Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 18 (6.5.1933)
- Date
- 1933-05-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V. b. b. Erscheint jeden Frajtftfl DER JUDBCHE ARBEITER Organ der vereinlüfen zlonislisch-sozlalisflsclien Arbeiferorilanisaflon Poale Zlon-nifactidatti in Österreich Redaktion und Administration: Wien II., Blumauergasse l — Postscheckkonto Nr. 17.878 Tschechosl. Redaktion: Brünn, KoliStö 19, Tel. 35.398, Postscheckkonto Brünn Nr. 100.145 Bezugspreis: ganzjährig S 12*—, halbjährig S 6*— Einzelne Nummer 30 Groschen 10. Jahrgang Wien, 6. Mai 1933 Nr. 18 Palästina im Kreuzfeuer, Reaktion Geßhrli±/;";'7"" TO Arbeiter in „Nesher" ausgesperrt Faule Eier für Ben Gurion Revisionistische SfrelkDrecher unter Pollzelschntz Vor einigen Monaten ist es den arabischen Arbeitern in den Steinbrüchen der Zementfabrik »Nescher« mit Hilfe der vnn Seiten der Arbeitgeber eine Histadruth gelungen, ihre Arbeitsbedingungen erheblich zu verbessern. Es wurde damals zwischen dem arabischen Unternehmer, der die Arbeit in den Steinbrüchen leitet und dem »BrithPoale Erez Es wurde folgender Beschluß angezen" zu verjagen, weil ein Herzlianer nommen: Die Versammlung erwartet kein Marxist sein kann und ein Marxist kein Herzlianer. Mussolini und Pilsud oö„„,„„ i .l0j ' ski waren Marxisten und bekämpfen ferdenen All ro\e Fahne und' den Marxi^s. Der Kampf gegen ter, (jenen aie rote ranne una AtA u^a„ T„:„tw~_ wau Gewalttätigkeiten fremd sind.(ü) die Roten ist jetzt leichter, weil er die ganze Welt umfaßt. Unser Kampf ist kompromißlos bis zur Vernichtung des Jisrael« (Dacbverband der jüdschen und Fgn rff lf britier SCtltilfT HillCFS Marxismus in d?r jüdischen Gasse. Wir arabischen Arbeiterorganisationen) ein " , * " ... müssen das Zertifikatsystem aufheben, Vertrag geschlossen. Aba Achimeir, der Fuhrer der palada die Arbeiterpartei dadurch Koramu- Als nun die arabischen Arbeiter nach stinensischen Revisionisten, erklärte in nisten ins Land bringt, den jüdischen und muselmanischen Feiere»,erA revisionistischen Versammlung am Ä -m - - ... tagen zur Arbeit zurückkehrten, fanden 23- Apnl in Td-Ayiv: AUfmCrkSamkCltCH 1ÜI BO sie 160 neue Arbeiter vor, die ihre Ar- »Der gefahrlichste Feind ist - das Göll©« beitsplätze eingenommen hatten. Die «*• Judentum. Unser Kampf soll zur M . „ A, n »rü * Verhandlungen mit dem Unternehmer Zeit mcht gegen Fremde genchtet sein; Riga, 1. Mai (J T A.). Der Fidirer führen zu keinem Resultat. weder gegen die Regierung die die der A»gemeine» jütüsehen Arb^teror- Dieser unerhörte Vertragsbruch rief Tore .des Landes sperrt, noch gegen gamsation Palastmas David Ben Gul^rS^f^ die Arafeer, die ziim Pogmm rüsten, rion wurde bei seinem. Eintreffen auf Enrnöru^^ 8<>»de™ gegen die roten Juden « So dem Bahnhof in Riga von Mitgliedern ter On der F^'ariSttmS^ in den wie wir beim Damaskustor und bei de* des. Britfa Trumpeldor mit faulen Eiern s/einhrücLn Awiwl Klagemauer gekämpft haben, werden beworfen. Gegen Ben Gurion ist schon; V, " V . A. wir auch Solei Boneh bekämpfen. „Die vorher in einer Versammlung in Polen beschlossen einstimmig, die y^j^^ Pogrome, die Kreüzztige, von Mitgliedern des Brith Trumpeldor von Streikbrechern gelief er- Hitler sind nichts gegen den letzten eim Anschlag Im Ante Konmateri allen nicht zu pessi^Äg' 5693, in Tel Aviv;« ^^ra scWuß an die feindselige Kundgebung letzten Pessachtage wurde ein Umzug gegen Ben Gurion entspann sich auf der braunhemdigen Betarim in Tel-Aviv dem Bahnhof in Riga ein Kampf zwidurch erregte Passanten gesprengt sehen Mitgliedern des Brith Trumpel- Anm. d. Red.) „Der erste Mai ist ein Undor und linksstehenden Zionisten, die glück für das Judentum." Unser Kampf zu Ben Gurions Empfang erschienen war auf der Froumin- und Petach-Tikwaren. Polizei trennte die Streitenden, zurückgezogen wird. Die Verhandlungen Wahfront siegreich und wir werden ihn 12 Mitglieder des Brith Trampelmit der Fabriksleitung werden noch bis zum Endsieg durchhalten." Wir gedor wurden wegen Widerstands gegen fortgesetzt. zum Kongreß, um die „roten Wandie Staatsgewalt verhaftet. Die Polizei zeigt sich wie immer sehr : '' '____ rührig und verhaftete alle 8 Mitglieder des Arbeiterrates. ßie lilniermänner Die Lage im Bauarbeiterstreik in Petach-Tikvah ist nach wie vor unverändert. Tag für Tag gehen die r e v i s i o n ls t i s c h e n S t r e i k b r echer in Polizeibegleitung verarbeiten. Daraufhin wurden 70 Arbeiter ausgesperrt. Die Belegschaft der Fabrik droht mit einem Sreik, falls diese Maßnahme nicht Unke zum Kongreßhampi gerastet! flplosapoff fuhrt die „Liste für das arbeitende Brünn, 3. Mai. — Wie bereits berichtet wurde, ist zwischen zwei Gruppen des sozialistischen Zionismus in der Tschechoslowakei, der Poale Zion und der Aran.dle Arbeit. Füniunddr* Äe Jgj-*^^ Arbeiter sind im Zentralgefängnis in Je rusalem eingekerkert, weil sie für ihren Arbeitsplatz u. für bessere Löhne kämpf. Weitere 2000 Zertifikate? Paris, 1. Mai (J. T. A.). Einer Meldung des. Pariser „Hajnt" zufolge soll es der Executive der Jewish Agency gelungen sein, die Palästinaregierung ien zum XVIII. Kongresse abgeschlossen ZUf Ausgabe von weiteren 2Ö00 Arbei- ^i^zsssjr^r^ * de^lTar" -«-er Hazair beitreten wird. kommende Halbjahr zu bewegen. Von leistet, das hat deutlich eine Versammlung der »Landwirte« am 20. April gezeigt. M; Hefez, der Leiter der »Landwirteorganisation«, sagte: Der Kampf geht schomer Hazair beitreten wird. Das Zentral-Wahlbüro der »Liste für den demnach zur Ausgabe gelangendas arbeitende Palästina« (Poale Zionden 7500 Zertifikaten sollen 2000 für A. G. S. Z.) hat den politischen Leiter Juden aus Deutschland reserviert bleider Palästinaexekutive, das führende Mitglied der palästinensischen Arbeiterpartei Dr. Chaim Arlosoroff eingeben. — Wie die Londoner Executive der Jewish Agency auf eine Anfrage der armU-Ä "<«'<> ISSenkandrdätur "auf "der Jüdischen Telegraphen-Agentur mit fc^rtlV^Äth- . h Tm Li8*«» in der Tschechoslowakei zu überteilt, ist ihr von einer derartigen Ver- ^^vss^ss^ :5z^^rme vorlän' soroff dieser Einladung Folge leisten wird. Dr. chaim Arlosoroff trifft dieser Erleichterungen für Handwerker Tage zu einem kurzen Aufenthalt in Prag sation, sagte: »Der Kampf in Petach Tikwah betrifft zwei Lager. Einerseits das Geeinigte Lager der Histadruth, das alle wirtschaftlichen Positionen im Lande eroWt w ««^ ^«j^. - -----ein und wird zu einem späteren Zeitpunkt "-------~~' "77" w'y—V 1 "7 ^LSt™±,™!?I^Jtt?L^ "Ol™ Städte der Republik besuchen, ™*>™'?' Arttar Wanchope hat die Jerusalem, 1. Mai (J. T« A.). High Commit der Prüfung der Gesuche um Erteilung von Einreise-Visen für Palästina beauftragten Stellen dahin instruiert, daß Gesuche von Handwerkern und Gesenügend organisiertes Lager, Man muß . L A . , A ,. A einen Block aller bürgerlichen Kräfte um aIs Gast der vere»nis*en Liste sprebilden, der die wirtschaftlichen Positiochen* nen der Histadruth erstürmt; dann wird sie durch unsere ungeheure Kraft zer- Jerusalem, 29. April (J.TA.). Der Vorbrechen. Vorläufig soll Jeder Landwirt atzende der Palästina-Executive der werbetreibenden mit einem Eigenkapital »einfache« Arbeiter aufnehmen: Kurden, Jewish Agency Dr. Ch. Arlosoroff ist am von mindestens 250 Pf und weitgehend be¬ Jemeniten, Betarim, um ein »Gegen- 27. April von Palästina nach Europa abrücksichtigt werden mögen. Dagegen gewicht« gegen > die Histadruth zu gereist. Die Reise Dr. Arlosoroffs steht hat der High Commissioner einen Vorschaffen, im Zusammenhang mit den von der Jeschlag der Jewish Agency, eine neue Ka- Hervorgetan hat sich auch der »Allgewish Agency in jüngster Zeit ausgeartegorie von Einwanderern mit einem meine Zionist« Gisin. Er forderte: »Den beiteten großzügigen Kolonisationsplä- Eigenkapital von 150 Pfund zu schaffen, nistadrutbarbeitern k^ Arbeit!« nen, abgelehnt. Brünn, 4. Mai 1933. Die Ereignisse im deutschen Reich haben in keinem Lande Mitteleuropan ähnlich starken Widerhall , gefunden, wie in der Tschechoslowakei.. Aus der Periode der Nachkriegsrevolutionen des Kontinents hervorgegangen, ist dieser Staat den freiheitlichen und demokratischen Grundsätzen treu geblieben, die die Vorbedingungen zu seinem Werden waren. In den letzten Monaten verfolgte die Öffentlichkeit unseres Landes mit dem brennendsten Interesse das Wachstum der Reaktion jenseits der Grenzpfähle, mußte erkennen, wie sich der Ring um die demokratische Enklar ve im fascistischen Meer immer enger schloß. Heute sieht sich die CSR. eingekeilt in eine Reihe fascistischei* Staatswesen, deren Entwicklung klar vorgezeichnet ist und vielfach einheitlich sein muß, so groß zunächst auch die Differenzierung sein mag. In einen Block der buntesten Diktaturen eingeschlossen, reagiert die ösl. Öffentlichkeit außerordentlich scharf auf alle Vorgänge in der Umwelt und wendet ihre; Aufmerksamkeit, auch, der Wirkung zu, die' diese Entwicklung innerhalb unserer eigenen Staatsgrenzen auslöst. . ' In zwei JDingen^ scheint"bei den tschechischen Parteien Übereinstimmung zu bestehen, was die Reaktion auf die deutschen Ereignisse anlangt: Daß deutsche Waren boykottiert werden müssen und daß--die Juden aufhören müssen, deutschzu sprechen,, zu lesen, zu leben. Wir wollen uns hier nur mit der zweiten Forderung beschäftigen.. Diese Losung hat eine Verwirrung gestiftet,, die eine Analyse und eine" Beantwortung des aufgeworfenen. Problems notwendigmacht. Vorwürfe, die seit 1918 nicht mehr ruhig geworden sind, tauchen -wieder auf. und werden zu nationalistischen . Frontalangriffen verwendet, gewinnen in den chtuvinistischen Kreisen und bei den Hyperpatrioten aller. Konfessionen an Boden. Man hält den Juden vor, daß sie im ganzen genommen seit je und auch nach 1918 das Deutschtum gestützt, deutsche Kultur gefördert, ihre Kindeiiin deutsche Sohulen geschickt haben. Und dieses Deutschtum hat ihnen so gedankt! Ecce Deutschland! Werdet Tschechen, sprecht tschechisch, lest tschechische Bücher, schickt Euere Kinder in tschechische Schulen! Eine Zeitung erhebt gar die Forderung, die Juden mögen ihre Namen tschechisieren, die Behörden müssten solche Namensänderungen fördern, die Formalitäten vereinfachen, die Kosten senken. Am nächsten Tag hatten hunderte Blätter diese Kateridee vollen Ernstes aufgegriffen und schlugen (mit einem vergnüglich antisemitelnden Ton zwischen den Zeilen) den „Feigenbauls, Wasserkrugs, Rosenstrauchs usw." vor, durch Verwandlung in Pokornys, Novotnys und Horaks ehrlich zu werden. Im Hintergrund standen, im Wohlgefühl, hier mal eine ganz große Sache geleistet zu haben, die Tschechojuden, die als Verein sabzeichen Bretter vor dem Kopf tragen, und riehen sich stillvergnügt die Hände. Juden verlassen deutsche Organisationen, boykottieren erschüttert deutsche Kulturgüter — wenden sich von der Assimilation, wollen zu sich kommen — da präsentiert man ihnen