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Der Jüdische Arbeiter · 1933-10-20 · Heft 42 (20.10.1933) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
10 (1933)
Issue
Heft 42 (20.10.1933)
Date
1933-10-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Der jädiscfrg Arkueiter. 20. Oktober 1Ö33 Ein Jahr hebräische Literatur und Presse Palästina Presse. Die Tagespresse ist in steter Entwicklung begriffen, das merkt man allen drei Tagblättern rasch an. Sie wachsen an Umfang und an Qualität. Der „Dawar", das Organ der Arbeiterorganisation, ist nicht allein das beste hebräische Tagblatt, sondern ist auch eine Zeitung von höchstem europäischen Niveau. Zur literarischen Beilage kam vor zwei Jahren die wundervolle, 8 Seiten starke Kinderbeilage, in der die Kinderlieder von Bialik, Fichman und der jüngeren Dfchtergeneration undi Illustrationen von den besten palästinensischen Zeichnern erschienen sind. Heuer kam noch eine dritte, sehr starke Beilage „Hameschek Haschituf" dazu, gewidmet den Probleme» des Arbeiter-Genossenschaftswesens. Versuche, ein viertes Tagblatt herauszugeben, wurden schon einige Male gemacht, aber ohne Erfolg. Wie man hört, will die Achi-Meir-Gruppe ihre Wochenschrift in ein Tagblatt umwandeln. Wahrscheinlich wird es den Erfolg ihres ersten vor 2—3 Jahren erschienenen, von Jabotinsky redigierten und von Dr. Weisel bezahlten Tagblattes haben: Untergang nach kurzer Existenz! Dazugekommen sind: „Hazioni Haklali", Wochenorgan der revisionisten-freundilichen Allgemeinen; „Bet h a r" — eine literarischnpublizistische Monatsschrift, redigiert von Prof. Klausner (großen literarischen Ruhm wird, nach den bis nun erschienenen Heften zu schließen, dem alternden, ins revisionistische Fahrwasser ^geratenen Professor nicht ver schaffen!); „Briuth" — Zweiwochenschrift, gewidmet hygienischen Fragen; „Bama" — Zwei-Monatsschrift, gewidmet den Theaterfragen; Turim — eine literarische Wochenschrift, um die sich die - meisten ehemaligen „Ketubim"- Schriftsteller konzentrieren. Unerwähnt bleiben hier die Zeitschriften, die während, des Jahres gegründet und kurz darauf eingegangen sind, wie auch jene Organe, die früher unperiodisch, nunmehr aber periodisch und regelmäßig erscheinen. Eingegangen sind im Berichtsjahr das Organ des Brith Schalom „S c h e i f o t h e n u", nachdem die Brith-Schalom- Gruppe, innerlich zerrissen, zu jeder polhuschen Tätigkeit unfähig geworden war; die literarische Wochenschrift der palästinensischen „Stürmer und Dränger", „K e t u b i in", nachdem die meisten und nächsten Mitarbeiter den Führer der Gruppe und Redakteur der Zeitschrift E. Steinman verlassen hatten und sich eine eigene Tribüne in den. bereits erwähnten „Turim" aufrichteten. Auch die zweite literarische Wochenschrift „Mosnajim", das Organ der „Konservativen", der „Anerkannten", der auf ihren bereits erworbenen „Lorbeeren ruhenden", der „Klassiker" der hebräischen Literatur, mußte weichen, wiewohl die literarische Valuta ihrer Herausgeber seit Jahren stabilisiert und ihre dichterische Golddeckung eine hundertperzentige ist. „Mosnajim" wurde in eine Monatsschrift verwandelt und soll die zentrale Monatsschrift der hebräischen Literatur werden. Hoffentlich wird sie es! Die erste Nummer ist dieser Tage erschienen. Originelle Belletristik: Da ist zunächst die einbändige Volksausgabe der gesammelten Schriften Bialiks, die vom Jubelkomitee anläßlich des sechzigsten Jubiläums des Dichters herausgegeben wurde. Wunderschön ist die im „Dvvir"- Verlag erschienene Sammlung der Kinderlieder Bialiks, illustriert von Guttmann — einem Künstler, der in den letzten Jahren an die Spitze der palästinensischen Buchzeichner vorgerückt ist. Von Gesamtausgaben ist noch zu erwähnen die fortschreitende Gesamtausgabe der Werke Schneurs und die begonnene Gesamtausgabe Fichmanns — anläßlich ihrer Jubiläen. Im Gegensatz zu den früheren Jahren ist heuer die lyrische Ernte nicht sehr reich: Gedichte von Bas, Efrath, Rosenzweig u. a. i' Auch im Felde der originellen hebräischen Prosa ist nicht viel zu pflücken. Erfreulich jedoch ist die Aenderung in der Thematik der palästinensischen Prosa. Zum Unterschied von den früheren Jahren sind die meisten Themen der heuer erschienenen Prosawerke aus dem palästinensischen und chaluzischen Leben. So der neue Roman Kabaks „Zwischen Meer und Wüste" und die Erzählungen von Aricha, Schemueli, Liebermamn, Särchi, Karmon u. a. Ob es Zufall oder tiefgehende Wandlung ist, läßt sich nicht feststellen. Zu bemerken ist, daß außer Kabak alle hier erwähnten Autoren junge Menschen sind, die zum ersten Male in der hebräischen Literatur mit Büchern aufscheinen. Neuland ist der Roman „Lewatim" vom Misrachi Abraham Kohn, der das jüdische Leben in Persien schildert. Es erschienen noch Erzählungen der sehr talentvollen Erzählerin aus dem Dorfleben Dwora Baron, des kräftigen bessarabischen Schilderers Blank, der Uriel Acosta-Roman Twerskys u. a. Uebersetzungen. Wie seit Jahren ist auch in diesem Jahre die übersetzte Literatur sehr reich. Das beste und aktuellste der europäischen Literaturen wird von den besten hebräischen Schriftstellern, die aus dem eigenen originellen künstlerischen Schaffen die Achtung vor dem künstlerischen Wort mitbringen, übersetzt. Um nur einige Namen anzuführen seien hier erwähnt: Ehrenburg, Kästner, Jack London, Wassermann (3 Bücher), Sinclair, Traven u. a. Besonders beliebt und gesucht sind Schilderungen und wissenschaftlichpublizistische Bücher über asiatische Länder und Kulturen, in deren Sphäre man geraten ist und die man kennen lernen will. Zu erwähnen wären noch einige Dramen, ferner die vielen Lehr- und Kinderbücher. Sehr reich ist da® Verzeichnis der wissenschaftlichen, historischen und philosophischen Bücher, die im Berichtsjahr erschienen sind, deren Aufzahlung wohl einen interessanten Ueberblick über da® geistige Leben und Schaffen Palästinas geben würde, aber den Rahmen dieser nur bi biographischen Skizze weit sprengen müßte.? Auf die besonders wertvollen und interessanten Bücher werden wir noch gelegentlich zurückkommen. Schluß. S. Drechsler. Edle Seelen finden sich Die „Werktätigen" in der Wiener Kultusgemeinde führen eine derart eindeutige klare Politik, daß kein Mensch, auch nicht unter ihren Anhängern, recht weiß, ob sie sich von den „Nichtnationalen", mit deren Hilfe sie sich die Mandate ergattert haben, losgelöst haben oder nicht. Dem Kultus vorstände teilen sie mit, daß sie sich als selbständiger Klub konstituiert haben, in ihrem Blättchen aber bemühen sie sich, den Austritt aus dem Klub der Nichtnationalen zu verheimlichen. Es ist nur begreiflich, daß ihnen jeder ehrlich denkende Sozialist den Rücken; wendet. Die „Führer" der Werktätigen sind aber um ebenbürtige Kampfgenossen nicht verlegen. Sie haben ihn gefunden, im „Misrachi", den Herr Malkiel Grünwald herausgibt. So hat die „Jüd^ Volkszeitung" des Dr. Löwy im gleichen Schritt und Tritt mit dem „Misrachi" des) Malkiel Grünwald gegen uns und gegen einige Genossen persönlich eine Ladung von Verdächtigungen und Beleidigungen abgefeuert. Wir werden in den Stinkbombenkampf der beiden Blätter nicht eingreifen. Mögen sie ihren Anhang auch weiterhin mit den üblen Gerüchen ihrer Polemik beglücken. Unser: Blatt und unsere Leser sind uns viel zu gut, um sie mit derartigen Produkten <zu behelligen. Wir wollen nur unsere Genugtuung darüber aussprechen, daß sich die edlen Seelen im Kampfe gegen uns gefunden haben. benannten Gemeinde- und Beziirkssynagogen Predigten, bezw. Schrifterklärungen abgehalten, und zwar: HI., Untere Viaduktgasse 13: Rabbiner Prof. Dr. K. Kupfer. — XVI., Hubergasse 8: Rabbiner Dr. J. M. Bach. - XVIII., Schopenhaiuerstraße 39: Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz. — XIX., Dollinergasse 3 (Schrifterklärung): Rabbiner Prof. Dr. A. Frankfurter. — XXI., Holzmeistergasse 12: Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Israelitischer Jugendgottesdienst. Samstag, den 21. Oktober 1933 findet in allen Gemeinde- und Vereins-Synagogen der Jugendgottesdienst um 3 Uhr nachmittags statt. 6. Levante-Messe in Tel-Aviv, Frühjahr 1934. Jüdisches Volksheim Der ganz außerordentliche Erfolg, den die bisherigen Messen in Tel-Aviv erzielt haben, hat die Veranstalter bewogen, auf einem neuen, weit größeren Gelände in. der Nähe der Stadt Tel-Aviv, vom 26. April bis 26. Mai 1934 die nächste Levante-Messe abzuhalten. An der 5. Messe haben sich bereits 24 Länder mit weit über 800 Ausstellern beteiligt. Die Besucherzahl wuchs auf über 300.000. Der weiter ansteigende wirtschaftliche Aufschwung, den Palästina in der letzten Zeit genommen hat, hat großes Interesse im Handel und in der Industrie der ganzen Welt hervorgerufen. Es laufen bereits jetzt zahlreiche Anmeldungen ein. Für Oesterreich wurde die Repräsentation Bruno Rabinowiitz-Riehter, Wien, I., Rotenturmstraße 25, übertragen. Auskünfte werden gerne erteilt. zionistiedWoziallstischer Studenten vermittelt Lehrer für alle Lehrfächer der Mittelschule. Anfragen sind an die Administration unseres Blattes zu richten. w«vw»t«&Bi<MfMuajiram m,„-u„i..in.i..,—.pp— 12. Anmeldungen für nachstehende Kurse: Hebräisch für Anfänger und Fortgeschrittene; „ Englisch für Anfänger; Gymnastik, rhythmische Gymnastik, Akrobatik; Nähen; Jüdische Geschichte; Palästinakunde; Geschichte der jüd. Arbeiterbewegung u. v. a. täglich 6—8 Uhr, Blumauergasse 1. Die Leitung des Gymnastikkurses hat die bekannte Kurn- und Sportlehrerin 'Gen. Nussi Gottesmann übernommein. Kutsbeitrag S 3.— monatlich. Kurse: Montag, Mittwoch von 8—9 Uhr. Kinderkurse: Montag und Donnerstag nachm. Anmeldungen täglich. Besuchet die Kurse und Veranstaltungen des .Jüdischen Volks heim es! * Hebräisch-Unterricht im Jüd. Volks heim, Wien, IL, Blumauergasse 1. I. Anfänger kurs Montag und Mittwoch von 8 bis 9 Uhr. Kursbeginn Montag, den 23. d. M. II. Vorgeschrittenenkurs Dienstag und D o n n e r stag von) 7 bis 8 Uhr. Kursbeginn Dienstag, den 24. d. M. Kinder-Kurs am Nachmittag beginnt in den nächsten Tagen. ' , i_ Anmeldungen täglich ,im Sekretariat von 6 bis 8 Uhr abends. Führung: Ing. Seiden ab Wien 24 OSttabeß» 1933 Saloniki — Volo — Piräus — Alexandrien — Port Said — Jaffa — Haifa — Beyrouth — Tripolis — Cypern — Rhodus — Piräus — Volo Saloniki D-Zug / Speisewagen / Hotel / Auto / Gepäcktransport 2- bis 4bettige Außenbord-Kabinen, gute Verpflegung Tagsüber Aufenthalt im den Mittelmeer-Hafenstädten. — Zusammen ab Wien bei 2. StSasse Sshifff S 44ö.- Rückfahrt kann in Palästina wöchentlich innerhalb von 90 Tagen angetreten werden! Die bequemste, genußreichste und billigste Palästinareise; Prospekte durch: „PH6" reg. fen. m. b. H., Wisn, ül, Capisfrang. 2 Sprechstunde nur Dienstag bis Freitag 9.30 bis 12 Uhr. Tel. B 25-3-81. Schriftlichen Anfragen ist intern. Rückporto beizulegen. Achtung Baden! Gründungsversammlung der Ortsgruppe Baden, Sonntag, den 22. Oktober, 10 Uhr vormittags. Näheres durch: Jakob Kessler, Baden, Breitnergasse Nr. 20; Ludwig Grünwald,' Baden, Vösiauerstraße 15, und Ignatz Kessler, Baden, Josefsring (Uhrmacher). Amtliche Verlautbarung-en der Israel. JCultusgremein.de "Wien Konkursausschreibung. Bei der israel. Kultüsgemeinde Wien ist die Stelle eines Leiters des technischen Amtes als Vertragsbeamter zu besetzen. Für diese Stelle kommen Ingenieure für Hochbau in Betracht, die befugte Baumeister sind und gründliche Kenntnis und Erfahrung im Kalkulations- und Arbeitsvergebungswesen, sowie in der Bauaufsichtsführung nachweisen können. Die näheren Bedingungen sind der seinerzeitigen Vereinbarung vorbehalten. Reflektanten wollen ihre gehörig belegten Bewerbungsgesuche bis längstens 15. November 1933. in der Amtsdirektion der isr. Kultüsgemeinde Wien, I., Seitenstetteng. 4, 3. Stock, schriftlich einbringen. Wien, 16. Oktober 1933. Der Vorstand der isr. "Kultusgemeinde Wien, Predigten, bezw. Schrifterklärungen üi den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 20. Oktober 1933 werden bei den um 4 Uhr 50 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nach- Zßidinef OsferreicftisdiB Treffer-Anleihe bei der Lebensversicherungs - Gesellschaft Abteilung des Keren Kajemeth Lejisrael Wien, II., Aspernbriickengasse 2, Telefon R-43-500 Das Palästlnaslnloraiailonsbndi war innerhalb 8 Wochen vergriffen! 3. Auflage soeben erschienen Im Urteil der sach- Qgj (^fg gy^ ^jflßp flP(| kundigen Kritik: mmmammamamaaamm I Präzise Beantwortung aller Fragen über Palästina Verwaltung, Steuer, Recht, Zoll, Verkehr, Touristik, Einwanderungsbestimmungen, Existenzmögiüchkeiten Zionismus. — Führer durch das Land. — Hebräisches 1 Vokabularium in Lateinschrift. 120 Oktavseiten Tatsachen und Ziffern! Eine Landkarte, Im Inland' S 4.20, im Ausland M. 2.50, Schw. Fr. 3.—, Pengö 4—, Zloty .5.—, Ke. '20.—, Dinar 45.— bei Voraus zahning, inklus. Porto, erhältlich bei: »,P A G" r. G. m. b, H., Wien, III., Landstraßer Gürtel 9 b*v\t,'ftUM<^ Efgenfömer, Verleger, Herausgeber u. verentwortl Redakteur: Jonas Jmgmui—*, M Wien, XX, MckWmanflstr. W. — Druck: „A<fate", Wien, II, Taborstr. 52 b.

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