Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- Heft 2 (13.1.1933)
- Date
- 1933-01-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 6 ,.t?.ft-'.eife DEfo., JOpISOHg,- ARBEITER lft^nnei;;!^ Die flocht ans dem Paradies wird reglementiert a n iinsere Ahntinonf An Wie kamt man aas Rassig aaswüttdem ™* .MUPKMB iWUUUCU|tSH 3pijtoi:Roiäascnewski, Viaeditfektfeur des ^Intouriet" in Moskau, sprach sich gegenüber dem Moskauer Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur über die Auswirkung der neuen Vorschrift teil betreffend Auswanderung aus den Ländern der Sowjetunion aus. Pässe für Auswanderer gibt die GPU. aus, Gesuche um Pößausfolgung werden sehr liberal gehandhabt, 90% aller einschlägigen Gesuche werden positiv entschieden. Nur bei Vorhandensein sehr einschneidender politischer Motive wird ein Paßgesuch abgelehnt. Alle Gesuche werden spätestens innerhalb 4 bis 6 Wobhetf erledigt. Zur Erlangung eines Passes . für 1 Übersee-Auswanderung ist ein Äffidativ des Ziellandes erforderlich» Die Paßgebühren betragen für Arbeitende 500 Kübel, für Nichtarbeitende 1000 Rubel und können auch von Verwandten der Auswandernden bei jeder ausländischen Abteilung des „Intourist** hinterlegt werden. Bis jetzt, sagte Romasöhewski, haben sich etwa 30 Personen, in der Hauptsache Juden, zur Auswanderung angemeldet, einige derselben haben Rußland bereits verlassen. Unsere geehrten Abonnenten werden ge'hetfd- «n Überweisen^dairiif ^araul aufmefksam gemacht, daß ädie k&ne Ünterbfcchüri* in der lüsmämz Bezugsgebühr für das Jahr fe Blattes eintreten muB. * 1933 S 12 — beträgt (halbjährlich r ■ - ■ .: . S 6—) und ersucht, diesen Betrag um- Die Administration* titmtm Ehrung der Wiener KuHusgemeinde fttr Chaim Nachmann Oialih Über Antrag dös Sozialistischen Klubs eine Beglückwünschung des Dichters in der konstituierenden Sitzung des durch das Präsidium vorgenommen und Wiener Kultusvorstandes, den Dichter in der nächsten Sitzung wegen einer Chaim Nachman B i a 1 i k anläßlich besonderen Ehrung Antrag gestellt seines 60. Geburtstages gebührend zu werden wird. Hierauf wurde die Sitzung ehren, gab der Präsident .bekannt, daß> geschlossen. Dringlichkeitsantrag für die Einführung des allgemeinen Wahlrechtes ' In der konstituierenden Sitzung des Wiener Kultusvorstandes brachten unsere Vertreter, gemeinsam mit dem Zionistischen Klub folgenden Dringlich- Keitsantrag ein. Gegründet iö«2 Lebensversicheriiiigs- Gesellschaff PHÖNIX Versicherungsbestand Ende 1931 .... Prämien- und Zinsen- Einnahmen i.J. 1931 Garantiemittel Ende 1931 . . ... Auszahlungen an die Versicherten i.J. 1931 S 2.746,000.000'- 472,000.000-- 42,500.000-- TStlghelfsgebief: Österreich. Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, -.elgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungar«, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, •..Palästina, Syrien, Türkei, Tunis und Ägypten „Der Kultusvorstand wolle beschließen, die bestehende Wahlordnung dahin abzuändern: a) daß das aktive Wahlrecht allen eigenberechtigten Angehörigen der israelitischen Kultusgemeinde in Wien ohne Unterschied des Geschlechtes und ohne Rücksicht auf die Steuerleisturig einzuräumen ist. b) daß die Wählbarkeit auch auf Personen weiblichen Geschlechtes ausgedehnt wird, e) daß die in der geltenden Wahlordnung hinsichtlich der Wahlberechtigung und der Wählbarkeit normierten Ausnahmen, soweit sie nicht in den staatlichen Gesetzen begründet sind, aufzuheben sind. Die einzusetzende Statutenkommission ist vom Plenum zu beauftragen, eine den vorstehenden Grundsätzen entsprechende Vorlage ehestens dem Vertreterkollegium vorzulegen. In formeller Beziehung beantragen die Anträgsteller, diesen Dringlichkeitsantrag gemäß § 18 der Geschäftsordnung zu behandeln." Der Präsident gab bekannt, daß er den Gegenstand auf die Tagesordnung der. nächsten Plenarsitzung setzen werde. . > , A S Eine billige Gordon-Ausgalx*. Wir haben eine* Anaahl von Exemplaren des bekannten, grundlegenden Werkes A. D. G o r d o n s, des verstorbener! Führers und Denkers der palästinensischen Arbeiterschaft. „Erlösung durch Arbeit" zur Verfügung. De? Band, de* im Buchhandel mit Kc;60-— verkauft wird, ist bei uns in vorzüglicher Ausstattung zum Preise von Kö 25*—- in Ballon-Leinen zu beziehen. Bestellungen bei gleichzeitiger Übersendung des Betrages an die Administration. £E3 Im Vierlag j,E8chikdl", Berlin, ist vor kurzem unter der Chefredaktion von Dr. Jakob Klatzkin der zweite Band der hebräischen Enzyklopädie erschienen. Der Band umfaßt die Stichworte von Origines bis Ähtipas. Von den größeren Monographien dieses Bandes sind zu nennen: Italien, Inquisition, Europa, Ehe, Gott, Alchimie, Alexandrien, Alphabet, Emigration, Kunst, Emanzipation, Marranen, sowie eine umfassende Amoräerldste. Wie der erste Band ist auch der vorliegende mit vielen Büdern, Noten und Karben ausgestattet. Der dritte Band des Werkes ist fast druckfertig; die übrigen Bände sind in Vorbereitung. S David Bergelson über seine Erlebnisse in Biro-Bidschan. Der bekannte jiddische Dichter David Bergelson, der mehrere Jahre in Berlin gelebt hat, ist soeben von einer Reise durch Biro-Bidseihan nach Moskau zurückgekehrt und sprach im Minsker Kadiö und im Moskauer Jüdischen Klub über seine Erlebnisse in diesem Daiide„ das von den offiziellen Stellen als jüdisches Zukunftsiand angesehen wird. Die jüdische Bourgeoisie im Ausland und diie jüdische bürgerliche Presse, sagte Bergelson, tibertreiben die Schwierigkeiten Biro-Bidschans und verschweigen - die Erfolge. Dagegen regt die Idee des. Aufbaus Biro-Bidschans die Phantasie Tausender jüdischer Proletarier überall in der Welt an. Die 9000 Juden, die in Biro-Bidschan verblieben sind, stellen den Typus des wahren Pioniers dar. Bergeisen: schilderte imalemch die reiche Natur und das gesunde Klima, die natürlichen Reichtümer und die großen Möglichkeiten von Biro-Bidschan und sagte, Biro- Bidschan werde ein zweites Magnitorsk werden. Die sozialistische Stadt Biro-Bidschan, die in fortdauerndem Wachsen begriffen ist, sei ein Muster sozialistischen Städtebaus. S Als diritte Nummer der Schriftenreihe des deutschen Hechailuz, die bisher die' Schriften von Borocihow und den 1. Band des Werkes von Preuß über die jüdische Arbeiterbewegung in Palästina gebracht hat, erscheint im Februar der. 2. Band des Werkes, von Preuß, eine Darstellung des wirtschaftlichen, gewerkschaftlichen, sozialen und kulturellen Werkes der Histadiruth. Bei Histadruth Iwrith-Bialik-Jubiläumsf ei er. Anläßlich des 60jährigen Jubiläums Ch. N. Bialik, - des größten hebräischen Dichters des jüdischen Volkes veranstaltet die Histadruth Iwrith am 14. Jänner d. J., 8 Uhr abends/ im Pestsaale des Hotel Continental, IL, Taborstraße 4 eine große Bialikfeier mit folgendem Programm: Eröffnungsrede (Hebräisch): Präsident Dr. David Rotblum, Festrede: (Deutsch) Prof. Dr. A. Sonne, ferner wirken mit; die 9 jährige Klaviervirtuosin Evi Wächter, die Violinvirtuosin Ada Baumniger, die Konzertsängerin H. Dolitzkaja, Opernsängerin Ch. Schwarz, Komponist J. Brandman (Violine), Kapelm. K. Fuchsgelb (B ratsch). Jehuba Ehrerikranz liest aus Bialik Werken. Kartenvorverkauf: Keren Kajemeth, I.,Kärntnerstraße 28, Bücherstube Rath, II., Taborstraße 20, bei den Mitgliedern der Histadruth und an der Tageskasse. An unsere Mitglieder Alle unsere Mitglieder, die die Be- Wer auf die weitere Zusendung Wert zugsgebühr für das Jahr 1933 legt, wird daher, ersucht, die ernoch nicht bezahlt haben, werden nochmäßigte Bezugsgebühr umgemals darauf aufmerksam gemacht, daß hend zu überweisen. „Der jüdische Arbeiter" ohne Bezahlung nicht zugeschickt werden wird. Die Organisationsleitung. *Vo» daund iatifc Demonstrationsantrag au! Schächtverbot im Wiener Landtag. Wien, 22. Dezember. Im Wiener Landtag wurde von der. nationalsozialistischen Fraktion ein Antrag auf Verbot des Schächtehs eingebracht. Die Antragsteller fordern den Landtagspräsidenten und Landespräsidenten Wiens, den' Sozialdemokraten Karl Seitz, auf, analog dem Vorgehen des Landespräsidenten von Salzburg durch eine Verordnung das Schächten nach jüdischem Ritus, gemäß den österr. Gesetzen über Tierschutz, zu verbieten. Der Antrag kann derzeit bloß als antisemitische Demonstration und als Propagandamittel in TierschutzkreiBen betrachtet werden, da der Wiener Landtag, der über eine absolute sozialdemokratische Mehrheit verfügt, ihm nicht stattgeben wird. Die Wiener Spinoza-Feier durfte nicht im Universitätsgebäude abgehalten werden. — Wien, 22. Dezember (JTA). Nachdem die Universitätsbehörde die Abhaltung einer Spinoza-Feier aus Anlaß des 300. Geburtstages deB großen Philosophen in den Räumen der Universität verboten hat, wurde die Feier im Wiener Handelsmuseum abgehalten. Einleitende Worte sprachen der Präsident des jüdischen HochschulausschusseB Dr. Kornmehl und Hofrat Prof. Dr. Frankfurter. Der Spinoza-Forscher Dr. W. Eckstein vom österreichischen Monistenbund hielt die Gedenkrede über „Batuch Spinoza, .seine Philosophie, Ethik und Geirellschahalehre" in der. er fauch ( die jüdischen Dankelemente Spinozas aufzeigte. Der Veranstaltung wohnten der Präsident der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde Prof. Alois Pick und andere Von treter der Kultusgemeinde bei.. Ehrende Einladung an einen Lehrer der hebräischen Universität. Dt. S. Adler von der Hebräischen Universität in Jerusalem wurde von der französischen Gesellschaft für tropische Medizin eingeladen, aus Anlaß des 25. Jahrestages der Gründung der Gesellschaft Anfang Februar 1933 eine Vorlesung im Pasteurinstitufc in Paris zu halten. Eine Agudah-Tageszeitung in Jerusalem. Dio Palästinaregierung ^hat der Agudas Jisroel die Erlaubnis erteilt, eine Tageszeitung in hebräischer Sprache in Jerusalem herauszugeben. Die neue hebräische Tageszeitung, die den Titel Jisroel" führen wird, wird voraussichtlich Anfang 1933 zu erscheinen beginnen. Ein Memorandum an Premier Maniu und Innenminister Mihalache. Bukarest, 24. Dezember. Die jüdischen Deputierten der rumänischen Kammer Dr. Josef Fischer, Adv. Mischu Weißinann und der Sekretär der jüdischen Reichspartei Dr. Stern überreichten dem Ministerpräsidenten Juliu Maniu und dem Innenminister Mihalache ein Memorandum der jüdischen Bevölkerung der Stadt Jassy, in dem der tiefsten Besorg: nis und Empörung über die Häufung antisemitischer Terrorakte in der Hauptstadt der Moldauprovinz Ausdruck gegeben -wird. In dem Memorandum wird erklärt, in den letzten Tagen seien öfters jüdische Passanten in den Straßen angegriffen und mißhandelt worden, aii der Universität Jassy wurde der Student Salomon Puju am Kopfe schwer verletzt, auch Anschläge gegen jüdische Geschäfte finden statt. Allen diesen Terrorakten . gegenüber bleiben die Behörden untätig, so daß die Lage der Juden Jassys immer gefahrvoller wird. — Ministerpräsident Maniu und Innenminister Mihalache versprachen den jüdischen Abgeordneten, für bessere Sicherheit in Jassy zu sorgen. Ein Regierungsvertreter wird sich nach Jassy zur Untersuchung der dortigen Verhält-: nisse begeben. 0 Vor der Herausgabe der poalezionistischen Tageszeitung; Beikanntlich' bemüht sich die Leitung des' -Vereinigten Weltverbandes Poale Zion-Hitachduth bereits seit mehreren Monaten um die Schaffung. einer großen Tageszeitung in jiddischer Spracbo, die in Warschau, «erscheinen und hier, im Zentrum der jüdischen Arbeitermassen, /Ten Gedanken des jüdischen Sozialismus verbreiten und den Kampf der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina stützen soll. Bisher sind, für diesen Zweck, wie wir erfahren, insbesondere Dank der Bemühungen des Generalsekretärs des Weltverbandes, Gen. Anselm R e i a s, bereits etwa 8000 S aufgebracht worden. Die Partei in Amerika hat weitgehendste Unterstützung, zugesagt. Zur. Chefredaktion der Tageszeitung, mit deren Herausgabe noch vor dem, Kongreß begonnen werden wird ©oll Salman Rubaschow oder M. Beilihson berufen werden, die beide zur „ersten Garnitur" der Arbeiter-Journalisten Palästinas gehören. Es muß nicht betont werden, daß der Gedanke der Tageszeitung auch bei den westlichen Parteien des Weltverbandes warmen Widerhall gefunden hat und daß der weiteren Entwicklung dieses Projektes mit brennendem Interesse entgegengesehen wird. " Zionistisch-sozialistische Arbeiterorganisation Poale Zion-Hitachduth, Wien II., Blumauergasse Nr. 1 Anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Weltbewegung Poale Zion und zum Andenken an den verstorbenen Führer unserer Bewegung Ber Borochow veranstalten wir Sonntag, den 22. Jänner 1933t pünktlich Haiti 8 Uhr abends im Pestsaal der gastgewerblichen Arbeiterschaft, Wien IV., Treitlstraße 3 (nächst dem Karlsplatz) eine FESTAKADEMIE Prof. Dr. Max Adler spricht über: Sinn der Sozialistischen Internationale — Dr. Saul Sokal spricht übjr: Unsere Weltbewegung undihr Führer — Im künstlerischen Teil wirken mit; Chor des jüdischen Gesangvereinnes. Kapellmeister Israel wandmann mit seinem Quartett. Jehttda Ehrenkranz; Verlesung,Rosaline Kaplan; Klavier. Karten zum Preise-von S V50 bis S 5-— sind Im Sekretariate, 11., Blumauergasse 1, und bei unseren Vertrauensmannern zu haben. Eigentümer, Verleger,. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur Pinkas KornblUh, ^Student, Wien, IL, .Blumauergasse 1, Druck der ^Mähr. Buchdruckerei ' Polygraffa A,-Gv BHinn.