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Der Jüdische Arbeiter · 1933-03-10 · Heft 10 (10.3.1933) · page 5

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
10 (1933)
Issue
Heft 10 (10.3.1933)
Date
1933-03-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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•10. März 1933 tm jüüisöhe AÄMimrt Seite 5 Tschechoslowakoi: Partei-Exekutive. In der am 27. FebeT abgehaltenen Sitzung berichtete Gen. Kessler über die Eingänge seit Anfang Feber. Es ist eine leichte Besserung 'zu konstatieren; einzelne Gruppen haben unter dem Eindruck der Parteiratssitzung ihre Arbeit reorganisiert. Seiit dem Pairteirat .sind 80 Briefe und mehrere Rundschreiben ausgegangen, die von fast allen Gruppen ausführlich beantwortet wurden. Die Exefeutivsitzung beschloß, infolge von Termhisohwierigkeiten den Parteitag, der am 16. und.;17. Aptril hätte stattfinden sollen, auf Anfang Juni fcu verlegenu Nach den vorliegenden Berichten trifft Gen. Dr. Schächter in den .nächsten "Wochen in die* Tschechen Slowakei-ein und wird den Ortsgruppen für eine Vortf agstoiurn6e zur Verfügung stehen. Die Exekütivsiteung befaßte sich auf Grund eines' Berichtes: des: Gen»' Baum in -sehr ausfüWrU'chei^ imd 'siächlichei" "Weise auch mit der Pretsse-Frage.1' ' . /* dnW, Ordentlicher Parteitag der Poale Zioii. Der ordentliche diesjährige Parteitag wird am 4. und 5. Juni: abgehalten und am 3. Juni abends durch eine große öffentliliche., Kundgebung eingeleitet werden. Als Tagungsort ist M. Ostrau vorgesehen. Die eigentlichen Beratungen beginnen am 4. Juni 2 Uhr nachmittag; eine genauere Tagesordnung wird noch bekannt gegeben werden.. Die Exekutive fordert die ..Ortsgruppen auf, bereits jetzt alle Vorbereitungen zu einer angemessenen Beteiligung zu treffen. . Jfld. soz. JueeUd. Der Merkas der. JSJ. in der Tschechoslowakei (Mähr.-Osträu) hat soeben die erste Nr. der internen Mitteilungsblätter (»Awodathenu«) erscheinen lassen, in welchen eine Reihe , interessanter Mitteilungen veröffentlicht sind. Zum Zwecke gegenseitiger ■ Anregung > werden ,, Arbeitsprogramme ^nd Gruppenberiohte veröffentlicht. So erfährt man von einem originellen Preisausschreiben: Die Ostrauer JSJ. hat ein neues Heim bezogen,, das ausgemalt werden soll. Die Wandmalerei soll dem Charakter der'Gruppe entsprechen. Für den besten Gedanken sind wertvolle Buchpreise ausgesetzt. Unser Kibbuz in Olmütz hat eine Erweiterung seines Gartens vorgenommen, wird ) eine Hühnerzucht einrichten und durch Anschaffung einiger Ziegen sich auch auf. die Milchwirtschaft einstellen Mähr. Ostrau. (Budgetberatung der Jtid. Gemeinde.) In den am 20. und 23. Feber stattgefundenen Verhandlungen stand im .Mittelpunkt des Interesses die Jüdische Schule. Zu ■ diesem Gegenstand sprach als Fachreferent den. Oberlehrer Krau s, der die Notwendig-;keit der Erhaltung und Modernisierung des . Söhulwerks betonte. Dr. Kornblüh (allg. Zion.) regte an, ein neues Schulgebäude zu errichten, da das alte in keiner Weise mehr den Anforderivngein entspricht. Gen, Jokl. der diese Anregung namens de!r Poale Zion unterstützte, forderte, die Kultusgemeinde möge sich, wenn im Budget nicht genügend Mittel zur Bedeckung gefunden werden können, an die jüdische Öffentlichkeit wenden und werde sicher Erfolg haben. Im zweiten Teil der Budgetberatung wurde hauptsächlich über die Fond s verhandelt. Es lag ein Antrag auf Kürzung der Zuweisung von 15.000 KS für den Keren Hajessod vor, der durch den energischen Widerspruch unserer Gen. Kraus und Jokl zu Fall gebracht wurde. Auch der KKL. dessen Subvention auf 2200 KS gekürzt werden sollte, konnte durch die Befürwortung des Gen. Jokl 3000 KS erhalten. Schließlich wurde der Beitrag für den P. A. F. auf 3000 KS (von 2700) erhöht. Gen. Jokl sprach dann noch zum Kapitel „Soziale Fürsorge" und unterstrich, daß bei einem Budget von 1% Millionen ein Betrag von 75.000 K1S für diesen Zweck völlig unzureichend sei. Es sei notwendig, eine Arbeitsvermittlungsstelle zu errichten, die das dureh den antisemitischen Boykott entstandene Elend lindern hilft. , bw Mähr. Ostrau. In einer am 22. Feber abgehaltenen Ausschußsitzung gab Gen. Baum- Brünn ein anschauliches Bild über die Bedeutung und Entwicklung unseres Parteiorganes. Mit Unterstützung fast aller führender Ostrauer Genossen wurde eine Werbeaktion (Abonnenten und Inserate) durchgeführt, die auch nach der Abreise de« Gen. Baum fortgesetzt wird. Es wurde beschlossen, von Mann zu Mann Abonnenten zu werben. Die Parole lautet: Jedes Mitglied das hiezu in der Lage isb, muß den »Neuen Weg halten. Olmütz. Es wurde eine aus Vertretern aller Gruppen bestehende Kommission für die Liga f. d. arbeitende Palästina ins Leben gerufen, die neben der Durchführung der Aktionen für den PAF. eine Reihe zionistischer Veranstaltungen plant. Die Leitung der Ortsgruppe wurde reorganisiert. Gen. Heinrich Reif hat die Führung der Kassageschäfte, Gen. Karl Schönfeld das Sekretariat der Ortsgruppe übernommen. Das Presse-Referat führt Gen. Vilma Huth. Die weiteren Mitglieder des reorganisierten Arbeiterauschueses sind: Gen. Fest, Plaschkes, Julius Huth, Jul. Grün, Marga' Spitzer. C. Teschen. Samstag, den 12. März, wird in Tsch.-Teschen die konstituierende Versammlung der Poale Zion-Jugend um 10 Uhr vorm. in der Restauration H. Tessel eröffnet. Proßnitz, Am 22. d. M. starb hier Gen, Moritz Gottlein, der seit Jahrzehnten in der hiesigen Ortsgruppe der deutschen sozialdemokratischen Partei tätig war und zu ihren Gründern gehörte. Die Poale Zion in Proßnitz hatte an Gottlein jederzeit einen Berater und wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Bratislava. Am 25. feber fand eine äußerst wirkungsvolle Markfeier unserer Ortsgruppe statt. Der große Saal der Restauration Heinovits war von unseren Bratislavaer Genossen dicht gefüllt; ü. a. erschienen'Gen. Groß seitens der ungarischen und Gen. Miculik von der deutschen Bruderpartei. Gen. Leo Spielberger begrüßte die zahlreich Erschienenen und hierauf hielt Gen, Lenorövits auf. Einladung der Partei seine Festrede über Karl Marx' Leben und Werk. Gen. Lenorövits schilderte die historische Entwicklung des Marxismus wie auch die Evolution des sozialistischen Ideenganges von der ersten bis zur "dritten Internationale. Der Vortrag erntete einen durchgreifenden Erfolg. Auf allgemeines Verlangen wird Gen. Lenorövits, welcher der langen wird Gen. Lenorövits, welcher der trotzkystischen Gruppe angehört, einige Vorträge in der Partei Und bei der I. S. I. halten. . Nu— Bratislava. Samstag" den 11. März abends 8 Uhr' findet die Eröffnung unseres Parteilokales (Nonnenbahn 20) statt. Bei dieser Gelegenheit werden Rezitation, Gesänge und Vorträge stattfinde. Die JSJ.'wirkt1 bei der Eröffnungsfeier mit. Bratislava. Vom 1. März befindet sich das Parteilokal und Sekretariat Nonnenbahn 20 (Panenska 20). " ' Bratislava. Sekretaritsstunden: Jeden Montag und Donnerstag vorm. 9—11 und nachm. 4—6. Bei dieser. Gelegenheit werden unseren Genossen erwünschte Anfragen erledigt, v Bratislava. (Jüd. Soz. Arbeiterjugend.) Die Ortsgruppe des Hanoar Haoved besteht aus 30 Chawerim und 1.0 Chaweroth; 70% von ihnen1 gehen auf Haclvscharah. Die, Arbeit macht ausgezeichnete Fortschritte durch die intensiven Beziehungen vait .,Freiheit" in Po- Ueai, zur 'Wiener JSJ und nicht zuletzt z.u den csl. Genossen und Junggenossen.' Zweimal wöchentlich finden Sichoth, einmal iSitmingen des Waad statt. Die Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe der Partei entwickelt sich gut; ein Kibbuz ist in Bildung. Zwei Vortragsserien über ..Sozialismus" (Gen. Lenorowicz) und „Zionismus" (Gen. Spielberger) werden demnächst begonnen. Liga f. d. arbeitende Palästina (Landeskomitee). In der am 6. März in Brünn abgehaltenen Sitzung, an der die Chawerim Rosenkranz, Bergmann, S. Keßler, G. Baran, K. Baum, O. Huber und O. Goldfaden teilnahmen, wurde der'.Beschluß gefaßt, die Landeskonferenz der Liga f. d. arbeitende Palästina in, der Tschechoslowakei für den 4. Juni vormittag einzuberufen. Voraussichtlicher Tagungsort ist Mähr. Ostrau, Das'Landeskomitee wird sich an alle Ortsgruppen und Kreisleitungen mit der Aufforderung wenden, durch intensive Propagierung des PAF. in der Zeit vom 15. März bis 15. Mai eine starke Beschickung der Landeskonferenz zu sichern. Auf 25 Mitglieder der Liga entfällt ein Delegierter. Es wurde weiters beschlossen, eine Aktion unter der Parole »1. Mai-Spende für den jüdischen Arbeiter Palästinas« durchzuführen, u. zw. durch Haussammlungen, Sammelbogen. Veranstaltungen usw. je nach den lokalen Verhältnissen. Abschiedsfeier für Gen. Lindenbaum. Montag, 13 März 8 Uhr abends im Souterrain des Kaffee Esplanade. Mitgliederl Erscheint alle! Freunde unserer Partei willkommenl Veranstaltungskalender: 11. Märzt ^Jüdischer Sctiulvecreiä:H Pufim- Feier, 20 Uhr. Großer Saal d. Beth Haam. 12. März: Btiih Ivrith Olawithß Pnrimfeäef. 13. März: Jehuda: Ehrenfcranz, Rezitationsabend? Wintergarten. Beth Haam. 16. März: KKL. Ortskommission: Vortrag , Ing. Pfjster: Kraftquellen in Palästina. 25. März bis 3. April: Frühjahrsbazar des KKL. i 1. April Unterhandlungsabend der Poale Zion, : Wintergarten des Kaffee Aschermann, 50 Semester Halle. Die jüdische Lese- und Redehalle beging ihr öOvsemestriges. Stiftungsfest durch einen Vortrag von Arnold Zweig und Ottokar Fischer, der im dichtbesebzten Saal der städtischen Bücherei stattfand. Fischer sprach über „Judentum und Literatur", und erwies sich in seinen Ausführungen ah} ein hervorragender Kenner der hebräischen (modernen und alten) und jiddischen Literatur. Dem jüdischen Dichter wies er die Aufgabe zu, für die Verständigung unter den Völkern zu wirken. Arnold Zweig hatte. <zum Gegenstand seiner Ausführungen das Thema ,.Antisemitismus heute" gewählt. Die Ursache des heutigen gesteigerten Antisemitismus sei der von der Not ausgehende. Antrieb. An die studierende Jugend .wandte sich Zweig mit dein) Apell, die Schwierigkeiten und Unsicherheiten ihrer Zukunft du'rch den Kampf für' den Sozialismus zu bewältigen. _ z Jüdische 1 Kleinkunstbühne. Auf Initiative der Gen. Viktor Raimann und Oskar Altschul fand am 23. Feber die gründende Versammlung einer jüdischen IQeinkiinstibühne in Prag statt. Bisher haben soich 12 Mitwirkende aus den Kreisen der verschiedenen Liebhaberbühnen und 16 beitragende Mitglieder gemeldet. Die jüdische Kleinkunsitbüline stellt sich die Aufgabe, Theaterstücke aufzuführen, Musikabende zu veranstalten usw. Einzelne Mitglieder wirken bereits bei dem am 11. März stattfindenden Purimrummel des jüdischen Schulvereiws mit. Für die neue Büh.ne macht sich reges Interesse bemerkbar. Zum Obmann wurde Gen. Viktor Raimann, zu Stellvertretern die Gen. A. Heiler und Oskar Altschul gewählt. ) z Brünn Veranstaltungskalender : 12. März: Ortsschekelkommission, 11 Uhr, Kolist§57. 14. März: JJB. Ungarn: Der rot« General, 20 Uhr. Lehrlingsheim. 18. März: 20 Uhr große Purim- Akademie der Poale Zion! Kleiner Dopzsaal. 19. März: 15 Uhr Kinderpurimfest des Tcheleth Lavan. Sohubertbundsaal. 19. März: 17 Uhr, Tamztee der Bar Kochba. Stroonpfpavillon. . VOLKS-BIÖ, Marxgasse: EXTASE, mach Pariser und1 Wiener Muster neu a/rramgierte Kopie._ Der Abend jüdischer Kunst, der in der Vorwoche im Schubeirtbundsaal staatfand, war trotz sehr verschiedener Leistungen ein voller Erfolg, weil er in ein in Brünn unibekanntes Gebiet jüdischer Kulturarbeit führte. Insbesondere der Chor des Jungjüdischen Gesamgsvereins unter Leitung von Dr. König und Hans Weigl konnte eine ganz ausgezeichnete Leistung aufweisen, nur muß man hier wie auch für die änderen Programmnummern den "Wunsch ausdrücken, daß der programmati- 1 schein Se;te solcher Abende mehr Sorgfalt .und dem Zuhörer mehr Rücksicht zugewendet wird. Denn es ist bei dem offenkundigen Reichtum dieses Gebietes nicht, nötig, daß immer wieder, bei allen ähnlichen Veranstaltungen dieselben Lieder gebracht werden (siehe ..Elijahu Hawawi). Im Mittelpunkt des Abends stah^ die Leistung Igno Manna, ttedp insbesondere in seinen jiddischen . Liederij mitriß und sein prachtvolles Organ wiedeil einmal mtr vollen Entfaltung brachte.. Sarah' Tomaachoff vollbrachte eine künstlerisch^ Leistung ersten Ranges und ihr ebenbürtig ist Walter Windholz, der allerdings mehr in den weltlichen als in den religiösen Gesängen) sich entwickeln konnte. Die Organisation deä Abends hat geklappt. Für nächstens; älsoj Mehr vom modernen hebräischen ' und' jiddif sehen Lied. kek > . »Verein Jüdischer Mediziner |ind Vetertf üäre.« Die gründende Versammlung dföser inj Brünn neuen Organisation fand am Mittwochs den 8. März im Sitzungssaal der Kultus-* gemeinde statt. Im Rahmen der Öründungs* Versammlung hielt Dr. Muso Sonnenschein einen Vortrag über ^Psychotherapie«, Es wurden nach' Anhörung des Berichtes des Vorbereitungskomitees die Wahlen des Aus-. Schusses vorgenommen. Jubiläumsakademie des »Makkabi«. Die große Repräsentationsveranstaltung, mit der der Brünner Makkäbi das 25jähr. Jubiläum beging, fand am vergangenem Sonntag im Stadion statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Rede des Abg. Dr. Angelo Göldstein, der die Bedeutung des Makkabi hervorhob und unter anderem in einer allerdings etwas unverbindlichen Weise über die sozialen Aufgaben dieser Turnbewegung und ihrer Verantwortung der jüdischen Jugend' gegenüber sprach. Das Unterhaltungsprogramm bestritten Fritz Deutsch (Nikolsburg) mit Rezitationen, ' Andor Köveszv (Gesangsvor* träge), die Turhsektipn des Makkabi und der lung-Jüdische Gesangverein. In die Musik-; Produktion der durchaus' gelungenen Veran-. staltung teilten sich JUC. Hans Weigl,, Kapellmeister Ehrenberger, Kurt Wolf und die Kapelle Soffer. kek. Die Puriinakademie der Poale Zibii findet, wie bereits mitgeteilt, am 18. d. ÄJ, um 20 Uhr im kleinen Dopz-Saale statt. Eine Reihe erster Künstler haben bereits ihre Mitwirkung fix zugesagt. Nach dem künstlerischen Teil beginnt das Vergnügen. . Auch hier ist für Alles und Alle gesorgt. Ü. a: ist eine Tombola mit wertvollen Preisen vorgesehen, wie Lederwaren, Koffer, Textilwaren u. a. m.,, sowie eine Neuigkeit für Brünn: der Bohnenkönig, die große Überraschung'. Für gute Musik zum Tanz und Stimmung ist ebenfalls vorhergesehen. Der Kartenvorvieirkauf hat bereits begonnen, und sind die Eintrittskarten bei den Vertrauensmännern, Koniiteemitgliedern, sowie im Seliretariate. Koliäte 19, Tel. 35.398, zum Preise von KS 10-— und K# 3*60 %u haben. Brünner Ortsschekelkommfesion. Sonntag, den 12% ds, tun 11 Uhr findet , im Sekretariate der Zionistischen Organisation die zweite Sitzung der Brünner Ortsschekelikommission •statt. Besondere Einladungen ergehen nicht. Kinderpurimfeier des Techeleth Lawan. Sonntag, den 19. ds. findet um 15 Uhr im Schubertsaale die Kinderpurimileieir des Brünner Techeleth-Lawan statt. Ein reiohhaJ-w ' tiges Programm, von Kindern bestrittein. wird' diesem Feste eiin besonderes Gepräge geben., Bar-Kochba Generalversammlung. Samstag ' den 18. ds. um 18 Uhr-30 findet im Landhaus' (.Französisches Restaurant) die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Jüdischen Schwimmklubs Bar-Kochba mit der üb. liehen Tagesordnung statt. Bar-Kochba Tanztee. Der Jüdische Schwimmüclub Bar-Kochba veranstaltet' am Sonntag, den 19. ds. um 17 Uhr im Strompfpavilllon einen Tanztee. Persönliche Nachrichten Die Exekutive gratuliert den neuvermählten Gen. Lisel geb. Blinder und Eldad Lindenbaum auf das herzlichste. Die Ortsgruppe Brünn gratuliert herzlichst dem neuen Paar Gen. Lisel und Eldad Lindenbaum. Der rofe General Hermann Unglars Drama ,,Der rote General" wird am 14. ds. durch die Jung-Jüdische Bühne in Brünn aufgeführt. Das Werk behandelt ein Stück russischer Revolutionsgeschichite die nationale Stellung des Juden in seiner Umwelt;, den unausrottbaren ■i Antisemitismus hier — und auch in Rußland. « Der Vorhang rollt auf über dem Weltbild der bolschewistischen Kevolution. Ein paao: feste szenische Griffe, ein paar schnell hingesetzte Umirißlinien, und wir sind mitten in den erregendein Vorgängen. Einer der Führer, genannt Podkamiensld, wird zum Oberbefehlshaber des neuen Heeres gewählt, das aus dem Boden gestampft werden muß. Aber Podkamienski ist Jude, und auch in der neuen Epoche der Brüderlichkeit erhebt' sich tragisch das Problem der Rasse, des Blutes. Er hat au dem Volksteil gehört, der in der Zarenzeit am grausamsten getreten wurde. Aber er liebt Rußland mit leidenschaftlichem Herzen. Er liebt die Millionen der einst gleich ihm Geknechteten. Für ihre Befreiung und Erlösung zu kämpfen, ist ihm Sinn des Daseins. Hilft alles nichts: Irgendein Gefühl der Fremdheit dem Juden gegenüber bleibt vorhanden, wie der Intellektuelle, ob er sich gleich mit Haut und Haaren der revolutionären Sache verschreibt, dßm Mißtrauen der Arbeiter und Bauern begegnet. Was zuerst nur verhüllt, kaum bewußt vorhanden, offenbart sich plötzlich mit aller Deutlichkeit.4Der Unterführer Bmtzkin (an wen dürfte W4>hl Ungar gedacht haben?), ein roher Kerl, amüsiert seine Soldaten in den Kämpfen gegen die Polen durch einen Pogrom. Pogrom! Ein paar hundert Juden werden abgeschlachtet. Auch Podkamienskis Vater ist dabei. Der Oberbefehlshaber * zitiert den wüsten Kerl vor die Volkskommissare; er klagt ihn zaristischer Barbareien an, die ein . Faustschlag ins Gesicht der Revolution sind. Die Volkskommissäre geben ihm Recht, aber — sie weichen aus politischen Gründen den Konsequenzen aus, denn Brutzkin, der „Haudegen", der „schlichte Mann aus dem Volke"? ist bei den Massen populär. * Podkamienski, enttäuscht und erschüttert, aus allen Himmeln gerissen, sieht sich allein. Er legt den Oberbefehl nieder. Doch der Jude ist hoch mehr den Reaktionären, den Kreisen der Gegenrevolution ein Opfer des Hasses. Einem Komplott zaristischer, weißgardistischer Offiziere fällt er zum Opfer. * Antisemitismus: Brutzkin, Pantschew, vielleicht der Rat der Volkskommissare. Oder sind es hier höhere Rücksichten; Momente des Staatsganzen, die die Meinung der Höchsten beeinflussen. Es ist der^ dichterische .Gipfel des ganzen Stückes, wenn Podkamienski, die Schlinge fühlend, im Zwiespalt von persönlichem Leid und der großen Forderung seiner Mission, den Sciimerz niederdrückt und, nur die Größe seiner Aufgabe vor Augen, weitergeht. Er, Podkamienski, der Jude, verlangt nur ein objektives Gericht über die notorischen Untaten Brutzikins. Der Rat der Volksr kommissäre geht zur Tagesordnung über. Denn Brutzkin ist kein Intellektueller, er ist Bauerasohn, Nicntjudle. Das Interesse der Partei (wie klingt das bekannt!), sagt man Podkamienski^ verlange dieses Opfer von ihm, weil er Jude ist. Zwar ist Podkamienski aueh volkstümlich — in den Kreisen, die nicht ahnen, daß er Jude ist. Zwar schätzen ihn auch jene, ,die es wissen;, aber , die „jüdischen Führer'* den Bol* schewiken vorzuwerfen, ist immer ein" wirksames Agitationsmittel ihrer Gegner, man muß es ihnen] aus der HancJ schlagen. * Ein Drama der Zeit, — darin aber: Jüdisches Schicksal, die Judenfrage;\.

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