Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1933)
- Date
- 1933-07-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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iSRgSÄ^iothA min l.ttoi tf b# tit Erscheint OßRCITCP HRDCIICK Organ Oer Vereinigten zionistis(ii*sozialistis<iien Arbeiterorganisation Poalc Zion - HiladiOuffi in Oesterreich Redaktion und Administration: Wien, II, Blumauergasse 1 — Postseheckkonto Nr. 17.878 Bezugspreis: ganzjährig S 12.—, halbjährig S 6.- 10. Jahrgang. 14. Juli 1933 Nr. ZS. Die jüdische Arbeiterschaft voran Die endgültigen Resultate der Wahlen, in Ost- und Westgalizien liegen inoch nicht vor, aber der große Erfolg der Arbeiterschaft ist bereits sichtbar. In- Ostgalizfen erhielt die Liste des arb. Palästina von 71.115 gezählten Stimmen 24.788 (im Jahre 1931 12.575), die allgemeinen Zionismen 23.192 (10.605), Jabotirasky 10.201, Groß mann -Revisionisten 2483 (im Jahre 1931 erhielt die einheitliche revisionistische Liste 7870 Stimmen), Misrachi 7330 (5828), Radikale 608 (854), Jugendgru-ppe Akiba 1191 und, HMachdi .uth (Gegner der Vereinigung) 1384. Von den 31 Mandaten entfallen auf die Arbeiterschaft 12, auf die Allgemeinen Zionisten 11, Jabotinsky-Gruppe 4, Großmann-Revisioniisiten 1, Misrachi 3. Die noch ausstehenden Ergebnisse können noch geringfügige Aenderungen herbeiführen. Wenin die kleine Gruppe der Hitachduth, die gegen die Vereinigung der jüdischen Arbeiter ist, uns nicht in den Rücken gefallein wäre, würde unser Sieg noch imposanter ausfallen. Die Arbeiterfeinde können sich bei dieser Gruppe bedanken. Aus Westgalizien sind nur TeMresultate bekannt, die aber das starke Anwachsen der ArbeiterstLmmen veranschaulichen. Von zirka 18.000 abgegebenen Stimmen erhielten die Allgemeinen 8500 (7551), die Arbeiterschaft 4100 (2121), die Revisionisten 2300 (1619). " Stawski wird weiter belastet Die Polizei hat Stawski mit mehreren Zeugen konfrontiert. Einige sagten aus, daß sie ihn in der Nacht, in welcher der Mord begangen wurde, in Tel-Awiw am Ufer des Meeres sahen-..- —------------....... |-ßen Zwi in die Exekutive kooptiert An Stelle des ermordeten Arlosoroff wurde Gen. Ben IfZwi in die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation &t kooptiert. I Tausend Dunam für die deutschen Juden 1 Der Keren Kajemeth hat von seinem! Boden in Wadi ^hawarith 1000 Dunam für die Ansiedilung der Juden, aus Deutschland zugeteilt. Sch. ISiger ein Fünfziger Der bekannte jiddische Literaturkritiker Sch. Niger feiert seinen fünfzigsten Geburtstag. Wir werden in unserer nächstein Nummer die Leistung Nigers würdigen. Nicht länger zusehen! Arbeitervertreter gegen Hitler. Der' Genfer Korrespondent des. Londoner „Daily Herald" führt aus, daß der Aufschrei des niederländischen Arbeiterdelegierten Kupers, man möge vom Internationalen Arbeitsamt aus den tausendlen aus Deutschland verjagten Juden helfen, Aufsehen erregt habe. Die Annahme der Kupßr'schen Resolution erfolgte mit 80 gegen 2 (portugiesische) Stimmen. Derkanadische Delegierte Simson erklärte, es sei ein entsetzliches Bekenntnis nationaler Minderwertigkeit, ein kleineres Volk wie die Juden zu solchen Leiden zu verdammen. Kupers leitete seinen Antrag mit den Worten ein: „Wir dürfen uns nicht länger in der Rolle passiver Zuschauer verschanzen, sobald wir sehen, daß ein Vater in einem tollen Ausbruche verbrecherischer Leidenschaft über seine Kinder herfällt, um sie zu töten," 75.000 Mitglieder im „Hechaluz". Laut Zählung des Weltverbandies des „Hechaluz" verfügt er über1 75.000 organisierte Mitglieder, die sich vorbereiten, nach Palästina als Arbeiter zu gehen. In Polen allein zählt er 37.000, in Deutschland 5000, in Oesterreich gegen 800. Auch die „Agudah" will nach Palästina. F-s H zur Genüge bekannt, mit weichen verwerflichen Mitteln die extrem-orthodoxe Agudah gegen den Palästinaaufbau kämpft. Nun mußte aber auch sie die Waffen strecken, ^»e Führer der. „Agudah" in Warschau sind an das dortige Palästinaamt mit der Bitte herangetreten, auch ihren Anhängern die Einreise, nach Palästina zu ermöglichen. Die Not bricht auch den Starrsinn der Agudah. Wahlresultat in Oesterreich. Wien Provinz Summe Allgemeine Zionisten 2462 461 2923 Arbeitendes Palästina (Poale Zion-Hitachduth) 1457 352 1S09 Stricker-Revisionisten 1319 171 1400 Jabotinsky-Revisionisten 765 445 1210 Radikale 659 21 680 Misrachi 404 123 527 Stimmen wurden abgegeben f7066 1573 S639 9p*J9*m werf* die große Tageszeitung unserer jiddischer Sprache erscheint. Bezugspreis für Oesterreich: 5 Bestellungen nimmt entgegen: »Der Jüdische Arbeiter", Wien, U„ Blumauerg, 1. Verlanget überall „Das Wort"! Bruderpartei in Polen in Schilling monatlich. Da sich die Hauptwahlbehörde über 'die Gültigkeit einiger Stimmen noch nicht geeinigt (hat, sind geringfügige Aenderungen noch möglich. Zum Vergleiche wollen wir anführen: Vor zwei Jahren, zum 17. Zionistenkongreß, wurden insgesamt '4804 Stimmen abgegeben, davon erhielten: Revisionisten 1956, Allgemeine Ziontißten 1387, Arb. Palästina 852, IMisrachi 269 und Radikale 340. Die Mandate verteilten sich: Revisionisten 2, Allgemeine Zionisten und Arbeitendes Palästina je ein Mandat. Dank an alle Genossen und freunde Wir danken allen Genossen und Freunden, die zum großem Erfolge bei den: Kongreßwahlen in Oesterreich1 beigetragen, wie auch allem Wählern, die ums ihr Vertrauen1 geschenkt... haben. In dem großem Stimmengewinn unserer .Liste erblicken wir das wachsende Verständnis der arbeitenden jüdischen Bevölkerung für den, Aufbau eines arbeitenden Palästina auf sozialer und1 demokratischer Grundlage. In diesem Simnie wollen wir auf dem XVIII. Zionistenjkonigresse und in den kommenden Jahren überhaupt wirken. Wir erwarten auch künftighin die intensive Unterstützung der arbeitenden jüdischen Bevölkerung, als deren. Sachwalter wir uns betrachten. Liste für das arbeitende Palästina (Poale Ziom—Hitachduth). Jüdische Arbeiter können der Deutsehen Arbeitsfront nicht angehören Entgegnung auf einen Artikel in der „C.-V.-Zeitung". Die Tageszeitungen veröffentlichen eine Meldung des Vdz.-Büros, derzufolge es in Kreisen der Deutschen Arbeitsfront unliebsames Aufsehen erregt hat, daß das Presseorgan des Cen/tralvereiins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens einen Aufruf veröffentlichte, der unter der Ueberschr.i/ft „Bleibt in den Berufsverbäinden" die jüdischen, Arbeitnehmer, besonders die Angestellten, aufforderte, sich als Mitglieder den neuen berufsständischen Organisationen anzuschließen. In unterrichteten Kreisen wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß jüdische Arbeitnehmer von allen Organisationen der Nationalsozialisten, also auch von den Verbänden der Deutschen Arbeitsfront, ein für allemal ausgeschlossen bleiben. Wenn einige Angestelltenverbände bisher den jüdischen Mitgliedern erst nahegelegt hätten, freiwillig auszuscheiden, so wolle das nichts besagen für die kommenden Statuten der neun Fachverbände in der Angestelltensäule. Diese Statuten würden vielmehr ebenso wie die der anderen Gliederungen der Deutschen Arbeitsfront den Arierparagraphen enthalten. Zwischen dieser Regelung und dem Totalitätsanspruch der offiziellen Organisationen der Deutschen Arbeitsfront bestehe auch keinerlei Widerspruch, da ja die berufsständische Zusammenfassung der Arbeitnehmer eben eine Deutsche Arbeitsfront sein solle. tan ziweSlea* evasiesiBi uevncaf f unter dem Verdachte der Teilnahme an der Ermordung von Arlosoroff. Die Polizei in Tel-Awiw verhaftete einen gewissen Jehuda Münz, 19 Jahre alt, Mitglied der revisionistischen Jugend (Betar). Der Verhaftete steht im Verdachte, an der Ermordung Arlosoroffs beteiligt gewesen zu sein. Unsei* Celtrei» H< Zur Wiederkehr seines Todestages Wir haben heute keine Zeit für historische. Betrachtungen. Herzls geschichtliche Bedeutung ist hunfdlert Male geschildert .und analysiert worden, sie braucht nicht noch einmal dargestellt zu werden/ Wenn wir im einer Zeit der ins Unfaßbare; gesteigertein Judemmot, im Augenblicke, da Hunderttausende lebendiger jüdischer Menschen allen Schrecken preisgegeben sind, uns mit dem Werke eines Toten befassen, und sei es salbst der Größte und Geliebtestey so ist das nur in. einem einzigen Falle zu rechtfertig gen: wenn es um dessentwillen geschieht, was diesen Tote uns für unsere Arbeit zu geben hat, wenn) wir zu "ihm kommen, um von ihm m lernen. Nun gibt es bekanntlich1 eine Partei im ZionisimuSy deren Anhänger sich' als die einzig legitimem Schüler Herzls betrachten. Wir wollen hier nicht! wiederum die schon bis zum Ueberdruß erörterte Frage behandeln, ob die revisionistische Konzeption: des Zionismus mit der Herzls übereinstimmt. Flerzls Reden; und Schriften sind gedruckt und allgemein zugänglich1, wer die Mühe nicht scheut, sie zu lesen, kann sich' seine Meinung über diese Frage selber bilden. Uns scheint etwas anderes wesentlicher, i.: Tatsache nämlich, daß wir, wenn wir uns Schäle.' Herzls 'nennen, .unter dieser Schülerschaft etwas; furtdsätzlich anderes zu verstehen haben, als die Revisionisten!....... Der Revisionismus hat Herzl zu einer religiösen! Autorität gemacht. Was in seinen Schriften steht, ist eben deswegen: richtig, was in ihnen nicht zu finden! ist, eben deswegen falsch. Wer diese Ueberzeugung nicht teilt oder in der Auslegung der Herzischeni Thora vom der revisionistischem Tradition abweicht, ist als Ungläubiger aus der Gemeinschaft auszustoßen; und zu verfemen. Ein solcher Mensch, wird von den Revisionisten! Verräter genannt. Sie müßten1 ihn eigentlich einen Ketzer nennen. Vielleicht ist diese Anschauung nicht bei allen revisionistischen Führern so kraß ausgeprägt, wie sie hier dargestellt wurde, jedenfalls aber tun alle ihr Möglichstes, sie in eben dieser krassem Form den Massen einzuhämmern. Wir wollen nicht Thora von Herzl lernen. Kein; Mensch, und sei es der genialste, kann die geschichtliche Entwicklung kommender Jahrzehnte voraussehen, keiner kann auch nur alle Faktoren politischer, soziologischer, psychologischer Natur überseham und in Rechnung steilen, die zu, seiner eigenen! Zeit vorhanden und wjrksam sind. Auch Herzl hat das nicht gekannt. Er hat von der Existenz der Araber in Palästina ebensowenig gewußt, wie von den kulturellen Problemem des Judentums oder von der Tatsache, daß schließlich die Türkei für die Erlangung des Charters überhaupt keime Rolle spielen würde. Deshalb können seine Schriften für uns heute nicht ein Evangelium sein. Herzls entscheidende Erkenntnis, daß nämlich die Judenfrage eine politische Frage ist, brauchen wir uns nicht zu eigen zu machen, sie ist uns in Fleisch und Blut übergegangen; und bildet die selbstverständliche Voraussetzung unserer ganzen Arbeit. Die sachlichen Konsequenzen, die er daraus gezogen hät, kö nnen wir uns nicht immer zu eigen machen, aus den oben erwähnten Gründern. Was wir uns aber zu eigen machen müssen, je gründlicher, desto, besser, das ist die Betrachtungsweise, die ihm diese! Erkenntnis überhaupt erst ermöglicht hat. Wir müssen nicht überall dasselbe sehen, was Herzl gesehen iu<»uifiv>iiiiiMiw)iiitiiiiiiiiiiiMiiiiMiiiiiiiiMiiiiiiiiinaiiritiiiM»iiiiiiii>)ii>tt'Uii»wiMinii^m Palästina-Inf ormations- Büro Tel Aviv, Mohilewersfreet 16 erteilt genaue Auskünfte nillllllllllllllll'll»llllllilllllllllll)llllllllJllll.lMIIIII>lrtrnillf|)|;iiMIM»tlllltllll»milHinHH)!llll|IU