützungen, hat. die Gemeinde S 1,800.000 . verausgabt, für :das" Versorgungshaus betrugen , die Kosten S 400.000. Tausend Personen werden täglich von der Gemeinde ausgespeist. 3600 Personen fielen unter die Wanderfürsorge, die S 7G.O0O Kosten verursacht hat. o(584 jüdische Kinder sind von. der Jugendfürsorge betreut worden, HG0 Kinder wurden täglich verpflegt. Die Winterhilfsaktion hat au außerordentlichen. Einnahmen S 150.000 im Jahre 1031/82, S 100.000 im Jahre 1982/33 zu verzeichnen. ' Die wenigen angeführten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache; und doch glauben wir, daß selbst die Entfaltung der Fürsorge in diesem Maße uns noch immer nicht, berechtigen würde, die jüdische Kultusgenieinde als1 Volksgemeinde zu bezeichnen. Diese Stufe wird die Kultiisgemeinde erst erreichen, wenn sie Trägerin einer j üd i s c h e n Sozi a 1 p o 1 i I i k im eigentlichen Sinne des Wortes sein wird, d e n n ,,C h a r i t a s" übt s c h 1 i c ß - lieh j ed. e k o n f es s i o u e 11 e . G e m e i n s c h a f t i n in.ehr oder minder großem Umfang. Es darf aber festgestellt werden, daß, Ansätze zu einer Entwicklung in der Richtung zur Volksgemeindc vorhanden sind. Von größter Bedeutung sind in diesem Zusammenhang) die Mitteilungen, die Präsident Dr. Friedmann über diei Wirtschaftshilfe der jüdischen Gemeinde gemacht, hat. Diese gliedert sich in eine M i tt.e 1 s I.an ds p o 1 i t i k, deren Institutionen die geplanten Darlehenskassen sein werden, wie sie in Deutschland, so große Erfolge gezeitigt haben, und in die Sozialpolitik, deren. Objekt die jüdischen Arbeitnehmer sind. Das Instrument der letzteren wird das' jüdische Arbeitsamt, sein, dessen Reorganisierung die Aufgabe der nächsten Zeit ist. Es ist an dieser* Stellet nicht* notwendig, die .'Bedeutung des Arbeitsamtes1 in den Zeiten des schweren Kampfes der jüdischen Arbeitnelnner um ihr Rocht auf Arbeit zu betonen: wir sind seit .lahron. für die Schaffung dieser Institution eingetreten. Die Aufgabe, die das Arbeitsamt zu erfüllen hat, die produktive Eingliederung der jüdischen Jugend in das Wirtschaftsleben, muß als überaus schwierig bezeichnet werden: die objektiven und subjektiven Bedingungen, die Lage auf dein Arbeitsmarkl, und. die Mentalität der jüdischen Unternehmer sind große Hindernisse auf dem Wege der (lelteiidmaclumg des jüdischen Rechtes auf Arbeit. Wir hoffen, daß es dem Arbeitsamt gelingen wird, diese Gegenkräfte zu. überwinden und daß es ein wichtiges Aklivum der Wiener jüdischen, Gemeinde werden wird! Alles in allem: die jüdische Gemeinde ist bemüht, den Forderungen der Gegenwart gerecht zu werden, und. wir sind überzeugt, daß alle Juden Wiens das ihrige beitragen werden, den Erfolg dieser Bemühungen zu sichern. M. P. Purim in Tel Aviv 1. Gesellschaftsreise der Poale Zion—Hitaebduth. Hinfahrt über Griechenland und Zypern. Rückfahrt -über Alexandrien. 2. Klasse Schiff, 3. Klasse D-Zug. Preis S 530.— einschließlich Verpflegung im Speisewagen und Schiff, Aufenthalt unterwegs und Visagebühren. Aufenthalt im Lande und Führung nicht einbezogen. Auskünfte erteilt Gen. M. Singer, Wien, IX., Spitalgasse 21. Tel. A-22-9-20. Die „Pag" teilt mit: Die Teilnehmer der am 21. Oktober von Wien unter Führung des Ing. Seiden abgegangenen 12. Palästinareise sind nach schöner Seereise auf dem; Salondampfer „Thraki" gesund und wohlgelaunl. in Haifa gelandet. Das von uns herausgegebene .moderne Lehrbuch „Hebräisch — leicht gemacht" erscheint, in den nächsten Tagen. Subskriptionspreis bis 15. November: kartoniert S 6.—. Für Tel-Aviv werden eine gute Wiener Köchin und ein Konditor gesucht. Näheres in unserem. Büro, Wien, VI., Capistrangasse 2, nur vormittags. Ahasver Bilder von jüdischer Not und jüdischem Aufbau. Diu Aufführung dieser zionistischen Propagandarevue gestaltete sich zu einem vollen Erfolg. „Ahasver" ist eine zionistische Propagandarevue, die auf hohem, künstlerischem Niveau stand. Dem Tcheleth La van, (Blau-Weiß), der diesen Abend veranstaltete, und dessen Mitglieder gemeinsam mit den Ohawerini des Brith Bilu die Darsteller stellten, gebührt volles Lob. Es war eine Vorstellung, wie wir sie in Wien seil langem nicht erlebt haben. Erlebt, denn die Sprechchöre und die dramatischen Szenen wirkten so stark, so ergreifend, daß es zu einem Erlebnis wurde. , Donnerstag, den iß. November 1933, 8 Uhr abends: Feierlicher Unterrichtsbeginn des Wintersemesters 1988/34. . Kurs: Schicksal und Werden des jüdischen Volkes. Ein Querschnitt durch die jüdische Geschichte. Leiter: Prof. Dr. Salamo Rapaporl. E i n 1 e i t u n g s v o r t r a g. Gäste willkommen! Jüdisches Volksheim, 11., Bluinauergasse 1. W i n I e rse m es ter 1933—34. A. Sprachkurse: Hebräisch für Anfänger und Fortgeschrittene läglieh in den Abendstunden. Für Kinder täglich nachmittags. Englisch für Anfänger: Montag 8—9 Uhr, .Mittwoch 7—8 Uhr. Beginn: Mittwoch, den 15. November 1933. ß. Gymnastik, Rhythmische Gymnastik und Akrobatik: Leiterin: Nussi Gottesinann, dipl. Tiirnlehreriu. Für Erwachsene: Montag, Mittwoch 8—9 Uhr. Für Kinder: Montag, Donnerstag nachmittags. Beginn: Mittwoch, den 15. November 1.983. ('. Allgemeine Kurse: Palästiriakunde: I. Teil. Leiter: Dr. Leo Goldhammer. 1. Landschaftsbild Palästinas. — 2. Natur-, Pflanzen- und Tierlcben. — 3. Das Städlebild Palästinas, a.) jüdische Städte, b) nichtjüdische Städte. Mittwoch 8—9 Uhr. Beginn 1.5. November 1933. Schicksal und Werden des jüdischen Volkes. Ein Querschnitt durch die jüdische Geschichte. Leiter: Prof. Dr. Salomo Rapapoi'l. Aus dem Inhalt: Die Israeliten und ihre Nachbarstämmc. Könige und Propheten. Hellenisten und Makkabäer. Judäa und Rom etc. Donnerstag 8—9 Uhr. Beginn: 16. November 1.933. Geschichte der jüdischen Arbeiterbewegung. Leiter: Dr. Sau! Sokal. Dienstag 8—9 Uhr. Beginn: 21. November 1.938. D. Nähen: Schiiiftzeic.hu.cn, Anleitung zu Reparaturen und Selbstanfertigung von Kleidern. Leiterin: Frau Dr. Berger. Montag 7 Uhr. Beginn:. .14. November 1.988. Vorträge und künstlerische 'Veranstaltungen jeden Samstag und Donnerstag.. Besondere Ankündigungen folgen. Anmeldungen täglich 0—8 Uhr, II., Bluinauergasse 1. JLzntlielie "Verlautbarungen, der Israel. BZultusgomeinde Wien Besetzung von Chorsängersfelleii. .Bei der israelitischen. Kultusgemeinde Wien gelangen C h o r s ä n g e r s I. e 11 e n f ü r T e n. ö r e u n d B ä s s e in nächstet Zeit zur Besetzung. In Betracht komineu nur jüngere Kräfte mit entsprechender .musikalischer Vorbildung, welche die österreichische Bundesbürgerschaft besitzen. Anmeldungen zum Probesingen werden bis zum 20. November d. J. im Schulamte der Israelitischen Kultusgenieinde Wien, 1., Seitenstettengasse 2, L Stock, entgegengenommen, woselbst auch nähere Auskünfte erteilt werden. Der Vorstand. * (ieiniluth-Chcsed-Kassa. Die Eröffnung der Darleh©ns-(Geniiluth-Chesed)Kassa, deren Agenden durch die Fürsorge-Zentrale der Kultusgenieinde besorgt werden, wird am 15. November d. J. erfolgen. - * Predigten, bezw. Schrifterklärungen in den israelitischen, Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 10. November 1933, werden bei den um 4 Uhr 15 Min. beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannlen Gemeinde- und .Bezirkssynagogen Predigten, beziehungsweise Schrifterklärungen abgehalten, und zwar: L, Seitenstettengasse 4, Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang: IL, Teinpelgasse 3, Oberrabbiner Dr. t. Taglicht; HL, Untere Viaduktgasse 13, Rabbiner Dr. K. Kupfer; VI., Sc.hmalzhofgasse 8, Rabbiner Dr. J. Drobinsky; VIII., Neudoggergasse 12, Rabbiner Dr. M. Bauer; IX., Müllnergasse 2t, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; X., Humboldfgasse 27. Rabbiner Dr. A. Weiner; XIX.. Dollmer^asW 3. Rabbiner Doktor A. Frankfurter; XX.. KInckvgasse 1.1, Rabbiner Dr. B. Murmelstein. . Samstag, den 11. November 1983, beim Hauptgottesdienste: Schrifterklärungen. XX.. Kluckygasse II, Rabbiner Dr. R. Murmelstein: XXI., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. * Rabbinatskanzlei im II. Bezirke. Die Arntsstunden in der Rabbinatskanzlei für den II. Bezirk, Wien, IL, Ferdinandstraße 28, sowie die Sprechstunden des Herrn Oberrabbiners Dr. I. T agl i c h t. linden täglich von 3 bis 5 Uhr nachmittags statt. Die Anmeldung von Aufgeboten. Trauungen und Rarmizwath für den Großen Leopoldstädter Tempel sind in dieser Kanzlei zu vollziehen. Israelitischer Jugendgottesddienst. Samstag, den 11. November 1938. findet in allen Gemeinde- und Vereins-Synagogen um 8 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst statt. $' zioaistisch^soziatistisdher Studenten vermittelt Lehrer für alle Lehrfächer der Mittelschule. Anfragen sind an die Administration unseres Blattes zu richten. 13. PAG*? ab Wien 28.Nov@mfeer 1833 Saloniki — Vola — Piräus Athen - Rhodus — Cypern — Tripoli — Beyrouth - Haifa Jaffa — Aegypten und zurück inkl. D-Zug (Speisewagen), Hotel, Auto, GeßljBh päcktransport ^fPw 1—4beftige Außenbord-Kabinen ^4 Vorzügliche Verpflegung Tagsüber Auifienthalt im den Mittclmeer-Hafenstäditen. — Zusammen ab Wien bei 2. mamm Schiff S 440.- Rückfahirt kann in Palästina wöchentlich innerhalb von 90 Tagen angetreten werden! Die bequemste, genußreichste und billigste Palästinarefee; Prospekte durch: JW reg. ro-ö- H.. fötal, IN., Capistrang. 2 Sprechstunde nur Dienstag bis Freitag 9.30 bis 12 Uhr. Tel. B 25-3-S1. Schriftliche« Anfragen ist intern. Rückporto beizulegen. isessiif isf!ni4ii@raii§@islii war inoei-baJb S Woche« vergriffen! 3. Auflage soeben erschieaen Im Urteil der *ach- |Ja$ Ögjfg gty|) Ml kundigen Kritik: ßSBSSgl&Bi^^ Präzise Beantwortung aller Fragen über Palästina- Verwaiiimg, Steuer, Recht, Zoll, Verkehr, Touristik, ßwwaindieriuigsbeeftiimmuflgeii, Existewzmögdiichkeiten, Zicinierriius. — Führer dsurch das La«d. — Hebräisches Vokabularium in Lateinschrift. 126 OktavseHen Tatsachen uod Ziffer«! Eine Landkarte. Im I«Uü»d S 4.20, im Ausland M. 2.50, Schw. Fe 3.—, Pewgö 4.—, Ztaty 5.—, Kc. 20.—, Dinar 15.— bei Vorauszahlung, inldus. Porto, erhättüch bei: 9$P Ü d** r, G. m. b, H», Wi®n9 Iii.» Landsfraier Gärfei 9 u. Kereti Haiessod I, Kärntnerstr. 28 Lefeeasversicfoerungs-GeseUschaft PHÖNIX Aus iem Jahresbericht 1932: VerttoberunfsbeJrtmitl S 2.72S,06«.i0i'- Prämienunä Zinsen- ®«uzhmtn , »79,l00.^e-- Qarantftmittel - 527,000.000- AuezaktuAgen an die fiAAAÄAÄÄ. Versicherten - 60,000.00©- TatlflkjeUsfisbiet: Oesterreich, Uenlscue» Keich, TacMocb«si*v^U£Cht. Reaublik. HeisJ«n, HoMaiui, Frankreich, Sp«aie«, Halle«, Fürstentum Liectate«- BteiH, Ungarn. Polen, Jutwrtavien, »uterien, ünechenlanii, Rmnäiuen, Palästina, SyrJei. lürkei, Tuniß und Aegyptea. Rgevluflior, Veriefw, Hww»cfb>T h. »iiuiiIiwiW. R\iAMihi : Jemw jmgmmmm, k. & - DMMk. „A*ia", Wim, II, T»bor«*r. 52 b.