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Der Jüdische Arbeiter · 1933-08-18 · Heft 33 (18.8.1933) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
10 (1933)
Issue
Heft 33 (18.8.1933)
Date
1933-08-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4. ,/Der jüdische Arbeiter. 18. August 1933 Unser Felix fechenbach Ein Ged<mkblatt dem von den Hitletbanditen ermordeten Genossen^ Eine ku/ze Nachricht des Wolf-Büros mekkte, daß in Detmold, währendi der Ueberführung ins Konzentrationslager, Genosse Felix Fechenbach erschossen wurde. Die braunen Banditen redeten sich natürlich aus, daß Fechenbach auf der Flucht erschossen wurde. Es konnte aber kein Zweifel bestehen, daß hier ein neuer gemeiner Meuchelmord vorliegt. , jung und lebenslustig wie er war, einige und dreißig Jahre alt, ein aufrichtiger und aufrechter Kämpfer, aktiver Sozialist, Redakteur der soz.-dem. Zeitung in Detmold und treues Mitglied der Poale-Zion, wie zahlreich waren die Motive, einen solchen Menschen zu töten. Und die braunen Bestien haben auch diesen edlen Kämpfer ermordet. Fechenbach war als Sekretär von Kurt Eisner, als er Ministerpräsident in Bayern war, tätig. Nach der Ermordung von Eisner und dem Sieg der Reaktion in Bayern wurde Fechenbach unter einem völlig unbegründeten. Verdacht verhaftet. Obwohl die gegen Fechenbach erhobene Beschuldigung restlos widerlegt werden konnte, wurde er zu einer Gefängnisstrafe von 11 Jahren verurteilt. Ein Sturm der Entrüstung brach über dieses Bluturteil los, doch dauerte es vierundeinhalb Jahre, bis Fechenbach enthaftet wurde. In einem Buche schilderte dann Fechenbach seine Erlebnisse im Kerker. Dieses Buch trug damals viel zur Protestbewegung gegen das Regime in den deutschen Gefängnissen bei.! Unter dem Eindrucke der Vorgänge in Deutschland und der Erlebnisse im Gefängnisse schloß sich Fechenbach im Jahre 1925 der Poale-Zion in Deutschland an. Anfangs 1926 unternahm er eine Reise nach Palästina, und veröffentlichte dann in mehreren sozialdemokratischen Blättern begeisterte Aufsätze über das jüdische Palästina. Nach seiner Rückkehr aus Palästina nahm Fechenbach aktiven Anteil an der Arbeit der Poale-Zion in Deutschland. Seit den Tagen der Machtergreifung durch Hitler waren wir um das Leben unseres Fechenbach sehr besorgt. Vor kurzem erfuhren wir von seiner Verhaftung, nun haben ihn die braunen Schufte ermordet. Der junge, treue Kampfgenosse und gute Freund ist nicht mehr. Das Blut diesesjungen Opfers wird nicht ungesühnt bleiben. Im befreiten- und freien Deutschland wird das Wirken, Leben und Tod Felix Fechenbachs beitragen, den Widerstand der errungenen Arbeiterfreiheit zu stählen und unbesiegbar zu gestalten. Ehre seinem Andenken! Der Name Felix Fechenbachs wird für alle Zeit in den Annalen des kämpfenden Weltproletariats und unserer Bewegung erhalten bleiben. S. R. Es wird unsere Aufgabe sein, die Entwicklung der „Wizo" aufmerksam zu verfolgen. Auch unsere Organisation, insbesondere unsere Genossinnen, müßten der „Wizo" mehr Aufmerksamkeit zuwenden. * In der Weltkonferenz des „Misrachi" offenbarte sich zum wiederholten Male die tiefe innere Kluft, die verschie dene Teile der religiösen Zionisten voneinander trennt. Neben der nach Arbeit strebenden Jugend, die eine Annäherung zur organisierten jüdischen Arbeiterschaft sucht, befindet sich der arbeiterfeindliche revisionistische Teil unter Führung der Mitglieder der gegenwärtigen Zionistischen Exekutive, Herr Farbstein. Und zwischen diesen beiden Richtungen finden wir Vertreter von Opportunisten (die Rabbiner Amiel und Berlin), die sich nach dem Winde drehen. Obwohl die Vertreter der Jugend und der in Palästina lebende Rabbiner pstrowsky einen energischen Vorstoß gegen den arbeiterfeindlichen Teil unternahm, behielt doch letzterer die Oberhand. Das kam zum Ausdrucke in den vom Geiste des Herrn Farbstein gefaßten Beschlüssen, die ultimativen Charakter tragen, in dem Fehlen auch nur eines Beschlusses, der das verbrecherische Treiben der Revisionisten verurteilen soll und in der demonstrativen Nominierung des Herrn Färb' stein als Kandidaten für die künftige Exekutive der Zionistischen Weltbewegung. Wir hoffen, daß es gelingen wird, den „Misrachi" insbesondere seinen undisziplinierten, arbeiterfeindlichen Vertreter, Herrn Farbstein, von der höchsten Leitung der Zionistischen Weltorganisation auszuschalten, aber der Kampf zwischen Arbeit und Reaktion im Lager des religiösen Zionismus ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Macht der Tatsachen in der zionistischen, in der palästinensischen Wirklichkeit wird diese Auseinandersetzung noch oft heraufbeschwören. Auch sie müssen wir aufmerksam verfolgen. Lebensversicherungs-Gesellschaft PHÖNIX Aus dem Jahresbericht 1932: Versicherungsbestand S 2.728,000.000*— Prämien- und Zinsen- Einnahmen Garantiemittel Auszahlungen an die Versicherten 179,000.000- 527,000.000'- 60,000.000- Tätigkeüsgebiec Oesterreich, Deutsches Keich, Tschechoslovaktecht Reoublik. Belgien, Holland, Frankreich, Spanien. Italien, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn Polen, Jugoslawen, Bulgarien, Grieche land, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis unc* Aegypten. Vorpostengefechte Die Ausekandefrsetzuingein auf den Konferenzen der »Wizo*4 und des „Misrachi". Als Einleitung zum XVIII. Zionistenkongreß finden einige Konferenzen der Fraktionen und Gruppierungen der Zionistischen. Weltbewegung statt. Ueber zwei dieser Konferenzen soll hier berichtet werden — die Konferenz der zionistischen Frauen („Wizo") und der der religionstreuen Zionisten („Misrachi"). Die „Wizo" ist keine selbständige politische Gruppe, keine Fraktion in der zionistischen Weltbewegung, ihre Mitglieder dürfen den verschiedenen Fraktionen angehören, sie bildet also eine überparteiliche Arbeitsgemeinschaft für die Interessen der arbeitenden jüdischen Frau in Palästina. Als solche leistet sie fruchtbare Arbeit. Es gelang ihr manches selbständige Werk in Palästina zu errichten und zu erhalten, sie trug auch viel zur Verankerung der arbeitenden jüdischen Frau im neuen Palästina bei. In dieser Tätigkeit fand sie sich mit der Organisation der jüdischen Arbeiterinnen in Palästina, mit welcher sie ein Stück Weges gemeinsam zurücklegte. Auch die in Prag abgehaltene Weltkonferenz der „Wizo" befaßte sich vornehmlich mit den Fragen der Förderung der Einwanderung und Ansiedlung arbeitender weiblicher jüdischer Jugend in Palästina, doch gewann an Boden das Bemühen der Vertreterinnen einiger Länder, insbesondere von Polen, die „Wizo" in eine selbständige politische Fraktion umzuwandeln. Hinter diesen Bemühungen verbirgt sich das Bestreben, von der Arbeiterschaft abzurücken. Noch gelang es, den bisjetzigen Organisationscharakter der „Wizo" beizubehalten, allein der Kampf um diese Frage ist noch lange nicht zu Ende. Vom Sctcje Vierteljahrhundertfeier der jiddischen Kulturbewegung. In Czenüowitz werdiem van allen! jüdischem Kulturr orgamsWoneW die Vorberieitiffigetii für die Feier des1 25jährigien' Juibiläumisi der Caenniowitzer SpradKktonfesrenz getroff eai. Bekanntlich hat von dieser Konieireniz, die unter Führung Nathan.' Birnbanimsi mmd! Chaim, Shitlovskys stattfain&, die jid|cüLscb.e öpraxähbewegung Ihrem Ausgang geniomfmjdn. Dfer, ^üldÜscb© Schriftstelleinverein' bereitet aus' diesem Anlaß ein Werk vor. Schwarze Liste. Der mtionalslodalistis'ch'e „Stürme*?* veröffentlicht eine Liste Üer deutschen: M,ädiohein und Frauen, die sich! jemals mit Jiuidieca; sehien' Keßem'. Spezialverkehr nach Palästina Uebersiedlungen und Reisegepäck „DONAU" Speditionsand Mabeltrans'port-Unternehmung J. PREIS I , Reangasse 11 Tel. U-24-2-29 Das Leben in Palästina 1000 neue Zertifikate für deutsche Juden. Die Begierung bat 1000 neu© Zertifikate tun detitsoh« Juiden aiur Verfügung gestellt. Auswanderung aus Biro-Bidschan. / Kürzlich, fanid! in Mockau eine Sitzung des' Ozet statt, in welcher über 'die Lagei in Bino-Büdslchan! Bericht erstattet wurde. Von 18.000 Einwanderern! sind, 7.000 in Biro-. Bidschan verblieben:. 2 Drittel dein Einwanderer haben Biro- Bidßbhan verlassen. Von den1 Verbliebenem arbeiten! 2.000 in Kolchosen, 1.300 in: industriellen: Unternehmungen; 2.000 in Artete, und 500 in SovchosenL Hilfe für das deutsch« Judentum. Die amerilcanislchie 2-MiHionen-Kaanpagnej für die deutabhleni Jnden1 .hat großen Erfolg: die Hälfte) den angestrebten Summe wiuirde bereits gespendet. Hinauswurf der Revi|s£onistejn in Deutschland aus der zion, Organisation. pie Bevisionisten in Deutschlanid', übeir deren Denluniziantentxim wir des öfteren befrachtet haben!, sind aus der zionistischen Organisation ausgeislohlosseri wordein. Jüdische Kolonisation in Jugoslawien. Auf Initiative des' jugoslawischen Agrarministers wurdet mit der Ansiedlung von 50 jüdis'chien1 Familien in Mazer donien. begonnen. Da Hinter dea* jüdischen1 Bevölkerung eine große Arbeitslosigkeit herrscht, wird1 der Plan mit! fG-ietaugtxuung aufgenommen und findet auch diei Unterstützung idejsi Joint. Deutsche Zionisten und der Kongreß. Die deutschen Zionisten wejrden am Zionistenkongreß nicht teilnehmen; um den Beistand der Organisation nicht zu gefährden'. Man' ist in1 Prag den Uebeo^euguing, daß die Hitlen-egiertung in der Kongreßstadt einen: großen Spionagedienst unterhalt. Jüdische Kulturbewegung in Amerika. In Amerika findet demnächst einei Aufstellung statt,- in' der die wichtigsten Dokumente der jüdischen! Theat'engeschichte ausgestellt sein werden. Revisionistein — im Hungerstreik? Die revisionistischen Tei-roristetn, 'die in! Palästina verhaftet wurden, drohen mit dem Hungerstreik. Unsere Kongrejßben'chterstattung. .'•Unister Delegiertem Genosse Mendel Singer und Genioslse Dr! Wilhelm S c hörii weaiden "für unseir Blatt über den Verlauf des1 Kongresses Bericht zu erstatten'. Unsere nachyite Nummer erscheint am Freitag, den 25. August, Der Bauabschluß der Erdölleitung. Die Legung der Naphitharöhren, die von Irak bis Haifa führen werden, wird von Arbeitern der Irakgesellschaft in schnellstem Tempo durchgeführt. In den nächsten Tagen wird die Arbeit beendet sein und die Arbeiter. werden in ihre Heimat zurückkehren. Arbeitermangel in den Kolonien. Von Tag zu Tag wächst die Nachfrage nach jüdischen Arbeitern in den Kolonien, insbesondere ■ für die Landwirtschaft und öffentliche Arbeiten. In Chederah soll eine Chaussee gebaut werden, es sollen dort 60 Arbeiter in, der Dauer von 5 Monaten beschäffigt werden. In allen Kolonien wird intensiv gearbeitet, die ins Land kommenden Arbeiter können den großen Bedarf an Arbeitskräften nicht decken. Das aktive Budget der Palästinaregierung. Im Monat April betrugen die Einnahmen 234.947 Pfundi, während die Ausgaben den Betrag von 181.506 Pfund erreichten, somit bleibt ein Ueberschuß von 53.441 Pfund!. Dieser Monat war der erste des Budgetjahres 1933—34. Auch die Einnahmen aus den Zöllen waren in diesem Monat bedeutend hoch: 126.015 Pfund. Der größte TeE der Ausgaben, 50.107 Pfund, diente der Rückerstattung der im Jahre 1927 aufgenommenen Regierungsanleihe. An zweiter Stelle stehen die Ausgaben für Polizei und Strafvollzug mit 32.864 Pfund. Ende März 1933 betrug der Budgetüberschuß S83.000 Pfund, im selben, Monat des Jahres 1932 730.000 Pfund, für März 1934 wird mit einem Ueberschuß von 900.000 Pfund gerechnet. Compass Tours New York Wien Paris IX. Spitalgasse 3 Offizielles Reisebüro des XVIII« Zionisfenkongresses Prag zu Rosch-Haschanah nach Palastina Reise I 7. September 1933 mit dem Riesen-Ocean-Luxusdampfer „Roma'Vßl.OOOT Reise II 12. September 1933 mit dem Eildampfer „Martha Washington" Auskünfte und Anmeldungen auch beim Palästina-Amt in Prag, wie auch im Kongreßgebäude Amtliche Verlautbarungen der Israel. JCultus&emeinde Wien Die Kleider-Stelle der Fürsorge-Zentrale. bittet dringendst um Zuweisung von brauchbaren Bekleidungsgegenständen jeder Art, Wäsche, Schuhe, etc. für Männer, Frauen und Kinder. Telephonische oder schriftliche Benachrichtigung erbeten an die k \ .; Fürsorge-Zentrale der isr. Kultus- gemeinde Wien, I., Seitenstetteng. 2,; Tel. U-25-5-85, * welche die Abholung veranlaßt. Bückereinlauf EH Strauß: „Geht das Judentum unter?" Eine Erwiderung auf Otto Hellers: „Untergang des Judentums". Verlagsbuchhandlung Dr. H. Glanz, Wien, VIII. Eigentümer, Verleger, Herausgeber u. veraatwortt, Redakteur; Jonas Jungermaiin, Maschinenbauer, Wien, XX, Metdemanustr. 19. — Druck: „Adria", Wien, II, Taborstr. 52 b.

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