Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 13 (31.3.1933)
- Date
- 1933-03-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2641551-2641667-2641679--688-2642707- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 0 DER JODISOHE A^BErlEft Öl, M% 1933 für den Paiasflna Arbeiter ronds Genossen tind Genossinnen! In einem Moment, in dem sieh das jüdische Volk und vor allem das Jüdische Proletariat in allen Ländern Europas in schwerer seelischer und materiell ler Bedrängnis befindet, ist unser hoffnungsvoller Blick auf Palästina gerichtet. Über alle Krisen und Nöte hinweg haben unsere Brüder in Palästina und Vor allem die palästinensische Arbeiterschaft mit ungeheurer Zähigkeit das Werk . des Aufbaues des Landes vollbracht und vollbringen es täglich. Der ungeheure Elan, der beispiellose Opfermut und das große Verantwortungsgefühl der palästinensischen Arbeiterschaft sind die Triebfedern dieses grandiosen Werkes, Von Unzähligen umkämpft, von Vielen bekritelt, von so Manchen im Stiche gelassen, hat die pal. Arbeiterschaft zu allen Zeiten Ihre Positionen gehalten und es verstanden auf schwierigstem Boden großartiges zu leisten. In der allgemeinen jüdischen Arbeiterorganisation (Histadruth) hat sie sich ein Forum geschaffen, welches die Konzentration ihrer Kräfte und ihre Einigkeit versinnbildlicht. Das Bewußtsein der pal. Genossen, daß zehntausende Gleichgesinnter in allen Ländern hinter ihnen stehen, hat ihnen über so manche kritische Situationen hinweggeholfen, ihnen Mut und Zuversicht eingeflößt. Noch ist das Ziel nicht erreicht. Noch heißt es, weiter, arbeiten und weiterkämpfen. An ups Hegt es, unseren Genossen beizustehen in brüderlicher Solidarität, auf daß Palästina unsere Hoffnung erfülle, daß es ein Land der Freiheit, eine Stätte des wahren Sozialismus werde, Genossen und. Genossinen! Die pal, Arbeiterschaft hat sich im P. A, F. ein zentrales finanzielles. Instrument geschaffen. Dieser Fonds begleitet die pal. Arbeiterschaft seit 20 Jahren auf allen ihren Wegen. Die Liga für das arbeitende Palästina hat die Aufgabe, den Gedanken des P. A. F. zu verbreiten. Es ist daher Euere Pflicht, mit allen Eueren Kräften die Tätigkeit der Liga zu fördern. Darum sei es unsere Losung: Jedes Parteimitglied werde Mitglied der Liga! Keiner schließe sich aus! Werdet Mitglieder der Liga und werbet für sie, Leitung der zionistischsozialistischen Arbeiterorganisation Poale Zion y —Hitachduth Die Tage vom 1. bis 15. April sind als Werbewochen für die „Liga für das arbeitende Palästina" bestimmt worden. \ Aü6 dz% ^tate* QbyaiuäaUon Tagung lies organtsaffionsratfes In den abgelaufenen Wochen hielt der Organisationsrat, dessen Leitung Genosse Dr. Hirschl übernommen hat, einige Aussprachen ab. Die ersten galten vorwiegend organisatorischen Fragen, während die letzte der Tätigkeit für den P. A. F. und der Aktion zum bevorstehenden Zionistenkongreß ge- JÜOISCHES VOLKSHEIM II., Blumauergasse 1 Samstag den 1. April halb 21 Uhr LIEDERABEND SCHUBERT-MAHLER der Genossin Dr. Ada Schorr .Regiebeitrag Demnächst'findet unser erstes Konzert Jüdischer Musik statt widmet war. Die Aussprachen trugen einen sehr sachlichen Charakter und führten bereits zu greifbaren Resultaten. Von dieser (neuen Einrichtung dürfen wir uns eine Intensivierung unserer Tätigkeit versprechen. Eröllnnnö des Judlscnäl; voiKsneinies In den Räumen, anschließend an unser BörochöW-Helm, welch« big vor kurzem Sitz der Kommunisten waren, hat die Wiener Organisation der Poale- Zion-Hitachduth ein Jüdisches Volksheim eingerichtet. Die sehr geschmackvoll adaptierten Rflüme Wurden am 18. März in den Dienst der jüdischen Atifklänings- und Bildungsarbeit gestellt. Die Eröffnungsfeier, die aus diesem Anlasse stattfand, gab Aufschluß über die Absichten, die mit der Schaffung dieser Institution verfolgt werden. In seiner Eröffnungsrede wies Genosse Lisger auf den Zusammenhang von. revolutionärem Sozialismus und Verbreitung von Wissen hin. Genosse Dr. Max Hönig sang sehr schöne jüdische Volkslieder, Israel Brandmann trug jüdische Musikwerke meisterhaft vor. Der Eröffnung wohnten bei: Kultusvorsteher Dr. Klaber als Vertreter der Kultusgemeinde, Dr. Goldhammer als Vertreter der Liga für das arbeitende Palästina, sowie Vertreter des Chaluz und des zionistisch-sozialistischen Jugendverbandes. Anschließend an die Eröffnungsfeier fand eine Tanzveranstaltung unserer Genossen statt. In den nächsten Tagen soll eine Schule der Jugend eröffnet werden. Trotz der vorgerückten Jahreszeit werden noch mehrere Veranstaltungen stattfinden. Mmaische ÄincMcr tst in Wien bei allen Zeltongsstflniien in tarnen Purimfeier der arbeitslosen jüdischen Jucend. Die mit Unterstütziungder Wiener Kultusgememde geleitete Aktion „Jüdische Jugend in Not" mußte leider wegen Mangel an Geldmittel vorzeitig geschlossen werden. Unsere Genossen sorgten nun für eine kleine Entschädigung, indem sie a,mi Purim für die arbeitslose jüdische Jugend eine schöne Feier veranstalteten. Gen. Dr. Schorr sprach über das Purimfest, einige Jugendliche bestritten den künstlerischen Teil, darauf foflgte die Ausspeisung. Für den gelungenen Abschluß dieser Aktion gebührt ein besonderer Dank den Genossinnen Salitry und Singer. Eine würdige Karl Marx-Feier. Im schönen Saal des Jüdischen Volksheimes, welches die Poale-Zion-Hitachduth geschaffen hat, fand Dienstag den 14. März eine würdige Karl Marx-Feier statt. Genosse Alfred Braunthal hielt einen sehr inhaltsreichen Vortrag über die Leistung von Karl Marx, Genosse Kiegellh&upt trug revolutionäre Dichtungen mit großem' Erfolg vor. Genosse Singer sprach über Marx und die Judenfrage. Die zahlreich erschienenen Genossen und Genossinnen, die den Saal bis. auf das letzte Plätzchen füllten, folgten den Ausführungen mit großer" Aufmerksamkeit. Die Veranstaltung trug den Charakter einer würdigen revolutionären Feier. Von der Liga für das arbeitende Palästina. Die Liga für das arbeitende Palästina, die unter der Führung Dr. Goldhammiers in erster Linie von einer Reihe umserer Genossen geleitet wird, ist eine Institution geworden, die aus dem jüdischen Wien nicht mehr, wegzudenken ist. Es gelang der Liga, aus allen Schichten der jüdischen Bevölkerung Freunde für die Sache der palästinischen Arbeiterschaft zu gewinnen und der Gedanken des Palästina-Arbeiter-Fonds in weite Kreise zu tragen. Auf dem Gebiete der Propaganda seien die Herausgabe der „Mitteilungsblätter", die Vorträge David Pinskis, - Arnold Zweigs, Irmia Singer u. a. erwähnt. Die künstlerischen Veranstaltungen, deren hohes Niveau bestens bekannt ist, brachten der Liga stets gute finanzielle Erfolge. Alle Jugendbünde, die auf dem Boden des arbeitenden Palästinas stehen, haben sich in. den Dienst der Liga gestellt, für die 'Sie Sondefaktionen unternehmen. Nicht minder große Bedeutung kommt der Propagierung des Verkaufes von PaJlästinaprodukten (Tozerethhaarez) zu. Es ist dies ein Arbeitsgebiet, dem nach den Beschlüssen der letzten Histadruthkonferenz unsere volle Aufmerksamkeit geschenkt Averden sollte. Auf diesem Gebiete stehen der Liga noch viele Möglichkeiten offen. Die Organisationsleitung hat über Vorschlag des Organisationsrates beschlossen, in der Zeit vom 1. bis 15. April im Rahmen unserer Organisation eine Werbeaktion für die Liga zu proklamieren. In diesem Sinne werden Rundschreiben an die Mitglieder versendet und diese zur Mitarbeit aufgefordert. Der Organisationsrat selbst hat sich an die Spitze dieser Aktioai gestellt, Möge es unserer Energie und unserer zielbewußten Arbeit gelingen, der Liga und damit dem P. A, F. um ein Stück Weges vorwärts geholfen zu, haben. Gegründet 1882 Lebensverslcheriiiigs Gesell schaff PHÖNIX Versicherungsbestand Ende 1931 .... S 2.746,000.000*— Prämien* und Zinsen- Einnahmen I.J. 1931 „ 182?000.000-— Garantiemütei Ende 1931 .... .„ 472,000.000 — Auszahlungen an die Versicherten i.J. 1931 „ 42,500.000*— Tätigkeitsgebiet: Österreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik. Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien; Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien. Palästina, Syrien, Türkei, Tunis und Ägypten. Demnächst erscheint unsere große Sondernummer Soeben erschienen: Ber, Borochow Sozialismus und Zionismus Eine Synthese Ausgewählte Schriften, herausgegeben von Mendel Singer. Das grundlegende Werk vom jüdischen Sozialismus. Ans dem Inhalt: Die wirtschaftliche Entwicklung des jüdischen Volkes.—Die Klasseninteressen und die nationale Frage. — Die Grundlagen des Poalezionismus. — Umfang, Intensität und Erfolg des ökonomischen Kampfes der jüdischen Arbeiter. -Nationale Ohnmacht und nationale Selbsthilfe. — Wie kann der Verdrängung der jüdischen Arbeiter gesteuert werden? — Die Schwierigkeiten des Poalezionismus. — Die Moral des Klassenkampfes. — Zur sozialistischen Problematik. — Zur sozialen Revolution. —Dynamik und Zivilisation.—An der Wiege des sozialistischen Zionismus. — Erinnerungen an Ber Borochows Jugendzeit, von seinem Vater M. A. Borochow.—Borochow in der Geschichte unserer Bewegung, von S. Kaplansky. — Borochows Rückkehr nach Rußland, von Sch. Her. Der Band ist'400 Seiten stark, schön ausgeführt und mit Illustrationen versehen. Preis Schilling 9*50 — Kß 45*— in Ganzleinen excl. Porto. Zu beziehen durch: „Der Jüdische Arbeiter", Wien IL, Blumauergasse 1. „Der Neue Weg", Brünn, Kolistö 19. EXPORT Österreich - Deutschland Tschechoslowakei im Umfang von ca 20 Seiten und einer außerordentlichen Auflage. Im Mittelpunkt der Darstellung steht Palästina als Land mit gesteigerten Importmöglichkeiten, Kreditsicherheit und günstigen ökonomischen Perspektiven. Ihre Mitarbeit an dieser Nummer haben führende Wirtschaftler Palästinas und des Auslandes in Aussicht gestellt, u. a. der tschechoslow. Konsul Dr. Kadlec, Dr. Grtinwald, Dr. A Bonne, Walter Preuss, Dr. A. Ruppin u. a. m. Industrie und Gewerbe Palästinas, die kooperativen Institutionen der Arbeiterschaft Verden durch unsere Sondernummer informiert, die eine englische Beilage führen wird. Im Augenblick verschärfter Absatzkrise eröffnen sich den Exporteuren neue Möglichkeiten. Wir laden zur Insertion ein! Fordern Sie unsere SpezialOfferte. Unsere Sondernummer wird in großer Auflage in Palästina selbst verbreitet! Inseraten-Annahme bis zum 31. März. Leset und verbreitet: ,Der Jüdische Arbeiter ' m ARBEITER-BANK TELAWIW Monteffiore Str. P. O. B. 27 The Workers Bank Ltd. Bank Hapoalim Eingezahltes Kapital und Reserven: £ 90.000 -. Durchführung von Bank-Transaktionen aller Art. - Entgegennahme von Einlagen zu günstigen Bedingungen. - Uberweisungen von Bargeld und Schecks in und außerhalb Palästinas. - Überweisungen nach SSSR durch TORGSIN zu günstigen Bedingungen. Käufer Palästina ProduMe bei der Ulla für das arbeitende Palästina! Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Pinkas Xornblüb, Student, Wien, IL, Blumauergasse 1, Druck der Mähr. Druckerei Ä.-G. Polygrafia in Brünn. \