Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 6 (10.2.1933)
- Date
- 1933-02-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite/2 DER' JÜDISCHE ARBEITER Film der Woche Kuriosität aus Deutschland. In einer deutschen Großstadt hat sich ein „Klub pötski" gebildet, der tiuschlteßlich aus Juden besteht und der bestimmt keine Organisation polnischer Nationalisten ist. Es ist Verständlich^ daß Juden aus änderen Ländern das Bedürf nis haben, zusammenzukommen. Diese gesellschaftliche und jüdische Aufgaben erfüllen die verschiedenen östjüdischen Organisationen, ebenso die zionistischen Gruppen, in denen man Juden nicht nach dem Werte von Pässen beurteilt^ sondern allein nach ihrem jüdischen Werte. ' >MDaß Kommunisten die Klugheitbesitzen, dem Ösljudeiiverband vorzuwerfen, er wäre eine Institution Pilsudskys, kann keinen vernünftigen Menschen wun- ' dem. In diesem Verbände sind auch Rumänen, Litauer. Russen, und es wäre Unfug, staatspolilische Diskussionen in diesen primär jüdischen Verband hineinzutragen. Bestimmt ist es aber unklug, in Zeiten wie diesen als Juden andere als jüdische Klubs zu gründen. Daß einem VolkS wie die Polen, die so unendlich viel unter dem zaristischen Joche, gelitten haben, staatliche Selbständigkeit und Freiheit zu eigenem Aufbau zuteil wurde, darf gerade den Freunden eines jüdischen Palästina kein fremder Gedanke sein. Ebenso wie aber die Assimilation an unsere nichtjüdische Umwelt in Deutschland Schiffbruch erlitten hat, so wird auch die polnisch-jüdische Assimilation ihre Gren zen finden. In Deutschland aber polnisches Assimilatorentum zu verpflanzen, ist nicht nur ein Kuriosum, sondern auch eine Dummheit. In Palästina besteht ein Verein deutscher Zionisten: Eitachduth Olej-Germania. Welch Gelächter würde entstehen, wenn anstatt dieser Vereinigung ein Verein für das Deutschtum im Auslände; Ortsgruppe Tel Aviv, entstünde! Die Situation in Deutschland ist nicht wesentlich anders... F. F. Von Kanada nach Prag. Zionistische Blätter in Polen brachten eine Nachricht folgenden Inhaltes: Die Regierung Quebecks (Kanada) hat ein Gesetzprojekt zur Bekämpfung jeglicher Agitation, welche gegen eine Rasse oder Religionsgemeinschaft gerichtet ist, ausgearbeitet. Das Projekt sieht vor, daß jeder, der sich durch Äußerungen oder Druckschriften> die gegen seine Rassen¬ oder Religionsgemeinschaft gerichtet sind, verletzt fühlt, ohne daß dieselben irgend wie persönlich gehalten wären, die Möglichkeit haben wird, gegen den Autor die Klage zu überreichen und Genugtuung zu verlangen. Wie die Regierung erklärt, will sie durch dieses Gesetz die Herausgabe von Druckschriften wie „Goglu", „Le Miroir" und ähnlichen; welche seit Jahren eine judenfresserische Agitation unter den kanadischen Franzosen straflos betreiben können, weil keine gesetzliche Handhabe zu ihrer Verfolgung vorhanden ist, unterbinden. Es unterliegt keinem Zweifel, daß das Regierungsprojekt die Unterstützung des ganzen Parlamentes finden wird. Kanada ist keine Republik, sein Volk hat keinen Masaryk und Komensky hervorgebracht und der Juslizminister dort ist kein Sozialdemokrat. Aber Kanada verspürt den Mangel eines Gesetzes zum Schutze seiner jüdischen Bürger und schafft sich dieses Gesetz, um den dort lebenden Franzosen sagen zu können, daß Juden in Kanada gleichberechtigte Bürger sind. In der tschechosl. Republik, wo die volle Gleichberechtigung des Juden als Minorität durch die Staatsgrundgesetze garantiert ist, dürfen sogar die Blätter der Regierungsparteien Juden nach Belieben beschimpfen und besudeln und die „O positioneilen" selbst .Pogromagitation treiben, ohne daß sich der Staatsanwalt, der die Möglichkeiten dazu hätte und sonst wirklich kein Lämmlein ist* auch nur rührt. Ja, es ist sogar möglich, daß sich Juden nennende Idioten gegen Juden die unsinnigsten Blödsinne in auf Taschenraub berechneten Blättern erscheinen lassen, und daß diese in gewissen Kreisen flU journalistische Leistungen gewertet werden. , Kanada ist keine Republik und hat , auch nicht den Er geiz, der Nabel von 10. Februar 1935 rrtmtln muö Sirelhbrcciier entlassen! Jerusalem, 4. Feber (E. D.). Der Streik in der Bisquitfabrik Frumin, der f nunmehr sdhön zwei Monate andauert und bei dem die Revisionisten die Rolle, von Streikbrechern übernommen hatten, ist in eine neue Phase getreten. t)ie Produktion der Fabrik ist infolge der ablehnenden Haltung der gesamten jüdischen öffentlichkeit Palästinas so- " wohl zur Methode der Revisionisten als auch zürn Verhalten dies - Ünternehmers so stark gesunken, daß nunmehr alle revisionistischen Streikbrecher bis auf .zwei entlassen wurden. Die Fabrik, die vor den Konflikten gut beschäftigt war, arbeitete in den letzten 12 Tagen nur noch 2 Tage. Die Revisionisten hatten zwar die Parole ausgegeben, jedes ihrer Mitglieder müsse für wenigstens 5 Mil täglich (0'60 Kc) Bisquit kaufen, aber wie alle anderen, war auch diese P'arole von der Mitgliedschaft nicht befolgt worden. Daß sonst kein rechtlich denkender Mensch in Palästina von Streikbrechern produzierte Ware kaufen werde, hat sich ebenfalls gezeigt. fronen- und Mädchenhandel in Palästina rast Keine judischen Prostituierten Genf, 2. Februar (J. T. A.). Der Völkerbundsrat hat in seiner heutigen Sitzung den Bericht der Untersuchungskommission zur Kenntnis genommen, die der Völkerbund nach dem Orient zur Erforschung der Probleme lies Frauen- und Mädchenhandels entsandt hat. In Palästina gibt es keine Bordelle, die Prostitution ist nicht reglementiert, sie ist einfach verboten. sEs. gibt aber eine geheime Prostitutionin den Hafenstädten Haifa und Jaffa,1 in einem weit geringeren Maße auchi in Jerusalem, Tiberias und Tel Awiw. Der weitaus größte Teil der Prostituierten in Palästina stammt aus Syrien, einige stammen aus Ägypten oder der Türkei, äußerst selten findet man unter: den Prostituierten eine europäische Frau. Rühmend wird in dem Bericht der Tätigkeit der Jewish Ägency gedacht, die mit Hilfe von Schulen und anderen Anstaltendie Frauen und Mädchen (für einen- Beruf vorbereitet. Die Tatsache, daß es in Palästina 12.0 0 0 o r g a n isierte jüdische Arbeiterinnen gibt, sei ein Beweis dafür, daß alles getan wird, lim die Frauen mit Arbeit zu versorgen. Europäischer Frauenhandel ist in Palästina überhaupt nicht festzustellen. . Gelber riech" an der Wiener Technik Wien, 3. Feber (J. T. A.). Die „Wiener Arbeiter-Zeitung" bringt die alarmierende Meldung, d|nß die Leitung der Wiener Technischen Hochschule den mittelalterlichen „Gelben Fleck" wieder einführen will,, indem sie den Axieratudenten ändere Legitimationen als den jüdischen Studenten ausfolgt, damit bei Ausbruch antisemitischer Krawalle dfe jüdischen Opfer leicht ^herausgesucht" werden können. Die „Arbeiter-Zeitung" wirft dem Rektor und dem Senat der Technik vor, daß sie düfeh die von ihnen eingeführte „jüdische Abstempelung" Vorarbeit für dae „Dritte Reich" leisten. . Seitens des Rektorats wird diese" Meldung der „Arbeiter-Zeitung" bestritten. Auch das Unterrichtsministerium zweifelt die Richtigkeit der Meldung der „Arbeiter-Zeitung" an;tind erklärt,. eine Verteilung verschieden gearteter Legitimationen würde eine Verletzung der Gesetze über Gleichberechtigungaller Bürger bedeuten. Vom Präsidium der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird für den Fall der Richtigkeit dor Meldung des Hauptorgans der österreichischen Sozialdemokratie eine schärfste Protestaktion angekündigt. Die Wliiter-raakKahlade in Zakopane Zakopane, 2. Februar. In dem Kurort Zakopane in der polnischen Tatra wurde am 1. Februar, abends, die Winter-Makkabiade des Welt-Makkabi feierlich eröffnet. Mehr als 250 bekannte jüdische Sportler aus der Tschechoslowakei, Österreich, Jugoslavien, Deutschland Italien, Danzig und aus anderen Ländern, sowie 150 Sportler aus Polen, hatten sich eingefunden und nahmen während der Eröffnungsfeier an der grandiosen Sportakademie teil. Den Darbietungen wohnten neben etwa 10.000 Gäste aus Polen über 500 Gäste aus dem Auslande bei. Das staatliche Amt für physische Ertüchtigung war durch seinen Chef, Oberst Kilinsiki und seinen Vizechef, Oberst Krzyski, das polnische Außenministerium durch Ministerialrat Czosnowski, vertreten. Auch viele andere polnische Institutionen und die großen jüdischen Organisationen Polens sandten Abordnungen nach Zakopane. Korrespondenten ausländischer Zeitungen in großer Zahl hatten sich zur Berichterstattung in Zakopane eingefunden. . Der feierlichen Sport-Akademie, mit der diie Makkabiade am 1. Februar abends eröffnet wurde, wohnten neben Vertretern der Zentrailregierung der Starostia, der Bürgermeister und sämtliche Stadträte von Zakopane bei. Dem Präsidium, der Makkabiade gehören außer dem polnischen Makkabi-Präsidenten S. Ruszecki, der Vizepräsident des Welt-Makkabi Dr. Alexander Rosenfeld und Vertreter vieler Länder an., Dr. Rosenfeld eröffnete die Akademie in hebräischer Sprache und dankte der polnischen Regierung und der Stadt Zakopane für die Hilfe bei der Organisation der Makkabiade. Begrüßungstelogramme siamdten der jüdische Parlamentsklub, der Weltmakikabi, die zionistischen Organisationen verschiedener Länder und hunderte jüdische Sportklubs. Am 2. Februar morgens begannen die Sportn wettkämpfe mit einem 18 Kilometer-Lauf für Männer, an dem sich Sportler aller Länder beteiligten. Es folgte ein 8 Kilometer-Gartenlauf. für Frauen und ein Gartenlauf für Jugendliche. Um 12 Uhr mittags begann im großen Stadion diie eigentliche Makkabiade im Beisein von mehr als 6000 Zuschauern — eine Rekordizahl bei Winterspartveranstaltungen. Bei den Klängen einiger Orchester. ging dias Defile der Sportler vor sich, an dem sich neben den polnischen Sportlern die Sportdelegationen der Tschechoslowakei, Österreichs, Ungarns, Jugoslaviens, Deutschlands, Norwegens, Italiens und Danzigs beteiligten; jede Delegation führte ihre Staatsfahne. Dr. Alexander Rosenfeld ruahm den Führern der Delegationen den Schwur, Spartloyalität zu üben,, ab und kündigte in seiner Ansprache an, daß die künftige Makkabiade im Jahre 1935 in Palä- * stina abgehalten werden wird. Zum Schluß der Feier ertönten die Klänge der polnischen Hymne und der Hatikwah. Europa zu sein, aber der Begriff von Recht und Kultur scheint dort doch etwas richtiger verstanden zu werden, als in manchen Staaten im „Herzen" Europas. j. r. Rund um die „Jugenderttichtüng". Wir berichteten im „Film der Woche" über die vergeblichen Bemühungen gewisser jüdischer Kreise, den jüdischen Anteil an dem Massenmord 1914—18 und darüber hinaus am Kriege selbst: zu glorifizieren und beweisen zu wollen, daß die Juden ihren „Mann" standen und stehen. Wir wiesen darauf hin, daß die jüdische Jugend damit in einem Geiste erzogen würde, als sei es eine Ehre für uns, daß auch die Juden das Mordhandwerk kunstgerecht, den anderen Barbaren gleich, zu erlernen im Stande sind. Diese Kreise begnügen sich aber nicht damit, die Barbarei zu verherrlichen, sondern sind auf und dran, die jüdische Jugend physisch „vorzubereiten". Denn welchen Sinn hat das „Reichskuratorium für Jugendertüchtigung'' nach sei* nen geistigen Vätern, General Schleicher und Major Stülpnagel, sonst? Und wieder dürfen die jüdischen Standes- Organisationen nicht fehlen! Der „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" in Deutschland hat die Beteiligung am „Reichskuratorium für Jugendertüchtigung" beschlossen und stellt, wie er in einem Rundschreiben an alle jüdischen Jugendbünde mitteilt, seine Gesamtorganisation für diesen Zweck zur Verfügung. Die Jüdische So* zialistische Arbeiterjugend hat als erste zu dieser Frage Stellung genommen, und, wie nicht anders zu erwarten war, abgelehnt. In dem Antwortschreiben der J. S. A. J. an den R. j. F. heißt es: „Wir sind der Meinung, daß die Ziele des „Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung" den Bestrebungen der internationalen Arbeiterschaft für Frieden und Völkerversöhnung schärfstens widersprechen und da wir ein Teil dieser Arbeiterschaft sind, ergibt sich unsere negative Stellung zu den von Ihnen geförderten Projekten von selbst." Die der S. Z. V. nahestehenden Bünde (z. B. Brith-Haolim) werden ebenfalls ablehnen, während die bürgerlich-zionistischen Kreise sich grundsätzlich in deutsche Dinge nicht „einmischen" wollen. Eine Ausnahme macht der Brith- Trumpeldor; er ist überall dabei, wo es nach Blut riecht. (Förster.) Jw> dtoßdUdm *Heti § Boykottpfofiägaflda in Österreich urigesühnt. Der Untersuchungsrichter hat das Verfahren gegen mehrere Nationalsozialisten, die Flügzettel „Kauft nicht bei Juden!" Verbreiteten, eingestellte Die nationalsozialistische Pfese« verbreitet, die betreffende Gerichtaurkünde durch Photoabdruok, um ihre Leser zu weiterer atttisemitisdier Boykottpropaganda zu ermuntern. § Überfall auf jüdische Kaufleute in Kla-' genfurt In Klagenfurt (Kärnten) überfielen Nationalsozialisten jüdische Käufleute, schlugen auf sie mit Hundepeitschen ein und riefen: j,Dies wird das Schicksal der Juden im Dritten Reich sein!" Der jüdische Firmeninhaber Adolf Preis wurde erheblich verletzt. Die Polizei erschien zu spät am Tatort, so daß es den Tätern gelang, spurlos zu entkommen. § Unsicherheit för Jüdeh Bukarests nininit zu. In der Oalea Victoriei, dem „Bukarester Picadilly", in der der königliche Palast liegt, kam es in den letzten Tagen wiederholt ■zu Überfällen auf Juden. § 500 polnische Palästina-Wanderer. In diesen Tagen begaben sich in einem Sonderzug vom Warschiauer Bahnhof 500 polnische Juden zu ständigem Aufenthalt nach Palästina. Die Hälfte der Paläslina-Wanderer sind Chaluzian, die andere Hälfte Mittelsbandsangehörige. Bis zur Pessachzeit werden sich allwöchentlich aus Warschau 200 Juden nach Palästina begeben. § Jüdische Mütter wegen Aussetzung ihrer Kinder vor Gericht. In der letzten Zeit kommt es häufig vor, daß jüdische Mütter. ,die kein Brot für ihre hungrigen kleinen Kinder beschaffen können, in ihrer Verzweiflung die Kinder aussetzen. Die Warschauer Staatsanwaltschaft hat in den letzten Wochen gegen etwa 30 jüdische Mütter, die ihre Kinder aussetzen, Strafklage erhoben. § Juden gibt es tiberall. Im Alter von 54 Jahren verstarb soeben Ingenieur Dr. F. C. van Lier, Bürgermeister von Macassar, der Hauptstadt der Insel Cetebe« in Holländisch- Ostindien. Er war der erste Jude, der ein Bürgermeisteramt in HoUändisch-Ostindion bekleidete, die Juden Holländisch-Indiens verehrten in ihm ihren Führer. § Bankel für die parlamentarischen Palästina-Freunde. Der englische Zweig der Jewish Agency veranstaltet am 2. März zu Ehren der Mitglieder des Palästina-Komitees im englischen Unter- und Oberhaus ein Bankett, dem Dr. Chaim Weizmann präsidieren wird. § Mazzoth-Backen in Rußland erlaubt. Der Rußland-Vertreter der Londoner Föderation jüdischer Hilfsgesellschaften teilte der Föderation auf ihre Anfrage mit, daß die Meldung palästinensischer Zeitungen, wonach . die iSow, jetbehörden in diesem Jahre das Backen von Mazzoth zum Pessachfest verboten ■ haben, jeder Grundlage entbehrt. . Geburtenbewegung: Rückgang. Auch der letzte Ausweis des tschechosl. Statistische?i Staatsamtes über das III. Quartal (Oktober- Dezember) 1932 bestätigt wiederum, daß die Erscheinung des Geburtenrückgangs, der erhöhten Sterbrchkeitsziffer und der absteigen*- den Zahl von Eheschließungen unter Personen jüdischer Nationalität in den letzten Jahren permanent geworden ist. Im genannten Zeitabschnitt wurden verzeichnet an Lebend^ geburten 1109 (gegen 1211 im gleichen Abschnitt 1930 und 1162 i. J. 1931), an Todesfällen 603 (1931: 584. 1930) 530). Pferd oder Ente? Die Ita berichtet: Mitkai Pascha, ein sehr einflußreicher transjordanischer Stammeshäuptling, sandte dem Leiter der Palästina-Exe'7 kutive der Jewish Agency, Dr. Chaim Arlosoroff, eines seiner besten Pferde als Pfand freundschaftlicher Beziehungen zur Jewish Agency. Dieses Geschenk an Arlosoroff soll eine, Symbolhandlung darstellen, die bedeutet, daß die transjordanischen Araber die Juden einladen, in ihr Land zu kommen. Das Rockefeller-Museuni wird vollendet. Die Palästina-Regierung tritt offiziell den Gerüchten entgegen, wonach John D. Roekefeller junior sich geweigert haben sollte die Restsumme seiner zwei Millionen-Dollar-Stiftung für das Palästinensische Archäologische Museum in Höhe von einer Million Dollar zu zahlen. Es wird erklärt, daß die Stiftung in dem ursprünglichen Plan bestehen bleibt und daß das Museum vollendet und entsprechend ausgestattet werden wird. Palästina wünscht volle Zollautonomie. Gemäß den Mandatsbestimmungen muß Palästina die Einfuhr aus allen Staaten, die Mitglied des Völkerbundes sind, gleichmäßig behandeln. Damit ist Palästina verhindert, Gegenseitigkeits- und Präferenz Verträge abzuschließen. Eine Tagung der jüdischen Bauern Palästinas hat nun beschlossen, Großbritannien und den Völkerbund zu ersuchen, Palästina volle Zollautonoanie zu gewähren, um mit Großbritannien einen Handelsvertrag abschließen zu können, der britischen Erzeugnissen eine Vorzugsbehandlung gewährt gegen, eine Erleichterung für die Einfuhr von, Orangen nach England. Falls Palästina Vorzugsbehandlung innerhalb des britischen Reichs genösse, könnte die Palästina-Orange den Platz der spanischen auf dem englischen Markte einnehmen. Auch England würde davon Nutzen haben; dehn heute stammen von den etwa sieben Millionen Pfund Waren, die nach Palästina jährlich eingeführt werden, nur etwa anderthalb Millionen Pfund aus England.