Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 37 (15.9.1933)
- Date
- 1933-09-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. Der jüdische Arbeiter. 15» September 1933 ^Brith Hadbajil** fordert zum Duell Irr einer der Verhandlungen des Kongreßgerichts gegen die revisionistische Reservislen-Ürganisation „Brith Hachajil" sagte der zionistische Se"jrn-Abge ordnete Dr. Rothenstreich als Wahlleiter "in Lemberg über seine Erfahrungen mit den Herren des „Brith Hachajil" aus. Die Aussagen; Rothenstreichs, der mit! Recht den Ruf einies verantwortlichen Menscherr genießt, machten auf das Kongreßgericht einen tiefen Eindruck. Der „Hajnt" berichtet nun aus Lemberg, daß der „Brith Hachajil" den Abgeordneten Rothenstreich zum Duell aufgefordert hat. Brasilien verweigert Juden die Einwanderung Infolge des Einflusses der Deutschen* in Brasilien! macht djaisi dortige Arbeitsamt durch Verwaltungsmaßnahmen den Juden die Einwanderung nacli Brasilien unmöglich. Rektor Magnes an das jüdische Volk Die sechshundertausend Juden, die heute in Deutschland das Ziel des Angriffes sind — nicht als -Einzelne werden sie angegriffen — sondern als Träger des Judentums. Es ist der jüdische Geist, der jüdische Gedanke, die jüdische Ueberlieferung — es sind die tausend Arten, in denen sich das Judentum m der abendländischen! Kulturwelt manifestiert hat, die dem heidnischen Nationalismus des jetzigen Deutschland unheimlich sind. Ein Tropfen jüdischen Blutes genügt, um die "Furcht vor der Ueberwältigung des deutschen' Geistes durch den jüdischen heraufzubeschwören. Das jüdische Buch wird öffentlich verbrannt. Es ist nicht das erste Mal, daß die Bücher des, Volkes des Buches auf den Scheiterhaufen gebracht werden. _ Freiheit des Geistes und des Gedankes, Gewissensfreiheit des Einzelnen, Beurteilung des 'Nächsten1 nach ethischen Grundsätzen und nicht nach1 Rasse oder Hautfarbe, das Recht der Minderheiten; auf ihr eigenes Lebeni und ihre eigenen1 Ideale, dasf Streben nach sozialer Gerechtigkeit und der Kampf gegeni Unterdrückung, der Schutz der Waisen und Witwen und des Fremden1 in den Toren, der Abscheu gegen Krieg und rohe Kraft, die Bejahung des Lebens uud des Geistes, die Einheit der Menschheit, diese jüdischen Werte und Ideale sind das Ziel: des Ansturms. Mögen1 es die Wohlgesinnten erkerrnen: Der Angriff auf die Juden ist nur ein Vorläufer, ein! Symbol des Willens, die Welt durch Macht und Krieg im Zeichen heidnischer Idole zu beherrschen1. -Durch die ganze jüdische Geschichte selbst durch ihre Rückschläge und Abirrungen, zieht sich als herrschende Idee die Souveränität des Geistes un'd der Einheit des Menschengeschlechtes. Diese Idee hat auch im Christentum und im Islamihren Ausdruck gefunden, soweit diese im Judentum wurzeln. Jüdische Persönlichkeiten der verschiedensten O'wsteöri'chtinTgen sind zu allen Zeiten ihre Verkünder gewesen. Ihr ist die ununterbrochene Existenz der jüdischen Gemeinschaft heute überall Zeugnis; und gegen sie wüten Barbarei und Heidentum. Ein sicherer Instinkt führt sie dazu, sich gerade auf Israel und seinen Ideengehalt als auf ihre Beute zu werfen. Wehe der Menschheit, wenn Israel vernichtet wird. Die Krlegi-:erkläruiTg gegen die geheiligten Ideale Israels, die auch großen feilen der Menschheit heilig geworden sind, "muß von Juden wie von Nicht-, Juden beantwortet werden, Aber vor allem hat den Jude sie zu beantworten. Das ist seine historische! Aufgabe, sein: ewiges Schicksal. '■Es. ist natürlich vor allem unsere Pflicht, fün diejenigen zu sorgen, denen das Brot vom Mündel genommen wird, deren, Kinder in den Schulen Verfolgungen erleiden — für die Flüchtlinge wie für die Zurückgebliebenen. Aber es würde ein verhängnisvolles Mißverstehen des Ernstes der Krise bedeuten, nicht alle unsere Kräfte in die Wagschale für die Welt einen moralischen Wert besitzen. E: wird ein Zeichen dafür sein, daß xias Judentujn sich der ihm drohenden Gefahr bewußt ist und auc. der unbegrenzten Möglichkeiten, die vor ihm liegen Machet die Hebräische Universität zum schöpferischen Milieu, zum Kraftzentrum des jüdischem Geistes! Wenn dann so die Universität zum aktiven Mittelpunkt, zur Werkstätte und Kraftspenderin des jü dischen Intellekts geworden ist, laßt uns eine jüdi sehe Akademie gründen, welcher jeder bedeutende jüdische Gelehrte und Künstler angehöre. Verächtlich stößt die deutsche Wissenschaft den Beitrag jüdischer Gelehrter und Künstler zurück. Möge die Judenheit sie wieder empfangen. „Rachel weint um ihre Kinder; aber enthalte Deine Stimme des Weinens denn sie sollen zurückkehren aus dem Lande des Feindes". Schon das bloße Bestehen einer universalen jüdischen Akademie mit der Hebräischen Uni versität als Mittelpunkt wird ein Licht für das Judentum und ein Hort der Weisheit sein. Aber für einej solche Akademie bestehen auch zahlreiche wissen schaftliche Aufgaben, deren Lösung nur durch die Konzentrierung jüdischer intellektueller Kräfte erreicht werden kann. Unter anderem müßte die systematische Vergiftung der Jugend in der Welt durch die Ver reitung einer Gedankenrichtung, ja eines Glaubens, der auf den Irrwegen des Antisemitismus aufbaut; ystematisch und wissenschaftlich bekämpft werden. Die überlieferten Werte des Judentums müßten noch viel gründlicher und in viel' weiterem Umfange erforscht und ans Licht gebracht werden als es jetzt geschieht. Auf Grund "der allen Traditionen müssen neue menschliche Werte entstehen, damit wir die Menschheit,'vor der Katastrophe retten können, die ihr droht. In unseren Zeiten sind Mittel schwer aufzutreiben. Manche mögen Zweifel hegen, ob es an der Zeit ist, an Großes heranzugehen, während es Schwierigkeiten macht, auch nur das Bestehende zu erhalten, so gering es ist. Aber wenn das jüdische Volk ztu einer Renaissance seines Geistes aufgerufen werden soll, wenndie innerste Bedeutung" der Tragödie, die sich heute innerhalb und auch weit außerhalb, der Grenzen Deutschlands vollzieht, ganz verstanden werden soll — wessen Stimme soll' sich dann erheben, wenn nicht die der Hebräischen Universität? Wenn jemals der Zeitpunkt da war, große Ideen und kühne Pläne zu verkünden, so ist es dieser Wendepunkt der. jüdischen Geschichte. Ist es zu viel gewagt, ein Fünfzehnmillionenvolk heue zu großen Taten: aufzurufen? Eine Million Dollar, der Universität in diesem Augenblick zur Verfügung gestellt würde einen unvergeTSlichen historischen Akt bedeuten. Es würde bedeuten, daß Israel an dieser Wende seines Schicksals nicht verwaist ist. Talmud- und Barmizwah-Kufs im XX, Bezirk. An der BibeJschuJe, XX. werden Vorbtreitungskurse für mudkurse abgehalten. Der Unterricht ist linentgeltlich Othmargasse 46 (Saal Fi Barmizwahknaben und Ta! Die Einschreibungen zu diesen Kursen finden am Sonn tag, den 17. September 1933, in der Zeit von. 10—12 Uhi vormittags, statt. TJer Vorstand. Die Kleider-Stelle der Fürsorge-Zentrale bittet dringendst um Zuweisung von brauchbaren Bekleidungsgegenständen jeder Art, Wäsche, Schuhe etc für Männer, Frauen und Kindier. Tel'ephonische oder schriftliche Benachrichtigung erbeter an die Fürsorge-Zentrale der isri Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 2, ■ ■ . . Tel, U 25-5-S5, welche die Abholung veranlaßt. Das Friedhofamt der Israel'. Kultusgemeinde Wiengib bekannt, daß feiertagshalber die israelitischen Friedhöfe air 21. und 22. September, am 5., 6., 12. undi 13. Oktober d. für den Gräberbesuch geschlossen: bleiben.' FgEFIB^gBFgEHl -Das Palästina- Information sbuch war innerhalb 8 Wochen vergriffen! 2. Auflage soeben erschienen tn Urteil der sach kundigen Kritik: Das teste Budi seiner flrM I Präzise Beantwortung aliler Fragen über Palästina Verwaltung, ,Steuer, Recht, Zoll, Verkehr, Touristik Einwanderungsbestimmungen, Existenzmögfchkeiteii Zionismus.. — Führer durch das Land. — Hebräisches Vokabularium in Lateinschrift. 20 Oktavseiten Tatsachen und Ziffern! Eine Landkarte, m Inland S 4.20, im Ausland M. 2.50, Schw. Fr. 3 Pengö 4.—, Zloty 5.—, Kc. 20—, Dinar 45.— bei Voraus Zahlung, inklus. Porto, erhältlich bei: *ft Samstag, den 23. und Sonntag, den 24. September, findet im jüdischen Voikshetm, IL, Blumauerg. 1, die mit folgender Tagesordnung statt. Samstag, 23. September, 8 Uhr abends. Tätigkeitsbericht der Orgaiiisationsleituing. Ref. Dr. wenn wir würfen, um die Schätze des jüdischen retten, zu stärken und zu vertiefen. .Der Angriff geht heute zu allererst jüdischen Akademiker ....... den Lehrer, der freien Berufe und der Künste, den Wir müssen1 den Angriff mit bolischen Tat parieren : indem Universität in Jerusalem Geistesischätze machen. Geistes zu 1. Bernay. 2. mein de. 3. Die Tätigkeit unserer Ref. Dr. Glanz.' Diskussion. Mandatare Ln der Kultusge- Sonnlag, 24. September, 3 Uhr nachmittags. 4. Die Juden in Oesterreich. Ref. Dr. Sokal. 5. Der XVIII. Zionistenkongreß. Ref. Mendel Singer. 6. Diskussion. 7. Anträge. , gegen dem den Mann' Gelehrten.' einer großen, symwir die Hebräische; zum Hauptsitz der jüdischen' Dies tun-, heißt einen der jüdischen Tradition würdigen Vergeltungsakt unternehmen. Die Hebräische Universität muß in den Stand gesetzt werden, eine Anzahl der hervorragenden Wissenschaftler nach Jerusalem zu bringen, die zu kommen bereit sind, wie auch eine Zahl der jüngeren, verheißungsvollen Kräfte. Leider kann die Universität nicht so "g.r°ß werden-, um alle aufzunehmen, die kommen: sollten und möchten. Aber wenn1 sie: nur in den: Stand gesetzt wird, anzukündigen, daßl sie eine begrenzte Zahl aufnehmen kann, so wird1 schon das allein für das deutsche Judentum undi S. Neuwahlen. Amtliche Verlautbarungen der Israel. IZultus&emeinde Wien Rabblner-lnstalTierungen. i Am Freitag," den 15. d. M. um 6 Uhr abem'cls wird im des Herrn- Ober- Samstag, den 16. Uhr vormittagsim Leopolclistäjdten Tempel des Heran ObeiiTabbiners Dr. Tag Ii cht Sabbatgotteisdienst'eis vollzogen werden. Öieliitpjnstettenteiinpel lelie (Installierung rabbinens Dr. Feine Ii twaiig und am d. M. \wi halb 9 die Installierung im Rahmen des ffP A G r. G. m. b, H.9 Wien, III,, Landstraßer Gürtel *4-~<Pw^3Hfls^^ Ttfl^^aFggjjsaq ^mJUm/ i*b3m~MJmLmSE8F ~*- - ^rlCi i - **~ ^mSSCmT^ ^mh1L»I^^ Musiker für Palästina gesucht. Unter dem Namen „THE PALEST1NE PHILHARMON1C SOCIETY LTD." hat sich eine unter dem Vorsitze da Bürgermeisters- Dizengoff (Tel-Aviv) stehende Oesellschaft ge bildet, die ein philharmonisches Orchester für den Herbst zusammen-siteEt. Für o-e sucht: dieses Orchester werden noch folgende Blas« 2 Flöten 1 Oboe (möglichst Engllsh Horn) 1 Klarinette 1 Fagott 3 Hörn er 1 Trompete 3 Posaunen 1 Tuba (mit Streichbaß). Vorzugsweise ledige, jüdische Beifügung von Zeugnisabschriften Onchesterleitung Mas'c-House, F. Saphier, Tel-Aviv, Allenbystr. 45, wenden, von wo sie die näheren Bedingungen erfahren. Kräfte wollen sich untei an die Geschäftsstelle dei Kundmachung. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien veranstaltet an den kommenden hohen Feiertagen im Fest- Saale des Hotel „Post", I. Fleischmarkt 20 (Eingang I., Drachengasse 1) einen Festgottesdienst, der hauptsächlich für die reifere Jugend beiderlei- Geschlechtes (im Alter von etwa 15 bis 20 Jahren) bestimmt ist. Der Zutritt zu diesem Gottesdienste, der nach dem Vorbilde und im Umfange der Gemeindegottesdienste abgehalten wird, erfolgt auf Grund unentgeltlich ausgegebener Karten, die im Jugendreferate der Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 2, 1. Stock, täglich von 9 bis 2 Uhr nachm. erhältlich sind. Der Vorstand der Isr. Kultusgemeinde Wien. Lebensversicherungs-Gesellschaft PHÖNIX Aus dem Jahresbericht 1S32: Versicherungsbestand Prämien- und Zinsen- Einnahmen Garantiemittel Auszahlungen an die Versicherten S 2.728,000.000*- 179,000.000 — s-.n.ooo.ooo1— 60,000.000- Tätlgkeltsgeblec Oesterreich, Denweuea Reich, Tacbecboslovakseche Republik. Heieien, Holland, Frankreich, Spanien. Hallen, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn Polen,. Jug islavien, ßulitarien, Griechenland, Rumänien, Pal8»tma, Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten. Eigentümer, Verleger, Herausgeber u. verantworte Redakteur: Jonas J«ngermann, Maschinenbauer, Wien, XX, Mtfenanortr. 19. - Druck: „Adria«, Wien, II, Taborstr. 52 b. < i