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Der Jüdische Arbeiter · 1933-09-01 · Heft 35 (1.9.1933) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
10 (1933)
Issue
Heft 35 (1.9.1933)
Date
1933-09-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite i. Der iÜdisbh6 Arbeiter. 1. gefrfcffiftfef 1933 Faktor in Ostä&fei*;:seMter> mltffärfsöfenr Sdh%äctoe Japan: gegenüber zum Nachgeben1 und zur Verfeidigung gezwungen'. Der einzige Schienert- Ätran'g, der das Fernostgebiet mit dem Innern der Sowjetunion! verbindet, ist jederzeit den japanüschenf .'BombeiifHegerni ausgesetzt. Um für jede Möglichkeit gerüstet zu sein, sicherte sich1 Rußland die europä-i ische Grenze, seinen Rücken, denn1 es ist bekannt, daß, Japan die innere und äußere Mongolei, ein Gebiet russischem Einflusses', zur Mandschurei schlagen will, was Rußland niemals dulden! kann. Diese Sicherung bestand in1 dem Abschlüsse des Vertrages über die Definitioni des Angreifers mit allen seinen europäischen Nachbarn, der Kleinen1 Entente,! der Türkei, Persiem und Afghanistan. Dies führt unmittelbar zur. europäischen' Politik. Hier ih: Europa geht der Kampf um die Aufrech'terh'altüng der durch1 die Friedensverträge geschah fenieni Gebiet- und Einflußiverteilung. Italien' und1 ^Deutschland ringen mit Frankreich und seinen Verbündeten um rJew Balkan, Ost und Mitteleuropa, wählend England 'kein großes und unmittelbares Interesse hat, und den unterstützt, von dessen Befriedigung es sich1 eine dauernde Beruhigung in Europa erhofft. Deshalb hat England bis zum Beginn der Hitler- 'herrsch'aft Deutsichland unterstützt, und nimmt jetzt entschieden gegen1 Deutschland Stellung, weil dessenl Ansprüche zu einem allgemeinen Krieg führen; Da Italien seine eigenen, und niur seine eigenen Interessen' verficht, steht es mit seinem Verbündeten:. Ungarn; allein und 'Deutschland vertritt seine Ansprüche allein1. Italien unterstützt Deutschland! nur soweit und solange, als es damit seinem eigenen Forderungen1 Nachdruck Verleihern kann, sind' diese Forderungen! auch nur; •zum Teil erfüllt, so wird die Nation des sacno egoismo unter dem Hoh'n'gölächter der Welt die vertrauensseligen Deutschen fällen; lassen, so wie es sich ja auch 'heute gegen1 dem Anschluß in jeder Form' wendet. Solange aber die Möglichkeit eines Konflikts zwischen Rußland und Polen-Rumänien1 zu einer deutschrussisChem Kombiiniation: gegen Frankreich und seine Verbündeten! mit Italien1! als Dritten führen konnte, war die Gefahr des Zusammenstosses, die vor allem im der Illusion der gleichen: Stärke der beiden Gruppen lag, gegeben1. Die Angriffsdrohungi Japans und' das Hitlerregiime brachten! die Sowjets zu dem Verzicht auf Bessarabäem und auf Seite der Mächte, die aim der Aufrechterhältung des Status quo interessiert' sind, wobei natürlich die schwfcrijgen1 innerem Aufgaben! Rußlands dabei immer eine Rolle spielen, aber doch' außenpolitische Erwägungen1 am Ende den Ausschlag gaben. Jetzt stehen Rußil'and und Polen Rücken am Rücken!, gegen Japan und Deutschland1 gewendet. •Auf diese Weise wirken1 die Vorgänge in1 Ostasien! direkt auf Europa. 1 DiatriSt hatten, sich1 Frankreich und seine Verbündetem vor der jgewaltigeni Explosivkraft eines zwischen Krieg und Revolution, hängenden1 Deutschland geschützt. Denim Deutschland 'kann seine Arbeitslosem inlur, durch1 Gewinnung neuer Märkte im Osteuropa1 und am Balkan! i.n den Produktionspnozeißi einzugliedern) .versuchen, und dieser Weg wird von Frankreich iund Italien verlegt und ist nur mit Gewalt für ein1 Hitler-DeutscMand zu eröffnen!. Und eine Eingliederung in; die Innenm'arktpro'duktion! ist nur auf Basis! einer sozialistischeni Plänwirtschaft möglich1. Italien1 wird bei einer solchem Kräfteverteilungl im Falle eines Krieges für seine Neutralität vom Stärkeren! Konzessionen erlangen. Die Isolierung Deutschlands hat im den: Verhandlungen! der letzten Wochen zu einer VerstänldigunigslbereitsCh'aft über die Interessenverteilunlg am Balkan Und in Mitteleuropa zwischen Frankreich 'und Italien geführt, nach1 dem Grundsatz „Herrsche, um zu teilen". Diese Verlhandlungen1 'haben zu keinem fixen Abmachungen! geführt, da die Lage und Stellung Oesterreichs, des! Drehpunktes der ganzem europäischen Lage, noch! nicht 'klar ist. Europa aber ist zur Lage vom 1913 zurückgekehrt: Bündnissystem, 'Kriegsgefahr, fortdauernde Zwischenfälle an den empfindlichen Grenzen;. schleeftte Beispiele verderben! ohiriehini schlechte Sitten noch mehr. Anderseits wohnt der weitaus größte Teil der europaischehi Juden? in den Ländern', die Frankreichs Verblendete sind. Auf weichte Weise sich diese Spannungen, Rivalitäteni und Kriegsgefahren auf Erez Israel, den Nahen Osten und das Mittelmeer auswirken, soll im Folgendem gezeigt werden. Alroy. Germseh Adolf Schüttet zum Abäöhted Wieder fährt ein lieber Genosse und ein treues Mitglied unserer Organisation, nach Erez. Die besten Glückwünsche begleiten unseren Genossen auf seinem neuen Weg, und als Trost für deaii Verlust, den unsere Organisation im Augenblick erleidet, wird uns die Tatsache dienen, daß er auch in Erez ein Vertrauensmann für Partei und Histadrutfe wird.! I SONDERANGEBOT an Abonnenten unseres Blattes 1. Ber Borochows Sozialismus und Zionismus (Ganzleinen). Dieser 400 Seiten starke Band enthält die Hauptwerke des größten Theoretikers und Führers der Poale-Zion-Bewegung. , i! ' I ' 2. S. Kapiansky: Fyn Unsog zu Farwirklichung. In zwei Bänden von insgesamt fast 650 Seiten sind die wichtigsten Aufsätze unseres Führers Kapiansky in jiddischer Sprache gesammelt. Die Themen sind außerordentlich vielfarbig. Das Werk hat aktuelle Bedeutung. : 3. Die jüdische Arbeiterschaft in Palästina, Aufgabe und Werke (Ganzleinen). : Diese dem Kongresse der Sozialistischen Arbeiterinternationale in: Brüssel 1928 unterbreitete Denkschrift hat nicht nur historischen Wert, sie dient als ausgezeichnete Einführung in die Bestrebungen und in das Organisationswerk der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina. Die Denkschrift, von Walter Preuß verfaßt und mit einer Einleitung von S. Kapiansky versehen, ist im Buchhandel nicht mehr zu haben. Wir verfügen über eine beschränkte Anzahl von Exemplaren. 4. Mendel Singer/ Der Weg des jüdischen Arbeiters zum Sozialismus (Ganzleinen). Das Werk von Singer führt in die Ideologie der zionistisch-sozialistischen Bewegung ein und enthält auch eine eingehende Auseinandersetzung mit den Vertretern der Assimilation. Dank seiner gemeinverständlichen Abfassung erreichte dieses Werk eine große Verbreitung. 5. Die blutigen Ereignisse in Palästina (1029). Diese Schrift enthält eine sachliche Schilderung der traurigen Vorgänge des August 1929" in Palästina und Kundgebungen der größten sozialistischen Parteien der Welt, sowie ihrer Führer zum Palästinaaufbauwerk und zum jüdisch-arabischen Problem. Sie schließt mit einer Erwiderung von Mendel Singer an Karl Kautsky auf einen den Zionismus ablehnenden Aufsatz. Diese 5 Werke, deren Buchhandelspreis S 25.50 beträgt, erhalten die Abonnenten des „Jüd. Arb." zum Preise von S 15.—, gegen Voreinsendung des Betrages an die Administration unseres Blattes, Postsparkasseoikonto 17878, Wien, II., Blumauergasse 1. Niemand versäume die Gelegenheit, um einen verhältnismäßig geringen Betrag eine so wertvolle Sammlung zu erwerben 'Ata tiarf sich' .nichts Vormächte, es besteht eine lern's'tlich'e Kriegsgefahr, Deutschland rüstet, es teilt' in größter Eile und mit seinem letzten Geld ein'el Luftflotte, die1 in] drei Jah'ren stark) giemugi sein wird', mim erfolgversprechend eingesetzt zu werden1. D'i'esl geschieht vor den Augen; der Westmächte und1 in Durchbrechung! des Friedensvertrages. Frankreich1 lind seine öffentliche Meinung sind auf einen Präventivkrieg moch nicht vorbereitet, und man wagt es einfach1 macht, Deutschland gegenüber zu den im Friedensvertrag umd1 Vö Itter blundpakt gegebenen Waffen! zu greifen, denn1 man müßte auf Worte Taten folgen lassen und Deutschlands Haltung ist unberechenbar. Die miächste Zeit kann zu einem 'Konflikt vor dem Völkerbund iunld seinen Folgen führen. Das Beispiel! Japans zeigt einen Weg, der aber in Europa zum führt. Ein längeres Bestehen der Hitlerherrsch'aft in Deutschland führt, neben einem Schrecken' ohtie Ende für die Juden in Deutschland1, zu1 einer Bedro-, hung der jüidischjen; Massen' in Osteuropa, denni Sepzialverkehr nach Palästina Uebersiedlungan und Reisegepäck „DONAU" Speditiona- und Möbeltransport-Unternehmung J. PREIS I , Renngasse 11 Tel. U-24-2-29 Jüdische Kultur- und Bildunginstitute in Sowjetrußland Im Yeriiag deis „Emes" ist ein Werk, „Zwei Kulturen" hetitelit, erschienen, dem wir folgende Angaben über das jüdische Bilduingsweteen in Sowjeffcrußland entnehmen: Vor djer Re/vöhition gab es in Rußland 429 jüdische Schulen, davon 211 Relgierungs&chulen und 218 Privatschuien. Die Zahl1 deir Schüler hat 30.000 erreicht, die Gesamtzahl der im SchuiliaTtelr stehendem jüdischen Kinder betrug 400.000. F|eirncir gab es 2000 Chedler mit 40.000 Schülern. Die Unternichtssprache in dem öffentlichen Schulen war russisch, in den Privatarostalitein hebräisch oder russisch. Nur ein ganz kleiineir Prozentsatz führte dien Unterricht in der jüdischen Sprache. Heute1 zählt Sowjetrußland 1469 jüdische Lehranstalten mit 160.000 Schülern, davon 266 Kindergärten, 887 Volksschulen und 316 Schuleb der zweiten Kategorie. Im Vergleich zur Zeit vor deir Revolution ist die Zahl der Schüler in den ZZjüdiischen Schullein um dias Fünffache gestiegen. Weiters gibt es 20 jüdische) Mittel- und) höhere Lehranstalten und 9 technische Lehranstalten mit 1900 Hörern. Den allgemeinen öffenitlkhcin Instituten und Universitäten sind 10 jüdische Ahtemilungein angegliedert, die von 1600 jüdischen Studenten besucht werden. Jüdische Landwirtschafts- und Industrieschulen gibt eis 50 mit 10.000 Schülern. An den allgemeinen Hochschulen lernen 57.430 jüdische Hörer. Während in der Vorkriegszeit die Mehrheit dier Juden die medizinische oder juristische Fakultät besuchten, konzentrieren sich diese jetzt auf diie technischen Lehrfächer. Die Zahl der jüdischen Mediziner beträgt 2417, dier jüdischen Techniker 11.565. Was das Zeiitungsweisen anbelangt, so gibt es gegenwärtig in Sowjetrußland 29 jüdischei Zeitungen. Die Gesamtauflage wird mit 230.000 angesehen. Die größte Auflage hat deir Moskauer „Emes" (30.000), dann kommen der Charkower „Stern" (20.000), der Münsker „Oktober" (15.000). Die jüdische1 Bücherproduktion hat gegenwärtig einen Umfang von 4000 Druckbogen in Jüdisch, in weicher Zahl auch die Leihrbücher eingeschlossen sind. Wir gratulieren unserem Genossen Adolf Schuster zu> seiner Verehelichung mit Gen. Dona Friedmann. Die Organisationsleitung. Lebensversicherungs-Gesellschaft PHÖNIX Aus dem Jahresbericht 1932: Versicherungsbestand S 2.728,000.000-— Prämien- und Zinsen- Einnahmen Garantiemittel Auszahltingen an die Versicherten 179,000.000'— 527.000.000'— 60,000.000'— Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsche« Reich, Tschechoslovakische Republik,' Belgien, Holland, Frannreich, Spanien. Hallen, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn Polen, Jug rslavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten. Compass Tours New York Wien Paris IX. Spitalgasse 3 Offiiielles Reisebüro des XVIII. Zionistenkongresses zu Rosch-Haschanafo Palästina Reise 1 7. September 1933 mit dem Riesen-Ocean-Luxusdampfer „Roma1* 61.000 T Reise II 12. September 1933 mit dem Eildampfer „Martha WasiiingtQn" Auskünfte und Anmeldungen auch beim Palästina-Amt in Prag, wie auch im Kongreßgebäude Eigentümer, Verleger, Herausgeber u. verantwortl. Redakteur: Jonas Jungermann, Maschinenbauer. Wien, XX, Metdemannstr. 19. — Druck: „Adria", Wien, H, Taborstr. 52 b.

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