Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 18 (6.5.1933)
- Date
- 1933-05-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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6. Mai 193B DER JÜDISCHE ARBEITER Seite 5 Unser Marsch am Ii Mai Brünn. Die Mai-Feier der Poale Zion fand am 29 April abends im festlich geschmückten kleinen Dopz-Saat statt. Es hatten sich über 200 Genossen und Freunde unserer Bewegung eingefunden, um im kleinen, aber würdigen Rahmen die internationale Feier der Arbeiterklasse zu begehen. Die Wände waren mit zahlreichen Transparenten geschmückt: die zur Einheit des Proletariats, zur Unterstützung des Palästina-Arbeiterfonds, zum Kampf gegen die revisionistischen Streikbrecher und zur Stärkung der Histadruth aufriefen. An der mit den Bildern Borochows und Marxgeschmückten Vorderwand eruDDierte sich ein kleiner Chor des Tchel et h La van, der nach Absingung der »Techsaknah« zwei Sprechchöre vortrug, die allgemeinen Anklang fanden. Die Umrahmung des Abends würde durch Rezitationen Leo Lederers ergänzt; er brachte Dichtungen von Toller, Upton Sinclair, und Tucholsky zum Vortrag, die in stärkster Weise die Probleme der Kriegsgefahr, der Verhetzung der Jugend und der Notwendigkeit internationaler Verbrüderung in den Vordergrund stellten. Die Festrede hielt Geh. Elieser Schächter, der die Bedeutung der Feiern in diesem Jahr unterstrich, das ein Wachstum der Reaktion und eine ernste Gefährdung der Arbeiterpositionen gebracht hatte. Seine von starkem Temperament getragene Ansprache klang in einer Analyse der Bedeutung des 1. Mai für den jüdischen Werktätigen aus; diese Feier zeige, daß die Arbeiterklasse aller Nationen die Machtmittel in der Hand habe, den Klassenkampf zum siegreichen Ende zu führen; für die jüdische Arbeiterschaft müsse diese Stellung erst geschaffen werden durch die Eroberung der Urproduktion. Mit der hebräischen »Internationale« wurde die Feier geschlosen, die bei starker Beteiligung der Jugend einen tiefen Eindruck hinterließ und durch gute Organisation und lebendiges Programm die Aufwärtsentwicklung kennzeichnete, die die Parteiarbeit in Brünn in den letzten Monaten nimmt. Am 1. Mai beteiligte sich die Partei geschlossen am Umzug. Sie zog unter eigener Standarte und mit der Parole »Es lebe das arbeitende Palästina« in tschechischer, deutscher und hebräischer Sprache mit den Bruderparteien durch die Stadt und nahm an einer auf dem Wilsonplatz stattfindenden Kundgebung teil, an der neben Jugendvertretern der deutschen und tschechischen Partei die Gen. Katschinka (deutsch) und HändHF (tschechisch) sprachen. Der Zug erweckte bei seinem Marsch durch die Stadt Aufmerksamkeit breitester Schichten der jüdischen Bevölkerung, insbesondere, da es das erste Mal ist. daß unsere Partei in Brünn selbstständig an dem Mai-Umzug teilnahm. Während des Aufmarsches wurden hebräische Arbeiterlieder gesungen. Nach Schluß der Kundgebung zog die Jugend geschlossen ins Heim. Mähr. Ostrau. . Wie alljährlich, so . auch diesesmal, beteiligte sich die Poale Ziop a-mj Umzug der Sozialdemokratischen Parteien. Unter den Transparenten' „Es lebe das arbeitende Palästina" und1 „Wir wollen und bauen den Sozialismus" marschierten in langen Reihen die Jugendlichen der J. S. J. und des Hechaluz, sowie die Genossinnen und Genossen der Po'ale Zion., Allgemein wurde die Disziplin unserer Jugendliehen, welche die stärkste Jugendgruppe im Zuge war, bemerkt und fanden ihre hebräischen Lieder und gerufenen Parolen Aufmerksamkeit. Im' Präsidium der Maifeier war die Poale Zion durch Gen. Jokl vertreten. Dieser Demonstrationsumzug Avar eine starke Demonstration für das arbeitende Palästina und zeigte deutlich, in welchem Lager die jüdische Jugend steht. Im stark besuchten Saal des polnischen Hauses fand die 1. Maifeier der Poale Zion statt. Nach einleitendem Lied und Rezitationen begrüßte Gen. Eisinger die erschienenen Gäste, insbesondere Gen. Chobot von der poln. Sozialdemokratie und Genossin Langer von der tschechischen Bruderpartei. Gen. Jokl gedachte in seiner tschechischen Rede der Opfer, die die Erkämpfung des 1. Mai gekostet habe und erinnert d'aran, daß in unseren Nachbarländern der Faschismus seine Macht daran gebraucht, um die letzten Festen der Demokratie und der Arbeiterklasse niederzuringen. Wir feiern den 1. Mai noch auf einer Insel der Demokratie und werden dafür kämpfen, daß in diesem Staate der Faschismus nicht den Sieg erringen wird; Über allem steht uns die Idee des Sozialismus, die trotz aller Rückschläge zum Siege vordringen muß. Nach ihm; sprach Gen. Schächter (Brünn) in deutscher Sprache. Er führte aus. daß die Arbeiterklasse durch: die letzten Ereignisse in Deutschland in die Defensive gedrängt wurde und ihre Positionen räumen mußte. Die Wirtschaftskrise brachte es mit sich, daß der berufliche Verdrängungsprozeß des Judentums mit unaufhaltsamer Schnelligkeit vorwärtsschreitet und das Judentum gezwungen ist in die Formen der Urproduktion einzudringen und1 auch den Weg der Arbeiterwerdung zu beschreiten. Mit diesem Prozeß schreitet auch die Scheidung des Judentums in zwei Klassen vorwärts und bringt die Verschärfung des Klassenkampfes mit sich. Die Klassenfragen aller Völker und auch des jüdischen Volkes kann und wird nur der Sozialismus lösen. Nach Gen. .Schächter sprachen Gen. Abg. Chobot und' Genossin Langer Worte der Begrüßung, worauf durch einige Sätze des Gen. Rosenzweig die Darbietungen der Jugend eingeleitet wurden. Chawerah Rosenzweig las in tschechischer Sprache und Josefi in deutscher .Sprache Dichtungen von Sinclair und Pucholsky^ vor. Durch einen Bewegungschor des Techelet Lawan. sowie einen Sprchchor der J. S. J. und .einen des Hechaluz, wobei ersterer durch seine besonders sorgfältige Einstüdierung Aufmerksamkeit erregte, sowie einer sehr gut gelungenen Szene „Abrüstungskonferenz", aufgeführt, von der Spieltruppe der J. S. J., wurde diese sehr gut gelungene Feier geschlossen. . i (Weitere Berichte folgen.) Tschechoslowakische Berichte Der Parteitag einberufen. Der ordentliche Parteitag der Poale Zion Inder Tschechoslowakei ist für die Zeit vom 3. bis 5. Juni nach M. Ostrau einberufen worden. Der Parteitag wird durch eine große öffentliche Kundgebung eingeleitet. Die eigentlichen Beratungen begingen am 4. Juni Vormittag mit mehreren .Referaten über die Lage in Palästina, in der Arbeiterbewegung und sind ausgefüllt von den Referaten der Parteileitung und den Diskussionen. Eine genaue Tagesordnung wird nächste Woche bekanntgegeben werden. Kosice. Am 30. März hat sich unter Beteiligung von über 200 Personen dii© ,.Liga für das arbieiteaide Etiea-Jisrael" kionstituieirt. Herr Dr. Belia Engel eröffnet die GeneiralLversamm- . lung und erteilt Benrn Dr. Jul. Földes das Wort zu seinem Referate, „Hochkonjunktur in Palästina", Hierauf .sprach Heinr Samuel Friedimlann über die Arbeiterbewegung in Palästina. Beide Referate wurden mit Begeisterung aufgenommen. Zum Obmann desr „Liga" wurde Dr. Jül. Földes, zum Vizeobmann Dr. Bela Engel gewählt. Es wUirdle beschlossen, ein Büro zur Erteilung von Informationen über Palästina zu eröffnieth und allwöchentlich' veirvielfälbigtes InformationsmateriaJl herauszugeben. Es herrscht hier wie überall eine intensive Palästinastimmung, insbesondere Tielges Interesse für die durch die »Liga" propagierte Palästma-Arbeitetrbewegung. Letzthin hat sich ein starker Snif-Hechaluz organisiert und entfaltet eine rege Tätigkeit. Ö. Teschen. (J. S. J.) Aim 12. März wurde in C. Teschen eine Jüdisch-sozialistische Jugendigrupipe gegründet, die kurz, darauf ihren Ausschuß wählte. Demselben gehören die folgenden Chawierim an: Moritz Einhorn (Obmann), Erhard! Liebermann (Schriftfüihrer), Leo Koss (Schiriftführeor-Sfeelveirtreteir), Alfred! Hartmann (Kassier), Otto Triegar (Beisitzer). Der gewählte Ausschuß hat ausführlich über sein Ar. beitapflograimim; beraten und seine Tätigkeit mit großem Elan begonnen. C. Teschen. (Poale Zion.) Am t.lTV. 1933 fand im Hotel Slaz&ky dlülm, unter Beteiligung von 30. Genossen eine Versammlung statt, bei welcher Referent Gen. Adolf. Deutsch über aktueMiei Fnagen sprach und! insbesondere auf unsere Lage in Deutschland hinwies. An seinen interessanten Vortrag schloß sich eine rege Diskussion. Michalovce. Am 16. April fanden Neuwah» len in die Leitung der Ortsgruppe der Poale Zion statt. Gewählt wurden zumi 1. Obmann Heinrich Feld, zum'2. Obmann Vojt. Neumann, Kassier Mano Prägl, Schriftführer Ignaz Hellingen*, Kontrollore Jakob Hauptmann, Martin Moskowitz, und zehn weitere Ausschußmitglieder. — Am 23. April nahm dio Ortsgruppe an einem Protest gegen Hitlerdeufcschland teil. Die Vorbereitungen für die Mai-Feder sind in vollem Gang. Bratislava. Am 22. ds. hielt Gen. Dr. Wilhelm Lenart in der Poale Zion einen überaus gut gelungenen Vortrag über das Thema: „Sozialhygiene des Geschlechtslebens"., Dr. Lenart schilderte auf wissenschaftlicher Grundlage die Wichtigkeit der Sexualaufklänmg. Dem Vortrage folgte eine Debatte, an der sich über zwanzig Genossen beteiligten. Prostejov. Sonntag, den 7. Mai Gelangt „Die Einzige Lösung" — eine der wirkungsvollsten Theaterstücke zur Aufführung. Das Brünner Ensemble steht unter der Leitung Isi Rei&s, der die Aufführung in Brünn und Prag dirigiert hatte. Musikalisohe Leitung: Hans Weigel, technische Einrichtung: Architekt Paid Nagy. In' iSolorollen: Mitglieder der Jung-Jüdischen Bühne. Nitra. Der am 22. v. M. von der Liga für das arbeitende Erez-Israel veranstaltete Abend war zugleich auch eine Huldigung für den großen hebr. Dichter Bialik. Dr. Oskar Neumannl-Bratislava, wußte in seiner Festrede eine Würdigung der Person und des dichterischen Schaffens des jubilierenden Poeten Bialik au geben. Die kleine Valerie Jung deklamierte ein Gedicht in hebr. Sprache, Armin Reich' in tschechischer und M. Löwy .in deutscher Sprache. Nach einer Pause gelangte das wohleinstudierte Schaustück „Die eiflzige Lösung" mit Singundl Sprechchören aur Aufführung. Nachhaltiger und einprägsamer als es mit der besten Propagandarede möglich wäre, wird in diesem' Stück die Aussichtslosigkeit des Lebenskampfes im Galut und die Rückkehr nach Palästina als einzige Lösung demonstriert. Die Regie lag in den Händen des Thieaterroutiniers iSzintag, die gesanglichen Einlagen wurden vom Musikpädagogen Wilh. Wasse'rberger gründlich einstudiert und von Livia Deutsch fachmännisch begleitet. Den Sprecher stellte Moscheh Krausz mit vollendeter Routine. Auch die einzelnen Rollen waren gut besetzt, hervorzuheben' wären: Szintag, Reich, Tiefenbrunn, Kutscher, Abeles, Lewin, usw. Man hatte einen tiefen Eindruck, der hoffentlich nachhaltig wirksam bleiben wird. Es ist sehr •begrüßenswert, daß die Nitraer ..Liga" im Rahmen einer abendfüllenden Veranstaltung das Interesse des jüd1. Publikums für Palästina erweckte undl die notwendige geistige Umstellung vorbereiten half. Kuttna. Teplitz-Schönau (Liga f. d!. arbeitende Palästina). An der I. Maifeier der Liga, die bei der Ruine Kamaik stattfand, beteiligten sich mehrere palästinensische Studenten-, die aus Prag gekommen waren. Die Festredte hielt Chawer M. Olliner, der die Bedeutung der kändigung seines Besuches in der Tschechoslowakei hat starkes Interesse der durch die Ereignisse aufgewühlten jüdischen Masse ausgelöst. Ein Interesse, das natürlich für die Abschätzung der politischen Stärke unserer revisionistischen Desperados belanglos ist, da es dem „guten Redner" Jabotinsky galt und keinesfalls dem Verfechter fascistischer Methoden in der Zionistischen Bewegung und in neuem Palästina. Man mag bedauern, daß die Neugier und das Bedürfnis, einen „interessanten" Abend zu genießen, bei vielen hundert Juden in den Städten unseres Landes stärker ist als ihre zweifellos demokratische Grundhaltung in allen Fragen des jüdischen und öffentlichen Lebens. In diesen Zeiten würde der Besuch Jabotinskys, des Präsidenten einer Gesellschaft von Streikbrechern und Messerstechern, den schärfsten; Boykott der jüdischen Oeffentlichkeit verdienen. So könnte klar zum Ausdruck gebracht werden, daß das Judentum dieses Staates sich weder mit den Grundanschauungen noch mit den Methoden der jüdischen Braunhemdbewegung identifiziert. Wenn wir diesen Standpunkt nicht schon früher vertreten haben, so deshalb, weil es noch nicht feststand, ob es Herrn Jabotinsky überhaupt vergönnt sein würde, seinen Mund in diesem demokratischen Staate aufzumachen. Nach den uns vorliegenden Meldungen erhielt er in Munkacz und in Kaschau keine Bewilligung, zu sprechen und Vorträge, die angesagt waren, mußten im letzten Augenblicke abgesagt werden. Erst in Ostrau ivar ihm eine, allerdings sehr unruhige Versammlung gegönnt, über die wir noch berichten. Hier stieß er bei Juden und Nichtjuden auf entschiedene Ablehnung. Dieser Widerstand, der bis in die Regierungskreise führt, ist in erster Reihe auf die aufgerechte und entschiedene Haltung der Sozialdemokraten zurückzuführen. Mit Recht wurde von dieser Seite (es ist beschämend, wie weit die zionistische Sache durch solche Debatten diskreditiert tvird) erklärt, daß unter den bestehenden Verhältnissen kein Grund sei, einem Propagator fascistischer Ideen in der Tschechoslowakei Gast recht zu gewähren. Zu einer Zeit, in der der demokratische Charakter des Staates gegen den Ansturm von draußen ebenso verteidigt werden muß, wie gegen die Elemente im Inneren, die ihr, politisches Süppchen an der reaktionären Konjunktur zu kochen versuchen, ist ein jüdischer Fascist, an sich eine groteske Erscheinung, ein ungebetener Gast! Die fortschrittliche, insbesondere die sozialistische Presse, hat sich mit diesem Gegenstand in einer begrüßenstverten Freimütigkeit befaßt und klar zu verstehen gegeben, daß der Import von politischen Agitatoren dieser Sorte verhindert werden muß. Diese Haltung sollte auch jener jüdischen Oeffentlichkeit zu denken geben, die den verschiedensten Sentimenten den Vorrang vor der politischen Vernunft, gibt. Ob Jabotinsky in einigen Orten doch noch sprechen wird oder nicht: Er ist hier ungern gesehen, seine Anwesenheit der Regierung peinlich und es ivird ein etwas paradoxes Bild geben, wenn die gleichen Juden, die die demokratischen Grundfesten des Staates durch die Förderung der Arbeitsanleihe zu befestigen suchen, zu tausenden in die Kundgebungen des jüdischen Stfibrny laufen werden, der zwar keine Kohlengeschäfte auf dem Konto seiner Vergangenheit stehen hat, aber eine sehr enge Bundesbrüderschaft mit dem Judenschlächter Petljura. Mitteilunflen ans dem LeserftpeiSB Homöopathische Behandlung tfIIIIf» J 71? U A V BRÜNN-SCHlHin, mUUr« if* £ßMAH, pödsbradsasae n#. 2662 Ordiniert 8—10, 14—16 Sonntags 8—9. — Tfllafon 34 87f. Facharzt für Hautu. Geschlechtskf» M. U. Dr. Paul Dux, Brünn, Kozf X MÜDf; Otto Bermann, Brünn. 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Konsul in Jerusalem Dr. Vladimir Fric; über die Lage in Palästina und unterstrich in seinen Ausführungen die Leistungen der jüdischen Arbeiterschaft, die den (jetzigen Aufschwung überhaupt erst ermöglicht hat. Dr. Frantisek Gottlieb sprach in hinreißender Weise über „Zionismus und' Heute" und wies auf die große wirtschaftliche und. kulturelle Bedeutung Palästinas in dem heuen Prozeß hin, dem das entwurzelte Judentum der Jetztzeit unterliege. b. z. Brünn Die mährischen Juden. Am 2. Mai fand eine von tschecliojüdische'r Seite einberufene Versammlung mit diesem Thema« statt, bei der der 72-jährige Redakteur der längst nicht mehr erscheinenden „Ceskozidovskö LiHy'S Moritz« ö c h ö n b a u m, sich in einer durchaus anständigen Weise mit dem jüdischen Problem] auseinanderzusetzen yejrsuohte, in der er sich wohltuend von seinen Parteigenossen und ihren Stangelhaltern im tschechisohnationalistischen Lager unterschied. Geboten wurde nichts Neues: Tschechische Freunde der Assimilation der Juden wurden beschworen, Zionismus den Ostjudem zum Einnehmen empfohlen!, während die Westjuden eindringlich vor dieser politischen Bewegung und ihren jüdischen Schulen gewarnt blieben. Die Chialuzim und der Palästinaaufbau erhielten eine gute Note. Das alles hielt sich noch in den Grenzen wenigstens angestrebter .Objektivität. Die; Ausführungen der tscheohojttdischen Debatter aber waren von dem Bestreben geleitet, unter möglichster Ausnützung vorhandener Konjunkturen den nationalen Heohscheir etwa abwesender Schreiber aus der ,rMöravskä Orlice", dem „Öesk6 Slovo" und anderer antisemitischer Blätter zu bekommen. Auf dieser Front bewegten sich Frau Roubiickovä und der aus der Provinz herangezogene Herr Dr. Rotter, ferner ein arischer Tscheohoijude namens Kolejta (Redakteur der „Moravskä Orliee"). Sie hatten einmütig auszusagen. Zionismus sei ein Mäntelchen für Deutschtum. Mehrere Mitglieder des „Spolek sionistickych akademikfi" ergriffen dos Wort, um das Niveau der Versammlung wiederherzustellen. Es sprachen Heilig, Dr. Münk und Böhm. Stbkpt. Grün wies in seinen Ausführungen darauf hin, daß die sprachliche Umstellung einen langwierigen Prozeß darstelle, dem man die Freiheit der Entwickhing lassen muß, wenn eine Bevölkerungsgruppe nicht in eine Position de'r Unehrlichkeit getrieben Wieden soll. Es sprach ferner noch Prof. Lamm, der auf den Unterschied zwischen Sprache und Nation hinweis. der Vorsitzende Humpülik und ein Tscheche namens Schreiber, der feststellte, ein Tschechojude sei ebenso unmöglich wie ein Tschechod'eutscher oder Tscheehomagyar. Wohin die Assimilation führe, •zeige Deutschland. Im Urteil dieses Ariers sind nur die Zionisten, die sich zum Judentum bekennen, Juden. Im Schlußwort erklärte der 'Vorsitzende, es habe sich1 hier vor allem um die Behandlung der jüdischen Frage im tschechischen Milieu gehandelt. Zu ihrer Beleuchtung trug die interessante, wenn auch meist nicht originelle Debatte wesentlich bei. o. 1. SILBERFÜCHSE, Blou-, Polar, u. Rotfüchse in allen Farben FRANZ PAVLOÜSEK, { Vortraff Dr. Chalm Hoffmann. Als Gast der „Liga f. d. arbeitende Palästina" sprach vergangenen Donnerstag in einieml leidbr nicht sehr großen Kreis Gen. Dr. Chaimi Hoffmann-Prag über Probleme der palästinensischen Arbeiterschaft. Die sehr interessanten Ausführungen lieferten auch für informierte Genossen sehr wertvolles Material. Wir hof-