Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 8 (24.2.1933)
- Date
- 1933-02-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V« l9i b. Erscheint jeden Freitag Organ der vereinigten zionistisch sozialistischen Arbeitsorganisation POale Zlon-nitachdufh In Osterrelcli Redaktion und Administration: Wien II., Blumauergasse I— Postscheckkonto Nr. 17.878 Tschechosl. Redaktion: Brünn, KoliStö 19, Tel. 3S.398, Postscheckkonto Brünn Nr. 100.145 Bezugspreis: ganzjährig S 12—, halbjährig S 6 — Einzelne Nummer 30 Groschen 10. Jahrgang Wien, 24. F6bfüar 1933 Ur:i Demnächst erscheint unsere große Sondernummer PALÄSTINA- EXPORT Österreich - Deutschland Tschechoslowakei m Umfang von ca 20 Seiten und einer außerordentlichen Auflage. Im Mittelpunkt der Darstellung steht Palästina als Land mit gesteigerten Importmöglichkeiten, Kreditsicherheit und günstigen ökonomischen Perspektiven. Ihre Mitarbeit an dieser Nummer haben < führende Wirtschaftler Palästinas und des Auslandes-in Aussicht gestellt, u. a. 'der tschechoslow. Konsul Dr. Kadiec, Dr. Grün- , wald, Dr. A Bonne, Walter Preuss, Dr. A. Ruppin u. a. m. Industrie und Gewerbe Palästinas, die kooperativen . Institutionen " der Arbeiterschaft werden durch unsere Sondernummer informiert, die eine englische Beilage führen , wird. Im An genblick verschärfter Absatz k r i s e eröffnen sick den Exportenren neue Möglichkeiten. Wir laden znr Insertion e Fordern Sie unsere Spezialofferte. Unsere Sondernummer wird in großer Auflage in Palästina selbst verbreitet! Inseraten-Annahme bis zum 31. März.' Haifa-Hafen 1933 Cröünd wmwm Gegründet 1882 Lebensversicherungs- Gesellschoft PHÖNIX Verslcherurigsbestand " * Ende 1931. .; . . S 2.746,000.000'— Prämien- und Zinsen- Einnahmen.jjj. 1931 „. 182,000.000--- Garantiemitte| Ende 1931 . v . V 472,000.000 — Auszahlungen ah die Versicherten l.J, 1931 „ 42,500.000-— TiffgfceUsgeblef; Österreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik. Belgien, Holland, Frankreich, Spanten, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis und Ägypten. Patäsflnaregieriiiig öiöl Borten in Pöciii Eine neue Kolonie? im wadi Hovarifli Jerusalem, 14. Februar. (J. T. A.) Das Haifa-Hafen-Koinitee hat dem High Commissioner empfohlen, die Er- - Öffnung des Hafens zwischen 15. Oktober und 15. November vorzunehmen. Wie die JTA erfährt, wird demnächst in der „Palestine Gazette" eine offizielle Mitteilung der Regierung erscheinen,, in der ein großer Teil des dem Meere abgewonnenen Bodens parzelliert in Pacht für 49 Jahre mit Optionsrecht für weitere 49 Jahre vergeben wird. Britische Staatsangehörige sollen bei der Pacht bevorzugt werden. Immerhin haben, auch Juden, in anderen Ländern Gelegenheit erhalten, Boden für Industrieanlagen zu pachten. Auf. einem anderen Teil des Bodens werden Zollamt , und Speicher * erbaut. Palästina-Ausstellung in London London, 12. Februar (J. T. A.). Unter dem Patronat; des High Commissi'oner für Palästina General Sir Arthur Waüebope wird vom 7; bis 17. Juni 1933 in der Agriculturai Hall zu London eine Englisch-Palästinensische^ Ausstellung, zu sehen sein, die die; Handelsbeziehungen zwisehenBn^a und sie fördern isoM. Von den vier Abteilungen der Ausstellung werden drei Palästina, und eine Englandgewidmet sein. Die englische Abteilung wird 94.000 Quadratfuß inder Haupthafle einnehmen und von prominenten eiugilischen Firmen beschickt sein. Die drei Palästina-A;bteilungeri werden die" alte Geschichte -umd Archäologie Palästinas, sowie dias neue Siiedlimpisweirik und die Entwicklung d«s Handels .seit der Übernahme des Mandats durch Großbritannien illustrieren, wobei insbesondere die Position Palästinas als eines wichtigen Binidegliedisv zwischen West und-Ost, sowie besonders als Touristen- und Erholungs. Gebiet unterstrichen werden. >solL Die Leitung der internaitionalen Levante-Messe in Tel Awiw 1932 hat das Arrangement der Palästinaabteilungen übeimominen und wird für die Verschiffung der' Palästina-Objekte nach London sorgen. Auf der Ausstellung werden auch Erzeugnisse palästinensischen Handweirks und palästinensischer Kunst gezeigt worden. Die gewöhnliche Jahresmesse des Jüdichen Nationalfonds für- Großbritannien und Irland wird diesmal der Engliisch-Palästinenisiscihien Au3stelluri«: angegliedert werden., Präsident des' Ausstellungs-lCpmitees ist der Marquis of Reading, Viorsiitzeirider ist Loird Mclchett. Dem Komitee gehören'ferner an Viscount Bearsted. Viscount Burnham. Sir Montague Burton, Sir Julius Cahn, Viscount Gecil of Chelwood, Sir Robert Waley Cohen. O. E. d'Avigdior Goldsmid. Sir Nichoilias Gn'attan- Doyle, M. P* Sir Phiütp Hiairtog, Sir Hugo Hirat, Sk Samuel Tnstone, David Lloyd George, Simon Marks. Major Nathan, M. P., James de Rothschild, M. P., Sir Herbert Samuel, M. P., Lord Snell, Viscount Snowden. Sir Adward Stern. Sir Reginald Tuck, M. M. Ußisischkin und Dr. Weizmann. Dos „nationale" Kapital... Neuer Arbeusfconfllftt Jerusalem, 15. Febru'alr, (J. T. A,) In dfcm MJatalon-Levin-Oraaigenhain kam es zwischen jüdischen Arbeitern aus Ramat Hasharon in der Nähe von*; Heraliah und von der Hain- Leitung aus fremden Distrikten neu eingestellten arabischen Arbeiterin zu einem Zusammenstoß, bei dem drei jüdische Arbeiter verletzt wurden. Einer derselben, Alexander Zamir. wurde in bedenklichem. Zustand in das Krankenhaus in Tel Awiw eingeliefert, ein zweiter, Isaac Parvari. 50 Jahre alt, erhielt eine so schwere Verletzung am Kopfe, daß der Arzt der Kolonie nicht die Verantwortung auf «ich laden wollte, ihn nach Tel Awiw überführen zu lassen, ein dritter. Mordech'ai Landbero», erlitt nur leichte Verletzun-. gen. An dem Ort des Zusammenstoßes eingetroffene Polizei stellte alle Beteiligtem namentlich fest und verfügte, daß'die gesamte Arbeit im Hain vorläufig ' ruhen soll. ~r- : Die arabischen^ Arbeiter, die den jüdischen. an Zahl doppelt überlegen waren, waren mjt •Stöcken tindj schweren Knüppeln 'bewaffnet. f Jerusalem, 15. Februar. (J. T. A.) Die Leitung des Keren Kajemeth hat nlch Verhandlungen mit einer Gruppe judischer Kleinhändler in Tel Aviv dieser 800 Dunam Böden im Vadi Havärith übergeben, auf dem 40 Kleinhändlerfamilien angesiedelt werden sollen; Jede Familie erhält 20 Dunam Bo- "den zur Anlage intesiver und extensiver Kulturen. Der Boden eignet sich auch für. Orangenanbau. . Biro Bldsclran löst Kein Massenproblem! Ansledlungsauote herabgesetzt. Kommunistischer Actiad Haamlsmus Moskau, 14. Februar. (J. T. A.) Wie der Vorsitzende des Stadtsowjets von Biro-Bidschan, Michael Raschkes, dem JTA-Vertreter mitteilte, isiv^e'.;,(erst Vor vier Wochen mit großem Pomp Vübizierte — Anm. d; Red.) Quote der im Verlauf des Jahres 1933 in Biro-Bid- 'schaii seßhaft zu machenden Juden von ^iäpOO auf;17.Ö00i Seelen, tierabgesetzt ^^r^etiv ^'besteM stärkere Siebung der Einwanderer nach Qualität und eine bessere Unterbringung derselben zu bewerkstelligen, damit die stärke Rückwanderung, die sich im vergangenen Jahre bemerkbar mächte, nicht weiter in Erscheinung treten soll. Die Devise lautet jetzt: Weniger siedeln, aber besser. Deutsche Partei gegen roszlsmus Die Landeskonferenz der Zion.nSöz.- Vereinigung Deutschlands nahm zur politischen Lage, durch folgende Resolution Stellung: ' ' ' Angesichts der Machtergreifung durch eine faszistische reaktionäre Regierung in Deutschland bekundet die erste Landeskonferenz der S. Z. V. ihre Solidarität mit dem um Freiheit, Demokratie und Sozialismus kämpfenden deutschen Proletariat. ,Öie Jüdischen Werktätigen, durch die abnormale jüdische Lage national und sozial besonders bedrängt, werden durch das gegenwärtige Regime zweifach bedroht. Sie . fühlen sich mit dem Selbstbehauptungskampf des deutschen Proletariats auf das engste verbunden. softolow bei Mussolini Rom, 17. Februar (J. T. A.). Der Chef der italienischen Regierung Benito Mussolini empfing am 16. Februar den Präsidenten der Jewish Agency Nahum Sokplow, der auf seiner Rückreise von Palästina nach London in Ägypten und Italien kurzen Aufenthalt genommen hat. Mussolini unterhielt sich mit Sokolow eine halbe Stunde lang über Fragen des Zionismus und des Palästina-Aufbaues, wobei Mussolini ein lebhaftes Interesse für die jüdischen Leistungen im Aufbau Palästinas an den Tag legte. Die Reafttlon der Pflanzer Die Bauera-Konfeyepz Palästinas $kßte, zur- Frage der jüdischen Arbeit in den Kolonien sswei Resolut tionen, von denen die eine die andere aufhebt; 1. Es ist Aufgabe der Zentrale und' der einzelnen Kolonisten,, alles au unternehmen, um die jüdüsehe Arbeit in den Kolonien zu erwedtern. 2, Die Konferenz drückt, ihre Erbitte-- mng über die Versuche aus!, diese« Problem mit Zwangsmitteln zu lösen. z Einer der schwersten und langwierigsten Kämpfe der paläst. Arbeiterschaft ist beendet. Selten noch hat ein Löhnkampf der jüdischen Arbeiter in Pali^ stina einen so lebhaften Widerhall und Gallith hervorgerufen, selten wurde 'ein. Lohnkampf-.zu; einer so gehässigen;Verleümdungskanipagne gegen die jüdische Gewerkschaft benutzt. Es war hier das erste Mal, daß derr jüdische , Arbeiter nicht nur. den ausbeuterischen Industriellen, sondern auch organisierte^ tim Streikbruch zum Prinzip erhebende Streikbrecher bekämpfen mußte. Die Vorgeschichte des Streiks ist in kürze die folgende: Der Biskuitfabrikant Froumin, der seinen langjährigen Arbeitern den Hungerlphn von " 20 Piastern pro Arbeitstag zahlte, führte Anfang 1930 in seinem Betriebe neue Maschinen ein, die die Produktion um 30 % steigery ten. Die Arbeiter hofften, daß die Steigerung der Produktivität der Fabrik mit einer Aufbesserung ,des Arbeitslohnes verbunden sein werde, es wurde ihnen aber mitgeteilt, daß sie künftig nur .5 Tage wöchentlich zu , arbeiten hätten. Solch eine. Änderung des ohnehin Mr%- [ }Ji<&!u^4$e^ Woche) bedeutete für" / den Arbeiter schon an sich eine Katastrophe, He'fr Froumin aber begnügte, sich nicht da- . mit. Von Zeit zu Zeit nahm er neu© Arbeiter, um mir ja zu verhüten, daß der Arbeiter eine v o I I e A r b e i t s w oc h e habe. Als die Prpteste, der' Arbeiterschaftimmer lauter wurden, als. die Forderung einer 6tägigen Arbeitswoche, oder Erhöhung des Tägeslohnes um 5 Piastor (K6 5*75) gestellt wurden, schlug Herr Froumin eine neue Taktik ein, die ihn nach seinen eigenen Worten „i n d er G e schi c h te der Arbeitsgeber ebenso berühmt machen sollten, wie es Ben Z wru.nd Ben Gurion in der G er schichte d.e r Arbei t erb ew eg u n g s i n d". Im Jui^i 1932 würde die Produktion der Fabrik plötzlich, ohiie jeden äußeren Grund, um 50% eingeschränkt. Die Arbeiter hätten nur'mehr 1.1.—13 Arbeitstage monatlich und sahen sich einem langsamen Hungertod preisgegeben. Zu gleicher Zeit bereitete sich Herr Frpumin auf den nun unvermeidlichen Streik vor. Einzelne Arbeiter wurden vorgenommen und es wurde versucht, ihnen das Versprechen zu erpressen, im Falle des Streiks Streikbruch zu treiben. Die eingeschüchterte, halbverhungerte Arbeiterschaft zeigte sich sogar zum Teile bereit unter den früheren Bedingungen weiterzuarbeiten, aber ' Herr Froumin wollte ihnen, siegestrunken eine neuerliche Reduzierung des Arbeitslohnes erpressen. Die Verhandlungen zwischen Froumin und der IJistadruth führten zu keinerlei Resultat. Die Histadruth griff den Vorschlag Froumins auf, seine Geschäftsbücher durch einen neutralen Sachverständigen prüfen zu lassen, der bezeugen, solle, ob die Lohhreduzierung durch die Lage der Fabrik bedingt sei. Da geschah etwas, merkwürdiges: Herr Froumin zog seinen Vorschlag zurück und erklärte, er wolle sich auf keinerlei Verhandlungen einlassen. Da Herr Froumin unter solchen Verhältnis^ sen allen Grund hatte, die. öffentliche Meinung zu fürchten, setzte er alles daran, den Ausbruch des Streiks zu beschleunigen und ihm einen p o 1 i ti s c ben