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Der Jüdische Arbeiter · 1933-05-26 · Heft 21 (26.5.1933) · page 1

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
10 (1933)
Issue
Heft 21 (26.5.1933)
Date
1933-05-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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V.b,b. iniMM Mm ftiitai ARBEITER Organ der Uercinigteo 2fosisfisib'SozialIstisdi«B HrbeiierorganisatioQ Poale Zioo—Hitadidofb in Oesfcmidi Redaktion und Adainistratio*>: Wien, (I, Blumiuergasse 1 — Poatschekkonto Nr. 17.878 Bezugspreis: ganzjährig S 12,—, halbjährig S 6.- Einzelne Nummer 30 Groschen 10 Jahrgang. 26. Mai 1*33 Nr, 21 Genossen und Genossinnen! Freunde des arbeitenden Palästina! Jm einer Zeit der furchtbarsten Not der jüdischen Massen in allen Ländern der Diaspora rufen wir euch1-auf, den Schekel zu entrichten und euch! damit das Wahlrecht zum 18. Zionasteukongreßh zu erwerben. Die Augen der jüdischen Menschen aller! Länder sind heute, auf den. Zionismus gerichtet, von ihm die Erlösung aus ihrer Not erwartend. Wird die zionistische Bewegung fähig sein, die Sehnsucht der -arbeitsuchenden , jüdischen Jugend zu erfüllen? Diese Frage wird der kommende Zionistenkongrfeß beantworten müssen, denn; er wird darüber entscheiden, welche Entwicklung die zionistische Organisation in den kommenden, für unser Werk so bedeutsamen Jahren nehmen wird. Der Zionismus *teht heute mehr denn je auf einem Scheidewege: von dem Willen der Kongreßwähler hängt es ab, ob er den Weg des Aufbaues' oder Niederganges gehen wird, ob die Chance, die sich uns heute darbietet, ' wieder einmal vertan werden wird. Zwei Parteien werden im kommenden Wahlkampf um die Hegemonie innerhalb der zionistischen Bewegung kämpfen: die Partei d^s arbeitenden Palästina und die Partei des faschistischen Ablegers innerhalb des Zionismus, des Revisionismus. Nicht auf Grund der Parteiprogramme, sondern auf Grund der Leistungen der Parteien .werden wir zu entscheiden haben. Das arbeitende Palästina hat den Grund .gelegt für die Einwanderung der jüdischen Massen, der Arbeiter. Handwerker, Kleinindustrielleri und freien Berufe. Die jüdische Arbeiterschaft hat in Gemeinschaft mit der Lehrerschaft den Sieg der hebräischen Sprache erkämpft. Die jüdische Arbeiterschaft-war stets bemüht, die schöpferische Leistung des Zionismus zu vervielfachen, davon zeugen ihre Werke auf allen Gebieten des sozialen und wirtschaftlichen Lebens in Palästina. Sie war die führende; Kraft des Jjschuv in der Zeit der größten Krisen, wenn alle verzweifelten, hielt die jüdische Arbeiterschaft Palästinas inj Treue und Hingabe am Ideal der Erneuerungi des jüdischen Lebens in: Palästina1 fest. Demgegenüber steht der Revisionismus als Partei der Zerstörung der zionistischen Organisation als eine9 ernsthaften Instrumentes für den Aufbau eines jüdischen Palästinas, als» Parte! des Streikbruches, den nationalen Disziplinlosigkeit, als Nachäfferim des Hitlerfurns, dessen Methoden und Phraseologie sie innerhalb der jüdischen Bewegung verwurzeln will. Wird dem zionistischen Wähler die Wahl schwer fallen können, wenn er die positive Arbeit der beiden Parteien erkennen wird? Die Erkenntnis allein; daß das arbeitende;Palästina entscheidenden Einfluß, auf die zionistische Organisation gewinnen muß, soll die gemeingefähr-» liehe Gewaltpolitik der Revisionisten endgültig unmöglich gemacht werden, genügt' nicht. Zum Kampf gegen die Reaktion; bedürfen; wir der entsprechenden Waffe. Diese Waffe ist den Schekel, er ist die Wahlkarte zum Kongreß. Darum, Genossen und Geuosn sinnen: jeder kaufe den Schekel und verbreite:,ihn unter den Freunden unserer zionistisch'-sozialisttöch^tl Idee. Die Verantwortung ist groß; die Frist ist'kurz: darum alle an die Arbeit, auf daßi wir aus dem kommenden schweren Kampfe siegreich hervorgehen. Die Organisationsleitung. Vier Prägen Wer Ist berufen, die Juden Oesterreichs zu schützen? Der Wahlkampf im di& Wiener Kultusgemeirtde, welcher mit * einer gjründlicjien Niederlage der vereinigten; Nich'tnationaleri endete, wurde vorwiegend um die Parole: Volksgememde öder Religionsgek meinldle geführt. Unter Volksgemeifnlde wurde wohl vor allem verständen die Umwandlung der Kultusgemeinde in eine Körperschaft, die die Vertretung! der Judenschaft werden soll', also alle ihre. Interessen wahrzunehmein hätte. Jetzt bietet sieh' die erste große Gelegenheit, zu beweisen,' diaßi man) auf die sch'ö'nenj Worte ß'iuch' entsprechende!;Taten. folgen lassen will. Der Faschismus 'bedroht die Existenz der Judensc'h'aft, in der jüdischen Bevölkerung werden .angesichts1 d^.^;fe 'Stimmen der 0SsJ6ränj^Iautc7wi& wäre"• '•näßel^enHeri als daß. die Kultusgemeinde' auf dem Plan trete, um die jüdische Bevölkerung] zu beruhigen und den Schutz der Interessen der Juden übernehme? Aber statt dessen ist Robert Strickers „Jüdische Volkspartei" auferstanden; der Führung schlössen sich Dr. Grümbaum, Präsident der Zionistischen Landesorgaimsation und Dr. Friedmanin, Präsident den Kultus'gemeindfo am lund säe präsentierte sich1 als die berufene Vertreterin des öesamtjudentums. Wieder-' holt sich hier wicht das Beispiel1 der „Union;"? Auch die Assimilanfen haben immer die Kultusgemein de in den Hintergrund gedrängt, um ihre „Union" als die einzige Vertretung der Judenl ausposaunen zu können. War 'das der. Sinn des Kampfes um ReligjionlSgemieiünide oder. Volksgemeirtde? Präsident Dr. Friedmann hatte zum ersten Male einle große Gelegenheit, cler jüdischem; Oeffentlich'-i keit anschaulich1 zu machen1, worjjm sich die jetzige Führung) der jüdischen Gemeinde von der früheren unterscheidet und er hat' sie nicht benützt. Oder wird'der von unis geachtete Präsident sich bemühen, diesem Fehler /gutzumachen? * Die bürgerlichen Zionisten und der Antisemitismus der Regierungspresse Die Wiener bürgerlichen zionistischen Zeitungen („Stimme" und „Neue Welt") belieben sich als die einzigen Verteidiger der jüdischen! Ehre zlu bezeichnen, das gilt insbesondere vojti Robert Strickers „Neue; Welt", der ständig) auf der Lauer mach) irgend einer judenunfreundlichen Aeußeruwg eines "Sozialdemokraten, oder einer sozialistischen; Zeitung ist. Dagegen entgehen ihrem wachsamen Auge die gehässigen antisemitischen journalistischen Produkte, der „RefcKspost" des Organs der Regierungspartei. Im der letzten Zeit liefert dieses Blatt dem einwandfreien Beweis, daß es in puncto Judleinihaß mit der Haken kreuzpresse! vollkommen, Schritt hält. Vergeblich suchen! sie aber, in 'den bür^erlich-ziionistischen Wochenblättern auch dur eine Zeile 'der Erwiderung öder der Abwehr dieser; gehässigem Artikel. Weil man) sich der herrschendem Parten anbiedert,, sieht und hört, man inficM, wie ihre Presse In diesen gereizten Zeit die Seelen der Bevölkerung mit Haß! gegen die Juden vergiftet? Ist das die so oft gepriesene Unabhängigkeit? Ist das würdevoll? * v . .\ . Eine Frage an die sozialdemokratische Parle! Oesterreichs :-': Um tiiiCHf1, den bürgjeruVhert'^ :gtoiizen_ Rühm der Erfolge^ der Amb^derw^ an IßeT l^^S^^V^mßTz^. urÄa^eini 'hfat' sfeh die;,ünldnf' beeilt und - der. Ije^nwäi^gierir!Regferuiigi ebenfalls ihr, volles Vertrauern versichert. Das* wundert uns.-' Ist doch die - bürgerlichle- Assimil'atiö'n' stets'Viel! reaktionärer als der, bürgerliche Zionismus gewesen. Blieb sie sich also auch jm diesem Falle treu;! ,Was wir aber unbegreiflich finden ist, dat in der .Wiener Kultusgemeirtde die „^Werktätigem Judenl, die sich immer als Sozialdemokraten! ausgeben, von] denen auch einige Funktionen in der Parten versehen, in einem Klub mit der „Union" sitzen und sogar versichern!, daß! sie mit diesen Anhängern der Ren gierung Doilfußl durch1 dick und düMi gehen. Weiß! das die sozialdemokrätische Partei? Ist es ihr gleichgiit^g? i ' ' ' . .* . - *«' •' Würde wahren! Wir haben Verständnis für die Tragik der Juden in Deutschlartd^ünd wollen ihnen, gegenüber vom hier aus keinesfalls die Mutigem spielen, aber gewisse) Grenzen müssen dennoch beachtet werden;- Als eine; arge UebersCh'reiturtg dieser Grenzen betrachten wir; es, wenn in einer der letzten1 Nummern der Berlineri „Jüdischen Rundschau" ein gewisser, Herr Dr. Meyer, den Versuch unternimmt, den Niazi zu beweisen^ daß die Zionisten! „koscher" sind, da sie auch ihren1 N^tiionalsoziaHsmus haben. Ais Beweis werden Zitate aus den Schriften A. D. Gordpns angeführt .' Empfinden wicht die Zionisten! in Deutschland,, wie sie den Namerii des edlen Gordon schauldieri, yr&nxi sie s,exne Bestrebungen efenen der Nazi- ^eichstelTen' wollen? Sind1 diese Bemühun'gen nicht auch völlig zwecklos? Bei aller Tragik der Judenl Im Deutschland! .glauben wir doch1 vm den Zionisten verlangen zu dürfen ,/daß sie die Wurde .wahren! sollen. Jüdisches Volksheim, Wien, II., Blumauergasse 1 Donnerstag, den 1. Juni 8 Uhr abends spricht Dr. Franz Kobler Über Judentum und Europa \m

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