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Der Jüdische Arbeiter · 1933-02-24 · Heft 8 (24.2.1933) · page 6

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
10 (1933)
Issue
Heft 8 (24.2.1933)
Date
1933-02-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DER JÜDISCHE ARBEITER ,24, Föbtuar 1933 Prag V*ran*tattungukatendor : 23. Febet: AG. so*. Zion.: Vortragr Dr. Hoffmann, Forteetfcitaff des Themas: Diktatur und Demokratie. 20 Uhr, Beth Haam. 27. Feber: Tarbuth: Bialik-Feier. 20 Uhr, Festsaal des Beth Haam, Mitw. u. a. Dr. F. Gott. liebt Jchudia Ehrenkranz. 28. Febert JSK, Hagibotf: Bunter Aber.d m. Tirnz. Festsaal d. Beth Haam. 4. März: Purim-Karneval in allen Räumen des Cafe Aschcrmann. 8. Marz: tJdud KKL.: Josef-Trumpelüor-Feier. 20 Uhr, Großer Saal d. Beth Htam. 11» März: Orfiskominii'asion KKL.: Purim- Feier. 20 Uhr. Großer Saal d. Botin Haam. 1. Aortt Unterhandlungsabend der Poale Zion. Wintergarten des Kaffee Aschennann. Der Verein jüdischer Arbeiter" in Praghtelfc am 27. Jänher 1933 seine Generalversammlung im Jüdischen Rathaus unter Be* teiligung von 97 Personen ab. Aus dem Ge sohilffcalber.icht für 1932 geht hervor, daß der Vereämi 86 Mitglieder zählte, daß im abgelaufenen Jahre 20 Vorträge Und. Diskuasionsabend'e, 41 Ausflüge und 6 Uniterhaltungsabendo veranstaltet wurden. An Unterstüteungeoi und Darlehen wurden ■ Kg 1.800«— ausgezahlt. Die Versamimluaig wählte einen 20-gliedrigen Ausschuß. Namens der Poale 7Äon begrüßte Gen. Oskar > Altschul die Generalversammlung. Brünn Voranmtaltungskalender: 25. Febör: Max Adler: ...Neue Menschen." 20 , . Ulu, ■ Bürgerschule Hußstraße. ,26..Febor: . Konst/ituiereoide .Sitzungder ■Schekelkommissiion, 11 Uhr,. Kolistö 57-. 26. Feber:- 20 Uh'r Heimaibend der soz.-zion. Stndentcm, Koli§to 19. 26. Febev: Dritter' Fü'nf-Uihr-Tee der Jüd,- akad. Lese- und Redehalle,. Strompf- Pavillon. ■ . 5. März: Mnkkiabi-Jubiläumsakademiie Stadion) unter Protektorat der Jüdischen ' Gemeinde. -1'8: Mitry,:, 2D Uihr gr oße Pu r i m - ■ 'Akademie <der Poale Zioni! '; ..Näheres folgt. Voranzeige! Samstag den 18. März 1933 um 20 Uhr findet die grosse Purimakademie der Poale Zion statt. Wichtig! Tag freihalten! Wichtig! Vortrag Arnold Zweig. Vergangenen Mittwoch sprach ' als Gast der. Jüd.-akadL Lese,- und Redehalle im großem Hörsaal der Deutschen Tectaik Arnold Zweiig, de* gelesene Dichter des „Gniacihia", der „Frau von 1914" und letztlich des „De Vriendt", über das Thema J ude oder Europäer". Zweigs Ausführungen waren (offenlbar eine Veirlöckumg deis akademischem Bodens, auf dem •er sprach.) in philosopM^h-abstraktesr Geistägkeiit gefaßt, die wohl1 nur einem geringen Teil des Publikums entsprochen haben mochte. Das Kulturbild Europas stellt sich Zweig als eine Syntiheise von zwei Kraftquellen da!r; einer Ventakalem, die aus' nationaler Gebundenheit erwächst und einer horizontalen Zivilisationswelle, die: sich von jeweils ibostimmiten Geisteszentren aus über Europa verbreitet. Die Juden kamen' nach Eü'ropa als Träger einer alten Kultur, die ihren ( Ursprung 'zwischen Babylon und Karthago .hatte.!.und wirkten; durch! ihrehohe soziale und wissenischaftiiohe Stufe befruchtend. Nach dem Kriege alber kam die horizontale Kulturwelle zumi iStillstand und' die nationale Vertikale kato immer stärker ■zum Ausbruch. Verschärfter Dasiemskampf, Lebemisongst und Eifersucht taten d'as ihre daau- Dieser Entwicklung konnte der Judo natürlich nicht folgen. Zweig hält diese Entwicklung, in deren Folge auch der Antisemitismus mächtig anwuchs, für vorübergehend und glaubt^ daß sieb die Notwendigkeit organisch entwickeln werde, die Staats- Stammes- und) Wlintschaftsgrein'z-eni abzuschleifen. In' seinen Ausführungen vermißte man allor- dings den für eine (vom Dichte'r Zweig oft vertretene) sozialistische Auffassung notwendigen Hinweis auf die ökonomischen Entwicklungsgesetze, die »im Lauf der Zeiten sowoild die JTorräonitale" als auch dfie sVeitikole" (beeinflußt und zum heutigen Chaos geführt toben, aus dem es ohne die Revolution der arbeitenden Klasse keinen Ausweg gibt. j. st. Ras bedeuten die Anfangsbuchstaben E. M. 6. F.? ..eine-million-Groschen-fonds!" Aus der Wiener Organisation JBatfftÄöiÄÄj *' d&i 11. fortgesetzt und beendet werden. Der Verlauf war sehr interessant. Nach eingehender Klärung aller zur Diskussion stehenden Fragen wurden alle Beschlüsse einhellig gefaßt. Wir werden über diese Tagung noch berichten. ' Dr. Chaim Tartäkower Zu seinem so. Ge&urtstaß . Heute, wo die zionistische Bewegung bereits ihre Veteranen feiert, gehört Dr, Chaim Tartäkower mit seinen soeben vollendeten 50 Jahren wohl schon zur jüngeren feionistischen Generation. Dennoch darf er mit Recht zu den alten und ersten zionistischen Arbeitern gezählt werden. L)enn seine Tätigkeit setzte noch auf der Schulbank in den Anfangsjahren des-Zionismus ein, und sie dauert bis heute, also fast volle 35 Jahre, mit gleicher Begeisterung und festem Glauben an die Sache an. Dr. Chaim Tartäkower gehört, auch zu den Schöpfern und ersten Führern der Hapoel Hazair - Hitachduth - Bewegung im Galuth. Anfänglich hatte er wohl — aus Gründen der Einheitlichkeit der zionistischen Organisation ~r einige Bedenken gegen diese neue Bewegung, er erkannte aber bald ihre Notwendigkeit, stellte sich restlos in ihren Dienst und nahm auch an ihrer Einigungskonferenz in Prag teil. Er redigierte auch die während einer kurzen Zeit in Wien erschienene Partei-Mpnatschrift »Haawödah«. Freilich verlor er dabei nie das Wohl der zionistischen Gesamtorganisation aus dem Auge, das er stets den engen Parteiinteressen voranstellte. Im Streben nach Zusammenschluß und Konsolidierung der zionistischen Reihen wurde er auch einer der eifrigsten Verfechter der zionistisch-sozialistischen Vereinig gung, an deren Zustandekommen in Österreich er mitarbeitete. '■ Seit mehr als 10 Jahren gilt sein Hauptinteresse und seine unermüdliche Tätigr keit dem Keren Kajemeth i'Jisrael, desr sen Sammelstelle für Österreich er leitet, und es ist wohl seinen konzilianten Umgangsreformen zu danken, wenn in dier ser wichtigen Institution sämtliche zionistische Gruppierungen einträchtig zusammenarbeiten und in ihrem lobenswerten Wetteifer verhältnismäßig schöne Erfolge erzielen. , Neben dieser seinen Haupttätigkeit nimmt auch seine rednerisch-propagandistische sowie seine publizistische Arbeit einen, wichtigen Platz ein. Und wenn — in Variierung des bekannten Ausspruches in Pirke Awoth — der Lohn für die Tätigkeit im Dienste einer Idee in dieser. Tätigkeit selbst und in der Befriedigung hierüber besteht, so erscheint der Jubilar, durch seine langjährige zionistische Tätigkeit reichlich belohnt. Von unserer Seite grüßen wir ihn aus Anlaß dieses Jubiläums herzlichst und wünschen ihm für die Zukunft: \*rh ."73. m. h.. VORTRAG MARTHA HOFFMANN.^ Martha Hoffmann hält am 26. Feber in der Urania einen Vortrag über; Weibliche Genies im 19. und 20. Jahrhundert. (George Sand, Elisabeth Barett-Browning, Eleonore Duse.) „LACHEN IS GESUND, DOKTOJRIM HEISSEN LACHEN." Unter dieser Devise wird sich Jehuda Ehrenkranz vor seiner Abreise nach Palästina von uns in einem großen Schulem-Alejchem-Abend verabschieden Sonntag den 26. März, 8 Uhr abends im Offenbach-Saal, im Hause der gastgewerblichen Arbeiterschaft, IV., Tiertlstraße (nächst dem Karlsplatz). Karten zum Preise von 1—5 Schilling in unserem Sekretariate, II., Bluniauergasse 1 zu haben. Mit Rücksicht auf die rege Nachfrage empfehlen wir, sich rechtzeitig Karten zu sichern. 10 Jahre Ar&eifersporflduD „Cheriir in Wien Vor zehn Jahren haben sich einige junge jüdische Menschen in Wien,.fast durchwegs Proletarier, zusammengetan und gründeten den Stemmklub „Kadimah". Sie waren damals darauf stolz, den ersten jüdischen Stemmklub gegründet zu haben. Nach einiger Zeit erkannten die jüdischen Arbeitersportler, daß sie im bürgerlichen Sportverband einen Fremdkörper bilden. Sie schlössen" sich der proletarischen Sportbewegung an und" änderten bald den Namen ihres" Klubs,in: Jüdischer Arbeiter-Sportklub Gheruth um. Seit damals steht der Klub unserer Wiener Organisation nahe und wird von unseren Genossen gefördert. Leider nicht in dem Ausmaße, als es dieser Sportklub verdient. ■ Samstag den 11. Feber feierte der „Gheruth" seinen zehnjährigen Bestand, welcher auch mit der Austragung der Klubmeisterschaft verbunden war. Meister wurde Josef Po Hak, zweiter Karli Kohn, dritter Zalusky. Nach Absolvierung der Meisterschaft hielt Genosse Singer eine Ansprache, in welcher er die besondere Bedeutung des jüdischen Arbeitersportes würdigte und auf die großen Verdienste der Genossen Pollak, Wäldler und Grod,a hinwies. Er gab der Erwartung Ausdruck, daß aus dieser Zelle des jüdischen Arbeitersports in der allernächsten Zeit ein großer judischer Arbeitersportverband gebildet werden möge. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich Vertreter des Arbeitersportverbandes und der Weltmeister Haas. Karl Marx-Feier Eine der ersten Veranstaltungen in unserem V.olksheime wird die große Karl Mari-Feier am 14. März sein. Das genaue Programm in der nächsten Nummer. Deletftertentaa Oer ..Sozialistischen Juden ., Der am Samstag 4en 4. und Sonntag den 5. abgehaltene Delegiertentag des Verbandes Sozialistischer Juden konnte Die Eröffnung des .judischen Volftsheimes' In Wien Die Adaptierungsarbeiten des „Jüd. Volksheimes" im Hause Blumauergasse 1 sind bereits soweit fortgeschritten, daß mit der Eröffnung in der nächsten Woche gerechnet werden, kann. Es wird auch gleich mit den Kursen begonnen werden. Das össerrelclilscüe Nazfongan wegen Verleumdung des Judentums verurteilt Wien, 15. Februar (J. T. A.). Der Presserichter des' Wiener Strafgerichts verurteilte den Redakteur des Organs der österreichischen Nationalsozialisten, „Deutsch-österreichische Tageszeitung", wegen Beleidigung und Verleumdung der jüdischen Religionsgesellsehaft zu einer Geldstrafe von 300 Schilling, im Nichteinbringungsfalle zu 6 Tagen Gefängnis. Inkriminiert war aus einem Artikel u.a. folgender Satz: „Nach Talmud und Schulchan-Aruch ist sexueller Mißbrauch von Kindern den Juden erlaubt.'' Der als Sachverständiger gehörte' jüdische Gelehrte Dr*. A. Kaminka führte aus, nirgendwo im jüdischen Schrifttum sei eine. Stelle zu finden, ,aus der eine solche Schlußfolgerung gezogen werden könhteV.Der Verteidiger des Angeklagten führte ' aus, die; inkriminierte Stelle wende^sibh nicht gegen die jüdische Religion,: ^\ sondern gegen die' Juden als Rassel Dabei wies der Verteidiger auf :,Ritualmördgeriichte" hin. Der Richter wies diese Ausreden zurück und fällte das oben erwähnte Urteil. Soeben erschienen: Ber Borochow Sozialismus und Zionismus Eine Synthese Ausgewählte Schriften, herausgegeben von Mendel Singer. ( Das grundlegende Werk vom judischen Sozialismus. Aus dem Inhalt: Die wirtschaftliche Entwicklung des jüdischen Volkes. — Die Klasseninteressen und die nationale Frage. — Die Grundlagen des Poalezionismus.— Umfang, Intensität und Erfolg des ökonomischen Kampfes der jüdischen Arbeiter. - Nationale Ohnmacht und nationale Selbsthilfe.— Wie kann der Verdrängung der jüdischen Arbeiter gesteuert werden? — Die Schwierigkeiten des Poalezionismus. — Die Moral des Klassenkampfes. — Zur sozialistischen Problematik. — Zur sozialen Eevolution.—Dynamik und Zivilisation.—An der Wiege des sozialistischen Zionismus. — Erinnerungen an Ber Borochows Jugendzeit, vbn seinem Vater M. A. Borochow.—Borochow in der Geschichte unserer Bewegung, von S. Kaplansky; — Borochows Rückkehr nach Kußland, von Sch. {Ter.; Der Band ist 400 Seiten stark, schön ausgeführt und mit Dlustrationen versehen. Preis Schilling 9-SÖ — Kö 45*— in Ganzleinen excl. Porto. Zu beziehen durch : „Der Jüdische Arbeiter", Wien IL, Blumauergnsse 1. „Der Neue Weg", Brünn, Koliötö 19. Poale Zion-Hitachduth — Verband sozialistischer Juden Samstag den 4. März 1933 in Hübners Kursalon der Stadt Wien, I. Bez., Parkring 1, grofee FEST-HKE&EmiE MIT THHZ Jazz: J. Geiger SaaieröHnung 8 Uhr Karten im Vorverkauf S 2*50, an der Abendkassa S 3'-, bei allen Funktionären und im Sekretariate, II., Blumauergasse t Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Pinkaa Korublüh, Studeut, Wien, H., Blumauergasse 1. Druck der Mähr, Druckerei A.-G, Polygrafia in Brünn.

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