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Der Jüdische Arbeiter · 1933-06-16 · Heft 24 (16.6.1933) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
10 (1933)
Issue
Heft 24 (16.6.1933)
Date
1933-06-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4. D e r j ü d i s c h e Arbeite r. 16. Juni 193^ Leben in Palästina /iiH"MHiiniUniHiHMini"niiMMnniiiniMniiMniiHiuiMMiiMiiurniMiuMinHiMMniniiiinniMniMMiiiiMiiniininiMniniiiiinii Die heimische Industr^ deckt bereits die Nachfrage im Lande in folgendien Artikeln: Seife, Oel, Wein, Zigaretten, Sah, Zündhölzchen, Schokolade, Zement, ferner den größten Teil des Bedarfes an Mehl, Biskuits, Lederwaren, Schuhen, Möbeln, Ziegeln, Steinfließen, Kunstmormor, Eisenlind Kupfergeräten, Automobilteilen. „Manchester Guardian" berichtet, daß 90 Prozent der Fabrikate der pharmazeutischen Industrie Englands aus den Materialien des Toten Meeres erzeugt werden. Die UmS)t|sdluing der ayf Nationalfondsboden Wadi Hawarith provisorisch angesiedelten Beduinen auf das ihnen von der Regierung in Tel S h e k im Beisangcbiet zur Verfügung gestellte Land hat begonnen. Für die Erwerbung des Bodens in Tel Shek hat die Palästinaregierung etwa 40.000 Pfund ausgegeben, weitere 100.000 Pfund werden zur Durchführung der Umsiedlungsaktion erforderlich sein. Eine Bierbrauerei, die 20.000 Hektoliter jährlich erzeugen soll, ebenso wie Germ, ist von einer Gruppe polnischer Juden geplant. Oesterreich exportierte 1931 nach Palästina Waren im Werte von 2.18 Millionen Schilling, 1932 etwas weniger, nämlich für 1.98 Millionen Schilling. Im ersten Vierteljahr 1933 dagegen zeigt sich eine starke Zuna h m e, denn die Ausfuhr erreichte m dieser Zeit einen Wert von 0.75 Millionen Schilling. Diese Steigerung hält an und erstreckt sich besonders auf Pumpen undi Bewässerungsapparate, Elektromaterial, Eisenwaren, Lederwaren und andere Industrieerzeugnisse, Mr.* John Haxhorn, bisher Abteilungsleiter im .Colonial :Office, wurde zum Chefse:krotär der Palästina-Regierung ernannt. Eine jüdische Del(eg$tioTi sprach bei dem stellvertretenden High Commissioner für Palästina vor und ersuchte ihn, dahin zu wirken, daß der neue Munizipal-Gesetzentwurf so abgeändert werde, daß die Juden in Städten mit gemischter Bevölkerung autonome S t a d, t gemein den 'bilden können. Der nächste Esperaintokongreß wird voraussichtlich in diesem Sommer in Palästina stattfinden. „Tenuvah." Diese Kooperative, welche die Produkte aus den Arbcitssiedlungen vertreibt, hatte 5692 einen Umsatz von 176.727 pal. Pfund, davon Milch 112.331, Geflügel und Eier .24.439, Pflanzungsprodukte 16.354, Gemüse 16.600, Honig und Diverses 703. Die Siedlungen, aus denen die Produkte stammen, zählen 10.200 Arbeiter. In Haiifa wird nebein dem n.eu(en Arbeiterviertel, das 'am Meer auf dem Wege nach Akko gebaut ist, die Anlage eines neuen Viertels fiür den Mittelstand geplant. Es werden Anleihen für den Baubeschafft, die im Laufe von acht bis zehn Jahren abzuzahlen sind. Von den Interessenten werden 75 Pfund Sterling verlangt. Es haben sich bereits 100 Kandidaten für Bauten gemelidet. In Ha'ifa wird eine Fabrik für Stahlmöbel, Nähmaachinienteile, Kinderwagen und Fahrräder eingerichtet. Das investierte Kapital beträgt 10.000 Pbumd Sterling. In Ralma,th-Gan wird eine Fabrik für Zementdächer mit einem Kapital von 5000 Pfund Sterling gebaut. § Industriezon(e an der Bucht von Haifa. Demnächst soll ein großes Gebiet an der Bucht von Haifa, das dem K. K. L. gemeinsam mit einer :en,gtech-ameriikanischen gehört, für sofortige Verwendung zu industriellen Zwecken freigegeben werden. Das den beiden Gesellschaften gehörende, über 30.000 Dumam umfassende Gebiet soll in drei ungefähr gleiche Teile geteilt werden: 1. eine tunmittelbar an Haifa anschließende Industriezone (zur Errichtung von Betrieben der Leichtumd Schwerindustrie); 2. eine Wohnbauzone; 3. eine landwirtschaftliche Zone. Zwischen Industrie- und Wohnzone soll eine 250 Meter tiefer umd 3 bis 4 Kilometer langer Parkgürtel eingeschaltet werden. Der rapide Aufschwung Haifas und seiner Umjgebung hat den von den beiden Gesellschaften vor einigen Jahren erworbenen Boden in letzter Zeit wesentlich in seinem Wert erhöht. Das Gebiet ist als Bodenreserve für den Ausbau eines Groß-Haifa gedacht. Unter dem Druck von Industriellen aus Deutschland und anderen Ländern, die Grundstücke zur Errichtung oder Erweiterung von Fabriksbetrieben benötigen, hat sich die Verwaltung zur sofortigen Eröffnung eines Teiles der Leichtindustriezone entschlossen. Zahlreiche Gesuche um Zuteilung von Parzellen sind eingelaufen. Lebt der French-PIan wieder auf? (Aus Jerusalem wird berichtet, daß; die englische! R'eglieirun'g demnächst die mach dem French'-Beriehtej geplante Anleihe für Kolonisatioinszwiecfe in Palästina; 'durchführen will. DerFrönch-Bericht'einithielt viele Be- 'hjauptungew über die jüdische Kolonisation1 und ih're) Rüdkwirkun'g) auf die Araber, idie vom der Zionistischen) Exekutive einwandfrei widerlegt wurden. Wenin sich Id^ese iNia[ch|nieht bewahrheiten sollte, bleibt abzuwarten, ob auöh1 diel Widerlegung von; zionistischer Seitej •berücksichtigt wurde. Hebräisch-Unterricht im Jüdischen Volksheim, II., Blumauergasse 1 Anfängerkurs I Dienstag und Donnerstag von 7—8; Anfängerkurs II Montag von 7—8 und Mittwoch von 8—9. Vorgeschrittenenkurs Dienstag und Donnerstag von 8—9. Anmeldungen im Sekretariat. ir2HhjjiJ2'''A incqBB^na^^awrtagBgaH £3mwh3I^^Em!p2C1 ESEmSSf^KmmmmKm E^EpmS^mEmmZm mSSmmm^^KSSmmtm C^Eim5^^hKE^SE3 Bodenreserve für Jüdische äugend Jedem Juden wird es klar, daß die Zukunft unserer Jugend in Erez Israel liegt. Die österreichische Judenhrit wird daher in -Bälde aufgerufen! werden, das Ihrige beizutragen, damit für die "österreichische j ü d i s c h e J u gen d i n P a 1 ä s t i ma genügend B o d e n f ü v i In* e A n s i e d I u n g e rworben werde. Anläßlich dieser Aktion — Bodenreserve für die jüdische Jugend — wird deii Keien Kajemeth die Namen aller Beitragenden samt der Höhe ihrer B e t r ä g e i n einem besonderen Gedenkheft verewigen. Das Palästelnlormationsbucti ist soeben erschienen! Das einzige Buch in deutscher Sprache, das alle Fragen über Palästina, Paläsijinaverwaltung, Steuer-, Rechts-, Verkehrs- und Zollwesen, Touristjein- und Uebersiedlungsbestimmungen, Existe,nzmögIichkeitte,Ti, Ha|nd,el, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft, präzise beantwortet, zugleich aber einen Führer durch Palästina darstellt und ein hebräisches Vokabularium (in Lateinschrift) enthält. 116 Oktavseiten, Tatsachen, Ziffern und Daten, mit einer Landkarte, objektiv gehalten. Zu haben im Paläsitinaamt, Wien, I., Kärntnerstraße 28, und in unserer Administration. Preis (exklusive Versandsipiesen) S 4.—. linillll.....Illllllllllll einzusetzen. Wir müssem versuchen, diese Menschen* die wir bisnun nicht erfassen konnten, an uns heran-! zuziehen, sie mit den Gegebenheiten des Landet vertraut zu machen und sie etwaiger Illusionen zu berauben. Das was die Jugendbünde und der Hechaluz in jahrelanger Erziehungsarbeit bei ihren Mitgliedern zu erreichen versuchen, müssen wir in anderer Form, wenn auch nicht mit der Aussicht auf die! gleichen Erfolge, bei diesen Erwachsenen durchführen. Nur unter diesen Voraussetzungen können wir das Land vor Schaden bewahren, Ja, noch mehr, dieses Element, im Lande richtig eingeordnet, wird ihm zum Segen werden, denn wir wissen, welchen ungeheuren Vorteil die starke Durchsetzung der palästinensischen Arbeiterschaft mit Intellektuellen für diese und für das „Land bedeutet. Cie vorstehenden Ausführungen sollen das schwerwiegende Problem selbstverständlich nicht erschöpfen. Sie wollen nur eine Diskussion anregen, um eine allseitige Beleuchtung der Frage herbeizuführen. * Hennann Gelles. Zur ^Diskussion Der jüdische Intellektuelle im Aufbau Palästinas. Die Ereignisse in Deutschland haben viele Probleme im jüdischen Leben aufgerollt, die uns' bin nun nicht zum Bewußtsein gekommen sind. Nicht, dal} sie durch die deutsche Katastrophe erst entstanden! sind, sie drängen sich uns vielmehr erst jetzt, teilJ durch die Intensität, teils durch die Häufigkeit der ihnen zugrunde liegenden Tatsachen auf. Auch das Problem der Intellektuellen; im Aufbau Palästinas ist nicht neu, im Gegenteil, es ist ebenso alt wie der! Zionismus selbst. Aber während es früher vom den Bilujim bis in die letzte Zeit als individuelle Frage gestellt, und, wie bekannt, in den meisten Fällen ht bewunderungswü rdiger Weise im Sinne einer beruflichen Umschichtung gelöst wurde, tritt es jetzt als Massenerscheinung an uns heran und kann daher! von uns nicht als persönlich-psychologische, sondern muß als wirtschaftlich-soziologische Frage betrachtet werden. Es ist selbstverständlich, daß wir bei unsere? Betrachtung nicht jenen verhältnismäßig geringen Teil von Intellektuellen ins Auge fassen, die in ihren Berufen verbleiben und deren Einordnung im Lande, somit lediglich einer lokalen, aber keiner klassern mäßigen Velr'äch'iejbiung bedarf. Was wir hier zun Diskussiion stellen, ist die Frage jener "zahlreichen Akademiker, die naich' Vollendung ihres Studiuma oder — wie das insbesondere bei den deutschen Juden der Fall ist — nach jahrelanger Tätigkeit in ihrem Berufe nach Palästina kommen, und in Anbetracht der vollständigen' Ueberfüllung des palästinensischen Arbeitsmarktes mit Intellektuellen, vor der Notwendigkeit stehen, ihren erlernten, beziehungsweise bereits ausgeübten Beruf aufzugeben. .Inwiefern sind nun diese Menschen diesem Schritt gewachsen? Wir wollen ja diese Frage allgemein, niclrj individuell betrachten. Es. ist wohl selbstverständlich, daß unter diesen Menschen sich vielfach solche betinden, die diesen Schritt mit ebensolcher Begeisterung und ebenso vorbereitet durchführen, wie die Olim der ersten Alijoth. Aber zu diesen Emigranten, clia durch ihre jahrelange zionistische Tätigkeit von, einem ernsten Verantwortlichkeitsgefühl für den Aufbau Palästinas erfüllt sind, sind in der letzten Zeit infolg;} der Aussichtslosigkeit iii| der Gallith, Leute gestoßen, die uns bisnun' fern gestanden sind und die Palästimj als Kolonisationsland betrachten, in dem jeder seind persönliche Chance hat. Und hier liegt nun die Gefahr, die diese Menschen! für den Zionismus und besonders für die palästinensische Arbeiterschaft bilden können. Wir wissen, welchen* Schaden für das Land deo Defaitismus der in ihren Hoffnungen Enttäuschten' bedeutet. Noch gefährlicher kann1 dieses Element der Arbeiterschaft werden. Das sind die Menschen, diel ihre momentane wirtschaftliche. Position nur als Provisorium betrachten, die von der Arbeiterklasse weg^ streben und daher geneigt sein können, die Solidarität) mit ihr nicht zu wahren1. Das ist vor allem jenicj Schicht, die, weil persönlich enttäuscht, den Kader für den Faschismus abgibt. Diese Tatsachen stellen uns vor große Aufgaben. Hier hat unsere Aufklärungs- und Erziehungsarbeit Judennot und Palästina Vor einer vielhundertköpfigen Versammlung sprach Donnerstag, den S. d. M., Gen. Dr. Chaim Arlosoroff im Konzerthaussaal über die gegenwärtige Lage der deutschen Juden und die Zukunft Palästinas. Er befaßte sich hauptsächlich mit den politischen Voraussetzungen d,es Palästinaaufbaues und mit dein großen Fragen der zionistischen Außenpolitik. Den Inhalt dieses interiessanten Vortrages werden wir in der nächsten Nummer ausführlich wiedergeben. Amtliche Verlautbarungen der Israel. Kultus gemeinde "Wien Schlüß-Jugendgottesdienst im Schuljaihrie 1932/33. Samstag, den 17. Juni 1933, um 3 Uhr nachmittags, findet in allen Gemeinde- und Vereins-Synagogen der feierliche Schluß-Jugendgottesdienst für das Schuljahr 1932/33 statt. Die Klejderstelle der Fürsorgezentrale. bittet dringendst um Zuweisung von brauchbaren Bekleidungsgegenständen jeder Art, Wäsche, Schuhe etc. für Männer, Frauen und Kinder. Telephonische oder schriftliche Benachrichtigung erbeten an die Fürsorge-Zentrale der isr. Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 2, Tel. U-25-5-S5, welche die Abholung veranlaßt. Privat.istenprüfungejn aus israelitischier Religion. Die Privatisitenprüifungen aus israelitischer Religion für Schüler und Schülerinnen an Volks- und Hauptschulen für das II. Halbjahr des Schuljahres 1932/33 finden durch die zuständigen Religionslehrer in dien Samimelstationeni statt. Die Termine für die Prüfungen können bei den Schulleitungen oder im Sc'hulamte der israelitischen Kultusgemeintie, Wien, I., Seitenstettengasse 2, I. Stock, in der Zelt von 9 bis 12 Uhr vormittags, ab 16. Juni 1933 erfragt werden. Die Prüfungstaxe beträgt S 5— pro Halbjahr und ist im Vorhinein an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, oder bei den Bezirksämtern, XV., Turnergasse 22, XVI., Hubergasse 8, und XXI., Holzmeistergasse 12, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags, bezw. beim Bezirksamt, XVIII., Schopenhauerstraße 39, vom 3 bis 5 Uhr nachmittags zu erlegen. Die Quittung ist dem zuständigen Religionslehrer vor der Prüfung zu übergeb,en. Der schriftliche Bescheid des Stadt-, bezw. Ortsschulrates über die hewilligte Dispens vom Besuche des öffentlichen israelitischen Religionsunterrichtes ist dem Prüfer vorzuweisen. (Der zionistisch1 - sozialistische J tilge iiidbu|nd „Misch'mar, Haowdim" veranstaltet sein heuriges! Sommerlager vom 17. Juli bis zum 16. August im Kobersdorf, Burgeinland. Geflossen, die ihren Kindern einen schönen Sommeraufenthalt be-. reiten' wollen', erhalten nähere Auskünfte im Heim,.1 II., Blumauergassie 1 an jedem Montag und Donnerstag von h'albi 8 bis 9 Uhr abends. Qegründet 1882 Lebensversicherungs-GeseH?chaf t PHÖNIX Verßichei ungsbestand Ende 1931 Prämien- und Zinsen- Einnahmen i. J. 1931 Garantiemittel rinde 1931 Auszahlungen an d. Versicherten i. J. 1931 S 2.746,000.000-- „ 182,000 000- , 472,000.000-- . 42,500.000 — Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Ueutxcne« Keich. T*chechoslovalci8Clu Republik, **eit>ien, Holland, FranK reich, Spanien Italien» Ungarn Holen lue -siavien Bulgarien, Grieche land, Rumänien, Palästina, Syrien. Türkei, 'unU unr" Aegypten Eigentümer, Verleger, Herausgeber u. verantwortl. Redakteur: Jonas Jungermann, Maschinenbauer, Wien, XX, Mefcdemannstr. 19. — Druck: „Adria", Wien, II, Taborstr. 52 b.

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