Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 41 (11.10.1933)
- Date
- 1933-10-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2641551-2641667-2641705--830-2642869- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite4, D e c j ü d i s c h e A rbg j t e r. 11. Oktober 1933 Pläne der Regierung; hinsichtlich ihrer aktiven Teilnahme an der kommenden. Messe. . Das Messeamt teilt mit, daß auslandische Bahn- und Scm^fegesellschaften Besuchern der Messe erhebliche Be güßstigungen gewähren wollen. Die Schiffsgesellschaft Gdy nia-Amerika, die am 1. Oktober ihren großen Dampfer „Polen" für den Verkehr Polen-Palästina eingesetzt hat, gewährt Messebesuchern eine 30prozentige Fahrpreisermäßigung. Eine Gruppe in Palästina weilender deutsch-jüdischer Gelehrter und Industrieller hat in diesen Tagen das Messe' gebäude besucht. Sydney Keith aus Melbourne, Australien, hat dem Keren Hajessod eine Summe von 4000 Pfund als Sonderbetfrag zur Errichtung von 25 Häusern für jüdische Einwanderer aus Deutschland auf dem Boden des Jüdischen Nationalfonds in der Haifa-Bucht zur Verfügung gestellt. In Rehavia, der Jerusalemer Gartenvorstadt, wurde mit der Errichtung von 40 Wohnhäusern für Mittelstandssiedler begonnen. Wieder Lehrerstreik in Palästina? Die jüdischen Schulen, die nach den Ferien am 1. Oktober wieder hätten eröffnet werden sollen, bleiben vorläufig noch geschlossen, da die Lehrer sich mit der von der Regierung geforderten Reduktion der Gehälter nicht einverstanden erklärten und auch den Kompromißvorschlag des Waad Leumi, ihnen den gekürzten Gehaitsteil in Form eines Familien Zuschusses zu gewähren, zurückgewiesen haben. Misrachi verweigert Mitarbeit an Mifal Arlosoroff Bratislava^ 11. Oktober. Es wird bekannt, da'ßi die Lainidesldituinfe! des Misrachi ihre Unterschrift unter dein Aufruf zur Aktion „Mifal Arlbsoroff" verwiet- 'gert hat, der in den nächsten; Tagen erscheinen! und| von allen Parteien gezeichnet sein soll. Diese Haltung dies Misrachi hat, trotzdem es bekannt ist, daß' er die Arbeiten! der neuen .Exekutive sabotiert, beträchtliches: Aufsehen) erregt. Juden dürfen in Deutschland keinen Bauernhof besitzen Das Reichsgesetzblatt Nr. 108 veröffentlicht das Reichserhhofgesetz vom 29. September 1933, dessen erste Grundbestimmung lautet: Land- und forstwirtschaftlicher Besitz in der Größe von. mindestens einer Ackernahrung und von mindestens 125 Hektar ist der Erbhof. — Der Eigentümer des Erbhofes heißt Bauer. Bauer kann der sein, der deutscher Staatsbürger, deutschen oder stammesgleichen Blutes und ehrbar ist. Lohnfragen in der Kultusgemeinde Unter den. Angestellten, der Wiener Kultusgemeinde herrscht eine begreifliche Aufregung. Seit Monaten führt das Präsidium der Kultusgemeinde mit den Angesteilteni Verhandlungen über Gehaltskürziuigen. Die Angestellten haben sich der Notwendigkeit, die Ausgaben der Kultusgemeinde» einschränken zu müssen, nicht verschlossen, und es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß in den nächsten Tagen in dieser Frage ein Einvernehmen erzielt werden wird. Nun hat das Präsidium bei Auszahlung der Gehälter per Oktober allen Angestellten 20 Prozent abgezogen. Darüber herrscht eine berechtigte Erregung. Erstens ist ein 20prozentigen Abzug derart hoch, daß er sich zu drückend ,.(auswirkt, insbesondere, da er ausnahmslos durchgeführt wurde, auch bei Bezügen, bis S 200, die von der Kürzung ausgeschaltet bleiben sollen. Zweitens ist dieser Abzug ohne vorherige Verständigung mit der Personalvertretung durchgeführt worden, mit welcher doch jetzt wegen der Gehaltskürzungen laufend verhandelt wird. Es ist gewiß nicht notwendig, die Verhandlungen über Gehaltskürzimg, die an sich schon unerquicklich sind, durch Hervorrufen von Erregung und Erbitterimg zu erschweren. Wir hoffen, daß es gelingen Avird, diese Angelegenheit in der kürzesten Zeit einvernehmlich auszutragen. Im Interesse der Kultusgemeinde, wie ihrer Angestellten. Das PalästinastatoraatioflsDaffl war innerhalb 8 Wochen vergriffen! 3. Auflage soeben erschienen Im Urteil der sachßgj Jjjjj gjjfl, jgfogp flpf j kundigen Kritik: Nahtim Sokolow in Wien Der Präsident der ztorustiscWeri .Weltorganisatbri! wfeilt im diesen Tagen im Wien. Wir begrüßen! inj iWm tlen Repräsentanten der ihn. Exekutive, vom der wir hbffen, daß sie unser; Werk um ein! großes Stiück der Verwirklichung näher bringen wird. Herzl-Grabgang Am Sonwtag, den 15. d. AI, findet dfer. Besuch1 der Wiener Zionisten des Herzlgrabes statt. Treffpamkt: Döblinger Friedhof, 3/4 10 Uhr. Die Aufführung des Ahasver, diie vom jüdischen Nationalfonds veranstaltet wird, wurde wegen des Vortrages von Sokolow auf Mittwoch, dien 18. Oktober verschoben. Sie findet im Bayrischen Hof, Taborstraße, statt. Jüdisches Volksheim II., Blumauergasse 1. Das Jüdische Volksheim eröffnet das Wintersemester 1933/34 am 15. Oktober d. J. mit nachstehendem Programm Hebräischkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, Englischkurse, ' Gymnastikkurse, Jüdische Geschichte, Geschichte der jüdischen Arbeiterbewegung, Hebräische Literatur, Palästinakunde und vieles andere. Einschreibungen täglich 6—8 Uhr abends, II., Blumauergasse 1. JUDEN! :ii bei ' der Lebensversicherungs -Gesellschaft PHÖNIX Abteilung des Keren Kajemeth Lejisrael Wien, II., Aspernbrüokengasee 2, Telefon R-43-500 II Präzise Beantwortung aMer Fragen über Palästina- | Verwaltung, Steuer, Recht, Zoll, Verkehr, Touristik, I Einwanderungsbestimmungen, Existenzmöglichkeiten, I Zionismus. — Führer durch dias Land. —■ Hebräisches I Vokabularium in Lateinschrift. 120 Oktavseiten Tatsachen und Ziffern! Eine Landkarte. Im Inland S 4.20, im Ausland M. 2.50, Schw. Fr. 3.—, Fengö 4.—, Zloty 5.—, Kc. 20.—, Dinar 45.— bei Vorauszahlung, inklus. Porto, erhältlich bei: ffP A G** r. G, m. b, H.9 Wien, III*. Landstraßer Gürtel 9 -Amtliche Verlautbarungen der Israel. ICultusgexneincLe "Wien Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirks- Synagogen. Am diesjährigen Schemimi Azereth-(Schluß-) Feste bzw. Simchat Thora (Thora-Freuden-) Feste werden in nachbenannten Gemeinde- und ' Bezirkssynagogen beim Hauptgottesdienste Predigten, abgehalten, und zwar: Donnerstag, den 12. Ölctober 1933 (Schemini Äzereth): I., Seitenstettengasse 4:. Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwarag. 'Tl., Tempelgasse 5: Öberrabbimer Dr. I. Taglicht. IL, Pazmanitengasse 6:v Rabbiner Dr. Z. Taubes. III., Untere Viaduktgasse 13: Rabbiner Prof. Dr. K. Kupfer. V. , Siebenbrunnengasse 1 a: Rabbiner Dr. M. G. Mehrer. VI. ,1 Schmalzhofgasse 3: Rabbiner Dr. J. Drobinsky. VIII. , Neudeggergasse <;12: Rabbiner Dr. M. Bauer. X., Humboldtgasse 27: Rabbiner Prof. Dr. A. Weiner. XIII., Eiifcelbergergasse;>22: Rabbiner Dr. M. Lewin. XV. : Turnergasse 22: vertretungsweise Rabbinatskandidat Dr. Josef Babad. XVI. , Hubergasse 8: Rabbiner Dr. M. J. Bach. XVIII. , Schopenhauerstraße 39: Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz. XIX. , Dollinergasse *3: Rabbiner Prof. Dr. A. Frankfurter. 1 XX. , Kluckygasse 11: Rabbiner Dr. B. Murmelstein. XXL, Holzmeistergasse 12: Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Donnerstag, den 12. Oktober 1933 (Simchat Thora- Vor abend): Ansprache an die Jugend: III., Untere Viaduktgasse 13: Rabbiner Prof. Dr. K. Kupfer. Am Vorabend des Scherhini Azereth- (Schluß-) Festes Mittwoch, den 11. Oktober 1933, Beginn des Gottesdienstes 5 Uhr abends: IX. , Müllnergasse 21: Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz. ■■■NH^ IMorrtag, cten! 16.;Ok!tiobier 1933, 8 Uftr ab'en'ds, spricht NAHUM SOKOLOW, Präsidien't der Zloin'. Wei tiorgänisati'on1 und der JiewSsh1 Agiewdy im Qro'ßew Klonzerthaussaale über: „DER ZIONISMUS UND DIE LAGE DER JUDEN IN DER WIE LT". Karten) zum Preise von! S 1 — blüsi S 5'.— jm Zion. Lanideskomitee, I., Kärntnerstr. 28 (R-27-4-85); Bücherstube M. Rath1, IL, Tabofsiraßö 20a (R-43-1-58); ZioW. Bez. Sektion1, II., Praterstraße 13 (R-44-3-45) und an der Abendkassa erhältlich. Fre/tag, den 13. Oktober 1933, bei dem um 5 Uhr 5 Mlimiten beginnenden Abendgottesdienste: i III., Untere Viaduktgasse 13: Rabbiner Prof. Dr. K. Kupfer. Jugend-Gottesdienst im Schuljahr 1933—34. Der erste Jugendgottesdietist findet am 14. Oktober I. J. (Schabbas b'reschis) statt. In allen nachstehenden Synagogen vom 14. Oktober 1. J. angefangen, an jedem Samstag, Beginn 3 Uhr nachmittags. I., Seitenstettengasse 4. IL, Tempelgasse 5, IL, Sebastian Kneippgasse 14. HL, Untere Viaduktgasse 13. V., Siebenbrunnengasse 1 a. VI., Schmalzhofgasse 3. VIII., Neudeggergasse 12. IX., Müllnergasse 21. X., Humboldtgasse 27. XIIL, Eitelbergergasse 22. XV., Turnergasse 22. XVI., Hubergassc 8. XVIIL, Schopenhauerstraße 39. XIX., Dollinergasse 3. XX., Kluckygasse 11. XXL, Holzmetetergasse 12. Dieser Gottesdienst, der für Volks-, Bürger-, Haupt-, Mittelschüler und -Schülerinnen bestimmt ist, wird schulbehördlich verlautbart umdi von den Religionslehrern ihren Schülern in Erinnerung gebracht Gleichzeitig wird die Aufmerksamkeit auf die in fast allen Wiener Bezirken bestehenden hebräischen Sprach- und Bibelschulen, gelenkt, die der Vertiefung und Erweiterung des Religionsunterrichtes dienen. Der Schuljugend wird in diesen Anstalten Gelegenheit geboten, hebräische Kenntnisse zu erwerben und zu vertiefen, wodurch dieselbe befähigt wird, am Gottesdienste aktiv teilzunehmen und unser erhabenes Schrifttum in der heiligen Sprache kennen zu lernen. Die dem Wohnorte zunächst gelegene Sprach- und Bibelschule kann im Schulamte der Kultusgemeinde erfragt werden. Jüdische Eltern! Es handelt sich um Euer Teuerstes, um Eure Kinder, von denen Ihr doch sicherlich erwartet und wünischet, daß sie Eurem und Eurer Väter Glauben, Eurem Volke, Euch und sich treu bleiben. Unterstützet uns daher in unserem Bestreben, Eure Kinder religiös zu erziehen, zunächst dadurch, daß Ihr Sie veranlasset, allwöchentlich am Jugendgottesdienste teilzunehmen und die hebräischen Sprach- und Bibelschulen regelmäßig zu besuchen. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 14. Oktober 1933, findet um 3 Uhr nachmittags der erste Jugendgottesdienst für die israelitidhe Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt. Kundmachung betreffend die Schüleraufnahmen an den Ge- . meindebibelschulen im Schuljahr 1933—34. An die jüdischen Eltern! An den hebräischen Sprach- und Bibelschulen derisrael. Kultusgemeinde Wien erhalten Schüler und Schülerinnen der Volks-, Haupt- und Mittelschulen ihrer Altersstufe und ihren Vorkenntnissen entsprechend, Unterricht im Hebräisch-Lesen, Uebersetzen des Gebetbuches und der Bibel, in. hebräischer Sprache und im Talmud. Der Unterricht in allen Abteilungen _und Kursen' ist unentgeltlich. Hebräische Sprach- und Bibelschulen der Kultusgemeinde befinden sich: L, Seitenstettengasise 2. IL, Tempelgasse 3. IL, Sebastian-Kneippgasse 14. IL, Rembrandtstraße 32. IL, Kaisermühlen, Schüttaiustraße 45. IL, Kleine Sperlgasse 2 c (für Mittelschüler). III., Untere Viaduktgasse 13 (für Volks-, Haupt- und Mittelschüler). V., Siebenbrunnengasse 1 'a. VI., Schmalzhofgasse 3. VIII., Neudeggergasse 12. IX., Müllnergasse 21. X., Humboldtgasse 25. XL, Braunhubergasse 11. XIIL, Penzigerstraße 132. XV., Turnergasse 22. XVI., Hubergasse 8 (für Mittelschüler). XVIIL, Gymniasiiumstraße 38 (für Mittelschülerinnen der Unter- und Oberstufe). XIX., Probusgasse 2. XX., Kluckygasse 7 (für Mittelschüler und -Schülerinnen). XX., Kluckygasse 11 (Talmudkurs für Vorgeschrittene). XX., Othmargasse 46 (Bibelschule, hehr. Sprachschule, Barmizwahkurs und Talmud für Anfänger). XXL, Holzmeistergasse 12. N-ibere Auskünfte erteilen die Religionslehrer (innen) aller Schulen und das Schulamt der Kultusgemeinde (L, Seitenstettengasse 2, 1. Stock). Die Kleiderstelle der Fürsorge-Zentrale bittet dringendist um Zuweisung von brauchbaren Bekleidungsgegenständen jeder Art, Wäsche, Schuhe etc., für Manner, Frauen und Kinder. Telephonische oder schriftliche Benachrichtigung erbeten an die Fürsorge-Zentrale der isr. Kultusgemeinde Wien, L, Seitenstettengasse 2, Tel. U 25-5-85, welche die Abholung veranlaßt. Warnung. Fs mehren sich die Fälle, da.ß unbemittelte Kranke aus dem Auslande, und zwar selbst aus Orten, in deren Nähe vollkommen zweckentsprechende Spitäler vorhanden sind, die Reise nach Wien in der Erwartung unternehmen, hier ohne weiteres im Spitale der Israelitischen Kultusgemeinde unentgeltliche Aufnahme zu finden. Die bedrängte Finanzlage der Kultusgemeinde im allgemeinen und das große Betriebsdefizit ihres Spitaies machen es zumeist unmöglich, diese Kranken aufzunehmen, ohne daß die Verpflegsgebiihren für selbe bezahlt werden, so daß dieselben nach unnützer Verausgabung der Reisespesen oft ungeheilt in die Heimat zurückkehren müssen. Es ergeht deshalb neuerlich und eindringlichst die Mahnung, ohne genügende Bairmitteli zur Zahlung der Verpflegsgebühren und der Rückreisekosten die Reise zwecks Spitalsbehandlung nach Wien nicht zu unternehmen, weil die Israelitische Kultusgemeinde Wien ganz außerstande ist, über die aus der Nichtbeachtung dieser Warnung sich ergebenden Schwierigkeiten hinwegzuhelfen. Wien, 2. Oktober 1933. Der Vorstand der Jsral. Kultusgemeinde Wien. Eigenfümer, Verleger, Herausgeber u. veranfcrortL Redakteur: Jonas Jttneerawm, MwdAwDfeauer, Wie», XX, MeWcmamwlr. 1*. - Dnick: „Adria", Wie«, II, Taborstr. 52 b. J